Adoption in Deutschland: Voraussetzungen und Vorschriften

Kurz und Knapp

  1. Neben der Annahme eines Kindes kennt das Adoptionsrecht die Erwachsenenadoption.
  2. Das Gesetz erlaubt es nur, dass Verheiratete ein Kind gemeinsam annehmen. Paare, die nicht verheiratet sind, können zusammen nicht adoptieren.
  3. Um eine Adoption durchzuführen, muss der Annehmende mindestens 25 Jahre alt sein. Adoptiert ein Ehepaar, muss der jüngere Gatte mindestens 21 Jahre alt sein.
Alles rund um die Adoption lesen Sie in diesem Ratgeber.

Alles rund um die Adoption lesen Sie in diesem Ratgeber.

Im Jahr 2015 adoptierten Annehmende insgesamt 3.812 Kinder. In den meisten Fällen wurde ein Stiefkind angenommen. 1.362 Adoptivkinder sind mit ihren Eltern nicht verwandt. 602 Babys nahmen die Eltern gleich nach der Geburt an. Doch nicht nur die Adoption eines Kindes ist in Deutschland möglich, auch bei Erwachsenen kann diese durchgeführt werden. Wir erklären, welche Voraussetzungen bei einer Adoption in Deutschland erfüllt sein müssen und was es sonst noch zu beachten gilt.

Was besagt das Adoptionsrecht in Deutschland?

Ein Stiefkind zu adoptieren ist die häufigste Form der Annahme.

Ein Stiefkind zu adoptieren ist die häufigste Form der Annahme.

Adoptionen begründen immer ein Eltern-Kind-Verhältnis zwischen den Annehmenden und den Kindern, unabhängig der biologischen Abstammung. Das Adoptionsrecht findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Dabei unterscheidet die Gesetzgebung zwischen der Annahme als Kind (§§ 1741 – 1766 BGB) und der Annahme als Volljähriger (§§ 1767 – 1772 BGB).

Ursprünglich kannte das BGB ausschließlich die Erwachsenenadoption. Dahinter stand die Idee, im Alter einen Erben zu haben. Daher konnten erst Personen über 50 Jahren adoptieren. Später wurde das Mindestalter auf 35 Jahre herabgesetzt. Weitere Voraussetzung war, dass der Annehmende kinderlos sein musste. Ein Vertrag reichte, um die neuen familiären Verhältnisse zu besiegeln.

Zwar konnte später dann eine Adoption von Kindern vorgenommen werden, allerdings ergaben sich daraus kaum Rechte bzw. Pflichten. Das Verwandtschaftsverhältnis zur leiblichen Familie blieb von der Adoption unberührt, entsprechend entstand zur Verwandtschaft der Adoptiveltern keine rechtliche Beziehung.

Erbrechtlich veränderte die Adoption kaum etwas. Die Eltern hatten gegenüber dem Kind keine erbrechtlichen Verpflichtungen und auch das Erbrecht des Kindes gegenüber seinen Adoptiveltern konnte vertraglich versagt werden. 1973 sank das Mindestalter für den Annehmenden auf 25 Jahre, was bis heute noch gilt.

Weitere drei Jahre später trat das Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) in Kraft. Seitdem ist ein minderjähriges Adoptivkind einem leiblichen Kind gleichgestellt. Ihm kommen damit sämtliche Rechte bzw. Pflichten zu, die auch ein leibliches Kind innehaben. Gleichzeitig besteht keine verwandtschaftliche Beziehung mehr zur leiblichen Familie (mit Ausnahme einer Stiefkindadoption).

Das Adoptionsvermittlungsgesetz regelt das Adoptionsverfahren und reglementiert vor allem alles rund um die Adoptionsvermittlungsstellen. Darüber hinaus geht aus diesem Gesetz das Verbot der Ersatzmutterschaft hervor.

Kinderadoption in Deutschland: Das Kind zur Adoption freigeben

Bevor eine Adoption von einem Baby oder Kind erfolgen kann, müssen die leiblichen Eltern ihre Einwilligung geben. Ist der Vater unbekannt, wird dessen Zustimmung nicht benötigt. Nur wenn dieser beweisen kann, dass er der rechtliche Vater des Kindes ist, kann er am Adoptionsverfahren mitwirken.

