Ehe und Eherecht in Deutschland: Den Bund fürs Leben schließen

Ehe und Eheschließung: Das sollten Sie wissen!

Eheannullierung Homo-Ehe Kinderehe Scheinehe Zwangsheirat Ehe- und Familienberatung

Kurz und knapp

  1. Per Definition ist die Ehe eine Verbindung zweier Menschen, welche gesetzlichen Regelungen folgt.
  2. Bis zum 20. Jahrhundert konnten nur verschiedentliche Geschlechter eine Ehe begründen, dies steht nun auch gleichgeschlechtlichen Paaren offen.
  3. Die Ehe schließt verschiedene Rechte und Pflichten mit ein. Welche genau das sind, hängt von den gesetzlichen, aber auch kulturellen Bedingungen ab. So ist es beispielsweise in einigen Staaten und Religionen zulässig, mehrere Ehen parallel zu führen (Polygamie).
Alles zur Ehe und dem Eherecht erfahren Sie in folgendem Ratgeber.

Alles zur Ehe und dem Eherecht erfahren Sie in folgendem Ratgeber.

Im  Jahr 2015 gingen 400.115 Eheleute die lebenslange Verbindung vor einem Standesamt ein. 7.112 homosexuelle Paare entschieden sich für eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Seit Jahren geht die Zahl der Eheschließungen zurück. Im Jahr 1950 entschieden sich noch 750.452 Paare für den Bund der Ehe.

Was bedeutet Ehe: Das Ehegesetz in Deutschland

Die Ehe und die Familie unterstehen verfassungsrechtlich einem besonderen Schutz. Dies ist in Artikel 6 Grundgesetz geregelt. Weitere Gesetze finden sich im Buch 4 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Demnach kann einer