Nehmen die Adoptiveltern ihren Antrag auf Adoption zurück, versagen die Betreuungsgerichte die Annahme. Wird das Kind nicht binnen drei Jahren angenommen, verfällt die Einwilligungserklärung.

Adoption: Auch eine alleinstehende Frau kann laut Gesetz adoptieren. Die letzte Entscheidung trifft aber das Jugendamt.

Adoption: Auch eine alleinstehende Frau kann laut Gesetz adoptieren. Die letzte Entscheidung trifft aber das Jugendamt.

Soll ein Baby zur Adoption freigegeben werden, so ist dies frühestens acht Wochen nach der Geburt durch eine Einwilligungserklärung vor einem Notar möglich (§ 1747 BGB). Tragen sich die Eltern bzw. die Mutter mit diesem Gedanken, hilft das Krankenhaus oder die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes weiter.

Willigen die leiblichen Eltern in die Adoption ein, ruht ihre elterliche Sorge und das Jugendamt wird Vormund des Kindes (§1751 BGB). Ist die Adoption vollzogen, erhält das Kind eine neue Geburtsurkunde. Aus dieser geht nicht hervor, dass das Kind ein Adoptivkind ist. Dies ist lediglich aus dem Abstammungsbuch ersichtlich.

Liegt eine grobe Verletzung der elterlichen Pflichten vor, kann das Familiengericht die Einwilligung der Eltern durch einen Beschluss ersetzen (§ 1478 BGB). Neben den Eltern muss aber auch das Kind selbst der Adoption zustimmen (§ 1746 BGB). Ist das Kind noch keine 14 Jahre alt, entscheidet der Vormund. Fehlt diese Einwilligung, kann diese ebenfalls durch das Familiengericht ersetzt werden. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres ist das Kind selbst zu befragen.

Welche Voraussetzungen für eine Adoption eines Minderjährigen gelten

Für eine Adoption müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Grundsätzlich gilt, dass eine Annahme zulässig ist, wenn es dem Wohle des Kindes dient und davon auszugehen ist, dass zwischen dem adoptierten Kind und den Eltern ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht (§ 1741 Abs. 1 BGB).

Kann ein Single eine Adoption vornehmen?

Nach § 1741 Abs. 2 BGB können Nichtverheiratete ein Kind nur alleine adoptieren. Dagegen kann ein Ehepaar nur gemeinsam ein Kind annehmen. Zwar können demnach Alleinstehende eine Adoption anstreben, allerdings liegt die letzte Entscheidung bei der Adoptionsvermittlungsstelle.

Ist bei einer Adoption eine Altersgrenze zu beachten?

Das Mindestalter für eine Adoption liegt bei 25 Jahren (§ 1743 BGB). Nimmt ein Ehepaar ein Kind an, muss der jüngere Ehegatte mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter gibt es rechtlich nicht, allerdings spricht sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter für einen maximalen Altersabstand von 40 Jahren aus.

Berufstätigkeit, ja oder nein?

Kinder können zur Adoption freigegeben werden - frühstens jedoch acht Wochen nach der Geburt.

Kinder können zur Adoption freigegeben werden – frühstens jedoch acht Wochen nach der Geburt.

Kritiker äußern immer wieder, dass die strengen Voraussetzungen für eine Adoption an den realen Lebenssituationen vorbeigingen und viel zu hohe Anforderungen an die Annehmenden gestellt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Frage nach der Berufstätigkeit zu betrachten.

Die Jugendämter achten häufig darauf, dass ein Elternteil seine Berufstätigkeit aufgibt oder zumindest einschränkt, wenn ein Kind unter 10 Jahren adoptiert werden soll. Allerdings kündigte das Bundesfamilienministerium bereits im Jahr 2011 an, diese Voraussetzung zu lockern.

Wohnverhältnisse, psychologische Eignung und Gesundheit

Die Annehmenden müssen sich darauf einstellen, psychologisch geprüft zu werden. Das Jugendamt hinterfragt nicht nur die partnerschaftliche Stabilität, sondern beispielsweise auch den Erziehungsstil. Darüber hinaus nehmen die Sachbearbeiter die Wohnverhältnisse unter die Lupe. Sind diese für ein Kind geeignet und hat es dort ausreichend Platz?

Darüber hinaus müssen die Annehmenden vor der Adoption ein Führungszeugnis vorlegen, wobei nur Sexual- oder Körperverletzungsdelikte von Interesse sind. Des Weiteren steht den Eltern ein Besuch beim Hausarzt bevor. Dieser muss auf einem Vordruck die gesundheitliche Verfassung notieren. Lebensverkürzende und psychische Krankheiten sowie Suchterkrankungen sind ein Ausschlusskriterium.

Adoption für Homosexuelle: Erlaubt dies das Adoptionsrecht?

Das deutsche Adoptionsrecht sah es lange Zeit nicht vor, dass ein homosexuelles Paar gemeinschaftlich ein Kind adoptiert. Es war nur möglich, dass ein Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ein Kind adoptiert. Der andere musste allerdings zustimmen (§ 1749 BGB). Es bestanddann die Option, dass dieser das Kind im Rahmen einer sukzessiven Zweitadoption annahm, das entschied das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2013.

Im Jahr 2015 entscheid der Bundesgerichtshof, dass die deutschen Behörden eine Adoption im Ausland anerkennen müssen. Das Adoptivkind des homosexuellen Paares ist entsprechend auch im Geburtenregister einzutragen. Das Amtsgericht München entschied 2016, dass Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gemeinsam die Vormundschaft für ein Pflegekind übernehmen dürfen.
Bringt ein Partner ein leibliches Kind mit in die Partnerschaft, kann der andere dieses adoptieren. Dem muss allerdings der andere Elternteil des Kindes zustimmen. Alternativ kann diese Einwilligung durch das Familiengericht ersetzt werden.

Seit dem 01. Oktober 2017 dürfen nunmehr auch gleichgeschlechtliche Paare eine bürgerliche Ehe eingehen. Damit haben sich auch die Rechte hinsichtlich einer Adoption angeglichen. Bestehende Lebenspartnerschaften können in eine bürgerliche Ehe umgeschrieben werden.

Welchen Namen trägt der Adoptierte?

Einer Adoption von Stiefkindern muss auch der andere Elternteil zustimmen.

Einer Adoption von Stiefkindern muss auch der andere Elternteil zustimmen.

Nach einer Adoption erhält das Kind als Geburtsnamen den Familiennamen des Annehmenden bzw. der Adoptiveltern. Führt das annehmende Ehepaar keinen Ehenamen, so bestimmen sie gemeinsam den Geburtsnamen.

Der Vorname des Kindes kann nur auf Antrag und mit Einwilligung des Kindes bzw. des Vormundes geändert werden. Der alte Familienname kann dem neuen Familiennamen hinzugefügt werden, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen dem Wohle des Kindes entspricht (§ 1757 Abs. 4 BGB).

In der Praxis werden Vornamen häufig geändert, wenn sie sehr ungewöhnlich oder unaussprechlich sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn eine Kinderadoption aus dem Ausland erfolgte.

Adoptieren in Deutschland: Ablauf, Formen und Kosten

Das Adoptionsvermittlungsgesetz legt fest, dass die Aufgabe der Adoptionsvermittlung Minderjähriger den Jugendämtern obliegt. Bevor eine Adoption vollzogen wird, können mitunter mehrere Jahre ins Land gehen.

Wie läuft das Adoptionsverfahren ab?

Entscheidet sich ein Ehepaar oder eine alleinstehende Person dazu, ein minderjähriges nicht leibliches Kind adoptieren zu wollen, wendet es bzw. sie sich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes. Die Mitarbeiter führen mit den Interessierten ein Informationsgespräch. Sind sich diese sicher, müssen diese alle nötigen Unterlagen ausfüllen.

Nun prüft die Vermittlungsstelle die Dokumente und stellt fest, ob eine allgemeine Eignung gegeben ist. Folgende Unterlagen müssen eingereicht werden:

  • ausgefüllter Antrag
  • Bewerbung
  • Geburtsurkunden
  • Lebensläufe
  • polizeiliche Führungszeugnisse
  • ärztliche Atteste
  • ggf. Heiratsurkunde
  • Staatsangehörigkeits-, Verdienst-, Vermögens-, und Schuldennachweise
Welche Voraussetzungen müssen für eine Adoption erfüllt sein?

Welche Voraussetzungen müssen für eine Adoption erfüllt sein?

Es folgen dann zwei Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendamtes. Im Anschluss erhalten die Bewerber einen Fragebogen, welchen sie ausgefüllt abgeben müssen. Darin erklären sie z. B., warum sie ein Kind adoptieren möchten und was sie für Veränderungen erwarten. Dann beginnt das Eignungsverfahren und weitere Gespräche folgen. Ist die Eignung festgestellt und hat der Mitarbeiter des Jugendamtes einen Sozialbericht verfasst, beginnt die Zeit des Wartens.

Wird ein Kind zur Adoption freigegeben, prüft die Adoptionsvermittlungsstelle nach § 7 AdVermiG den Pool der Bewerber.

Dabei ist insbesondere zu kontrollieren, ob die Adoptionsbewerber unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Kindes und seiner besonderen Bedürfnisse für die Annahme des Kindes geeignet sind. Mit den Ermittlungen der Adoptionsbewerbern soll schon vor der Geburt des Kindes begonnen werden, wenn zu erwarten ist, dass die Einwilligung zur Annahme als Kind erteilt wird. (§ 7 AdVermiG)

Ist dieses Verfahren abgeschlossen und sind passende Adoptiveltern gefunden, beginnt nach § 1744 BGB eine „Adoptionspflege“. Das Kind soll sich in dieser Phase in die Familie eingewöhnen. In diesem Zeitraum betreut das Jugendamt die Familie weiter. Während dieser Zeit haben die zukünftigen Adoptiveltern noch nicht die elterliche Sorge inne, allerdings sind sie bereits unterhaltspflichtig (§ 1751 BGB).

Nach Ablauf der „Probezeit“ stellen die werdenden Adoptiveltern einen Aufnahmeantrag zur Annahme des Kindes beim Notar. Dieser geht dem Vormundschaftsgericht zu. Das Jugendamt wird dann um Stellungnahme gebeten und reicht ein Gutachten ein. Das Familiengericht entscheidet abschließend über die Adoption.

Stehen die überwiegenden Interessen des Kindes denen der Annehmenden entgegen oder könnten diese das Kind gefährden, kann das Familiengericht die Annahme versagen (§ 1745 BGB).

Für eine Adoption fallen in Deutschland Kosten für das Familiengericht an. Diese belaufen sich auf ca. 75 bis 100 Euro. Darüber hinaus verlangt der Notar ca. 60 Euro (zzgl. Steuern) für die Erstellung des Antrags. Für jede weitere Einwilligungserklärung, die nicht mit dem Antrag zusammen erstellt wird, fallen weitere 30 Euro (zzgl. Steuern) an.

Sie denken über eine Adoption nach? Dann wenden Sie sich an das Jugendamt.

Sie denken über eine Adoption nach? Dann wenden Sie sich an das Jugendamt.

Durch die Adoption erhält das Kind die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes (§ 1754 BGB). Darüber hinaus führt die Annahme zur Löschung des Verwandtschaftsverhältnisses zur leiblichen Familie. Dies gilt auch für alle Rechte und Pflichten. Lediglich wiederkehrende Leistungen wie Renten oder Waisengeld sind davon ausgenommen. Unterhaltsansprüche gegenüber der leiblichen Familie bestehen nicht weiter (§ 1755 BGB).

Nach § 1758 BGB ist es nicht ohne das Einverständnis der Annehmenden und des Kindes gestattet, die Adoption aufzudecken und Nachforschungen anzustellen.

Kann eine Adoption aufgehoben werden?

In bestimmten Fällen kann eine Adoption aufgehoben werden. Zum einen kann auf Antrag diese beendet werden, wenn eine Einwilligung einer betreffenden Person oder der Adoptionsantrag fehlte. § 1760 Abs. 2 BGB legt fest, wann ein Antrag bzw. eine Einwilligung unwirksam ist:

Der Antrag oder eine Einwilligung ist nur dann unwirksam, wenn der Erklärende
a) zur Zeit der Erklärung sich im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehenden Störung der Geistestätigkeit befand, wenn der Antragsteller geschäftsunfähig war oder das geschäftsunfähige oder noch nicht 14 Jahre alte Kind die Einwilligung selbst erteilt hat,
b) nicht gewusst hat, dass es sich um eine Annahme als Kind handelt, oder wenn er dies zwar gewusst hat, aber einen Annahmeantrag nicht hat stellen oder eine Einwilligung zur Annahme nicht hat abgeben wollen oder wenn sich der Annehmende in der Person des anzunehmenden Kindes oder wenn sich das anzunehmende Kind in der Person des Annehmenden geirrt hat,
c) durch arglistige Täuschung über wesentliche Umstände zur Erklärung bestimmt worden ist,
d) widerrechtlich durch Drohung zur Erklärung bestimmt worden ist,
e) die Einwilligung vor Ablauf der in § 1747 Abs. 2 Satz 1 bestimmten Frist erteilt hat.

Stimmt der Erklärende allerdings im Nachhinein oder nach Wegfall des Hindernisses zu, ist eine Aufhebung ausgeschlossen. Darüber hinaus kann diese von Amts wegen vollzogen werden. Sofern das Kind minderjährig ist, kann diese erfolgen, wenn sie zum Wohle des Kindes ist.

Grundsätzlich kann auch das Annahmeverhältnis von nur einem Ehegatten aufgehoben werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der andere Ehegatte bzw. ein leiblicher Elternteil die elterliche Sorge übernimmt. Alternativ wird dem Antrag stattgegeben, wenn durch die Aufhebung eine erneute Annahme möglich gemacht werden soll.

Ein Antrag auf Aufhebung kann ab Kenntnisnahme des Hindernisses innerhalb eines Jahres gestellt werden, sofern seit der Annahme noch keine drei Jahre vergangen sind.

Elterngeld und Elternzeit auch nach einer Adoption?

Laut Adoptionsrecht können verheiratete Paare gemeinsam adoptieren. Unverheiratete können nur alleine Kinder annehmen.

Laut Adoptionsrecht können verheiratete Paare gemeinsam adoptieren. Unverheiratete können nur alleine Kinder annehmen.

Nimmt ein Ehepaar oder eine Einzelperson ein Kind mit dem Ziel der Adoption in den Haushalt auf, besteht ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf Elternzeit.

Die Elternzeit umfasst wie bei leiblichen Eltern drei Jahre.

Nach Vollendung des achten Lebensjahres entfällt dieser Anspruch allerdings. Gleiches gilt für das Elterngeld.

Ein Kind adoptieren: Die Minderjährigenadoption

Welche Voraussetzungen für die Minderjährigenadoption zu erfüllen sind, konnten wir nun bereits klären. Im Folgenden soll es um die verschiedenen Formen dieser Art von Adoptionen gehen.

Inkognito-Adoption, halboffene oder offene Adoption: Was bedeutet was?

Werden minderjährige nicht leibliche Kinder adoptiert, so handelt es sich zumeist um eine Inkognito-Adoption. Ziel ist es, die Daten der Adoptivfamilie zu schützen, sodass die leibliche Familie keinen Einfluss auf das Kind nehmen kann.

Die Vermittlungsstelle muss die Vermittlungsakte 60 Jahre aufbewahren. Sowohl die Adoptiveltern wie das Adoptivkind können diese einsehen. Ist letzteres keine 16 Jahre alt, benötigt es das Einverständnis der Eltern. Ab diesem Zeitpunkt kann das Kind auch Einsicht in den Geburtseintrag beim Standesamt erhalten. Hieraus gehen Informationen zur leiblichen Mutter hervor, teilweise auch zum leiblichen Vater.

Unabhängig von der Inkognito-Adoption steht es den Eltern frei, ob sie ihr Kind über diese aufklären. Jugendämter und Experten raten allerdings zu einem offenen Umgang mit diesem Thema, um das Verhältnis nicht zu gefährden und das Vertrauen des Kindes nicht zu verlieren.

Im Gegensatz dazu, stehen die halboffene und die offene Adoption. In diesen Fällen besteht zwischen der Herkunftsfamilie und der Adoptivfamilie Kontakt. Bei einer halboffenen Adoption tauschen die Familien Briefe und Fotos über das Jugendamt aus. Im letzten Fall besteht sogar Gesprächskontakt. Mitunter entwickeln sich daraus regelmäßige Treffen, sodass die leiblichen Eltern eine Beziehung zum Kind aufbauen können.

Was ist eine Stiefkindadoption?

Adoption: Auch Erwachsene können von anderen Volljährigen angenommen werden.

Adoption: Auch Erwachsene können von anderen Volljährigen angenommen werden.

Wie wir bereits zeigen konnten, ist dies die häufigste Form der Adoption. Hierbei handelt es sich um eine Verwandtschaftsadoption, sodass sich meist alle Beteiligten kennen. Bei einer solchen Adoption ist der Annehmende mit einem Elternteil des Kindes verheiratet oder verpartnert.

Soll eine Stiefkindadoption vollzogen werden, müssen die leiblichen Eltern dieser zustimmen. Der Stiefelternteil muss dann beim Notar einen Antrag beurkunden lassen. Das Betreuungsgericht stimmt diesem zu, sofern das Jugendamt keine Einwände äußert und auch das Gericht nach Anhörung der Beteiligten keine Bedenken hat.

Sofern das Kind bereits 14 Jahre alt ist, muss auch dieses vor dem Notar zustimmen. Hat der Annehmende weitere Kinder, werden auch diese zur Adoption befragt. Sinn und Zweck einer Stiefkindadoption ist es, dass hiernach beide Eheleute rechtliche Eltern des Kindes sind. Im Unterschied zu anderen Adoptionen werden die Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Fall nur zu einem leiblichen Elternteil aufgegeben.

Sofern der familienferne Elternteil der Adoption nicht zustimmt, kann in Ausnahmefällen dessen Einwilligung vom Betreuungsgericht ersetzt werden. Dies ist laut des Bundesgerichtshofes allerdings nur möglich, wenn die Adoption einen erheblichen Vorteil für das Kind bietet.

Adoption von Erwachsenen: Erwachsenenadoption

Im Gegensatz zu einer Kinderadoption handelt es sich bei einer Adoption eines Erwachsenen meist nicht um eine sogenannte Volladoption. Die familiären Verflechtungen zur leiblichen Familie bleiben damit bestehen, sodass beispielsweise auch Unterhaltsansprüche weiter relevant sind (§ 1770 BGB).

Die Adoption Erwachsener zeichnet sich dadurch aus, dass ein Volljähriger einen anderen Volljährigen annimmt. Zulässig ist dies immer, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist. Davon ist laut BGB dann auszugehen, wenn zwischen dem Kind und dem Annehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht.

Auch für eine Erwachsenenadoption ist ein Antrag beim Familiengericht zu stellen. Soll eine volljährige geschäftsunfähige Person angenommen werden, muss der Antrag vom gesetzlichen Vertreter eingereicht werden (§ 1768 BGB).

Nach § 1772 BGB besteht die Option, eine Erwachsenenadoption nach dem Minderjährigenrecht durchzuführen. Dies bedeutet, dass der Angenommene einem leiblichen Kind gleichgestellt wird und somit auch rechtlich entsprechende Ansprüche hat. In einem solchen Fall kann das Kind dann auch den Nachnamen des Adoptierenden annehmen.

Für eine Adoption brauchen Sie verschiedenste Unterlagen.

Für eine Adoption brauchen Sie verschiedenste Unterlagen.

Das BGB sieht folgende vier Fälle vor, in denen eine Erwachsenenadoption nach Minderjährigenrecht möglich ist:

  • wenn gleichzeitig auch ein minderjähriges Geschwisterkind des Anzunehmenden adoptiert werden soll,
  • der Anzunehmende schon als Minderjähriger in die Familie gekommen ist,
  • der Annehmende das leibliche Kind seines Ehegatten annehmen möchte (Stiefkindadoption),
  • der Anzunehmende zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch minderjährig war.

Auslandadoption: Über Umwege zum Nachwuchs

Seit 2001 setzt die deutsche Gesetzgebung das sogenannte Haager Übereinkommen um. In diesem wird alles zu einer internationalen Adoption geregelt. Es schreibt beispielsweise vor, dass im Rahmen einer internationalen Adoption eine behördlich zugelassene Auslandsadoptionsvermittlungsstelle am Verfahren beteiligt sein muss.

Dieses unterscheidet sich von den Grundzügen her nur wenig von dem nationalen Adoptionsverfahren. Der Antragstellung gehen meist Informationstreffen voraus, die über die Auslandsadoption aufklären. Während bei einer nationalen Adoption die Unterlagen gleich ans Jugendamt weitergehen, treten die Bewerber bei einer internationalen Adoption erst mit sogenannten Beratungseltern in Kontakt.

Diese sichten die Unterlagen und führen Gespräche mit den Eltern. Die Beratungseltern werden von der Vermittlungsstelle bestimmt und haben selbst eine internationale Adoption getätigt. Die Unterlagen und ein Bericht der Beratungseltern geht dann an die Vermittlungsstelle weiter, die dann über die Aufnahme in das Bewerbungsverfahren entscheidet.

Erst wenn dieses positiv ausfällt, wird das Jugendamt hinzugezogen. Wie bei einer nationalen Adoption verfassen die Sachbearbeiter des Jugendamtes einen Sozialbericht. Nur wenn das Jugendamt die Bewerber als geeignet einstuft, nehmen diese am weiteren Verfahren der Vermittlungsstelle teil.

Eine Adoption aus dem Ausland kostet mehrere Tausend Euro.

Eine Adoption aus dem Ausland kostet mehrere Tausend Euro.

Im Anschluss ist ein Gespräch mit einem Psychologen zu führen, der ein Gutachten über die Bewerber verfasst. Dann fällt die Vermittlungsstelle eine endgültige Entscheidung über den Antrag.

Ist diese positiv, folgt ein weiteres Gespräch und die Bewerber werden über das folgende Verfahren unterrichtet. Dann stellen die werdenden Eltern eine Antrag im Herkunftsland des Kindes.

Die Vermittlungsstelle unterbreitet den Eltern dann Kindervorschläge. Entscheiden sich diese für ein Kind, reisen sie in das Herkunftsland und holen das Kind ab.

Bei all diesen Schritten stehen die Mitarbeiter der Stelle beratend zur Seite.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Im Grund werden an die Bewerber ähnliche Anforderungen gestellt wie bei einer Inlandsadoption. Sie sollten zwischen 25 und 45 Jahre alt sein und einen angemessenen Altersabstand zu dem Kind haben. Der Abstand des älteren Ehegatten sollte nicht mehr als 40 Jahre betragen.

Meist vermitteln die anerkannten Vermittlungsstellen nur an verheiratete Paare. Die Ehe sollte bereits zwei Jahr oder länger bestehen. Ausnahmen sind möglich, wenn das Paar bereits länger zusammenlebt.

Darüber hinaus müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Beide Partner müssen gesund sein. Liegt eine Krankheit vor, prüft die Stelle, inwieweit diese eine Belastung für das Kind darstellen könnte.
  • Die Wohnsituation muss angemessen sein und Platz für ein Kind bieten.
  • Die Einkommensverhältnisse sollten stabil sein. Dies ist insbesondere hinsichtlich einer Elternzeit zu beachten, die ein Elternteil nach Ankunft des Kindes nehmen soll.

Mit welchen Kosten müssen Annehmende rechnen?

Kinder bereichern das Leben. Doch bis die Adoption durchgeführt werden kann, vergehen meist mehrere Jahre.

Kinder bereichern das Leben. Doch bis die Adoption durchgeführt werden kann, vergehen meist mehrere Jahre.

Im Gegensatz zu einer Adoption im Inland ist die Auslandsadoption nicht gebührenfrei. Das Jugendamt erhebt solche in Höhe von rund 800 Euro. Zusätzlich entstehen Kosten durch die Vermittlungsstelle und durch die Reisen ins Herkunftsland des Kindes.

Darüber hinaus sind weitere Auslagen im Herkunftsland wie die Verwaltungs-, Gerichts-, und Anwaltskosten zu beachten.

Auch die Beschaffung und Übersetzung der Dokumente sind weitere Posten. Insgesamt müssen Bewerber mit Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro rechnen.

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16 thoughts on “Adoption in Deutschland: Voraussetzungen und Vorschriften

  1. Peter

    Welche Schritte und Kosaten sind erforderlichum als Erwachsener von seinem Stiefvater adoptiert zu werden!

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Peter,

      für die Erwachsenenadoption ist in der Regel ein entsprechender Antrag vor dem Familiengericht erforderlich. Die Kosen richten sich nach dem jeweiligen Einzelfall. Weitere Infos erhalten Sie im obigen Text.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  2. Martina

    Ich möchte meine Nichte, die mir wie mein eigenes Kind ans Herz gewachsen ist, adoptieren. Ich bin Single, 53 Jahre. Meine Nichte hat noch beide Elternteile und ist 23 Jahre alt.

    Was muss ich tun?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Martina,

      in welchen Fällen die Erwachsenenadoption möglich ist, können Sie den obigen Ausführungen entnehmen. Über einen entsprechenden, notariell beurkundeten Adoptionsvertrag entscheidet in der Regel das zuständige Familiengericht. Bitte wenden Sie sich für eine Betrachtung Ihres Falles an einen Anwalt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  3. Rainer

    Guten Tag.
    Ich habe eine Tochter, sie wurde als Kleines Kind vom damaligen Mann ihrer Mutter Adoptiert, darüber ist sie nun
    nicht sehr Glücklich, sie möchte nun das ich sie wider Adoptiere und sie auch wider meinen Namen trägt.
    Es sind keine Vermögen zu berücksichtigen,
    ich bin Verheiratet, die Adoption geht allerdings nur mich und meine Tochter an.

    nun zu meiner Frage, geht das und was wird das kosten?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Rainer,

      bitte wenden Sie sich zur Klärung an die zuständige Stelle oder einen Anwalt. Wir können an dieser Stelle keine entsprechende Einschätzung abgeben.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  4. C.

    Hallo!
    Ich bin seit 2012 geschieden, meine Tochter wird jetzt 20. Seit 2014 leben wir mit meinem jetzigen Lebensgefährten zusammen.
    Wir möchten nächstes Jahr heiraten. Ist eine Volladoption meiner Tochter durch meinen jetzigen Lebensgefährten dann möglich?
    Danke schonmal für die Antwort!

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Claudia,

      bitte wenden Sie sich für eine Abklärung der Möglichkeiten einer Erwachsenenadoption an die zuständigen Stellen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  5. Kerstin

    Ich möchte einen jungen Erwachsenen aus Ägypten adoptieren. Geht das überhaupt weil es ist ja ein islamisch geprägtes Land.

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Kerstin,

      bitte wenden Sie sich an die zuständige Stelle, um sich bezüglich der Modalitäten bei einer Adoption informieren zu lassen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  6. Sandra

    Hallo,
    Ein sehr sehr guter Freund der Familie möchte mich (30 Jahre) adoptieren.
    Ich hatte nie einen Vater (er verstarb als ich 10 war)
    Und meine Mutter verstarb vor 2 Jahren.
    Ich habe ein sehr sehr gutes Verhältnis zu ihm und sehe ihn wie ein Vater.
    Allerdings hat er 3 leibliche Kinder. Würde trotzdem eine Adoption gehen oder nicht?
    Lg Sandra

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Sandra,

      Infos zur Erwachsenenadoption finden Sie in obenstehendem Text.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  7. Janine

    Hallo.
    Mein Bruder (42) möchte von unserem stiefvater adoptiert werden.
    Für ihn ist er sein Vater. Und auch fürs Enkelkind ist er der Opa.
    Unser stiefvater hat keine eigenen Kinder. Somit geht es auch ums erbe und um den Familiennamen.
    Meine Mutter ist jetzt zwischenzeitlich leider verstorben.

    Gibt es Gründe für das familiengericht dies nicht zu bewilligen?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Janine,

      eine fallspezifische Einschätzung ist an dieser Stelle nicht möglich. Bitte wenden Sie sich ggf. an einen Anwalt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  8. Leonie

    Hallo ich bin 18 Jahre alt und möchte von meinem stiefvater adoptiert werden brauche ich dafür eine Einwilligung von meinem leiblichen Vater?

    Reply
  9. R.

    Hallo Ich und meine Freund, sind ein homosexuelles Paar aus Bulgarien. Mit ihm leben und arbeiten wir seit 2015 in Deutschland und wir wollen Kinder in Deutschland adoptieren, weil es in Bulgarien leider unmöglich ist. Was müssen wir machen und wie viel sind die Kosten.
    Vielen Dank für ihre Hilfe!

    Reply

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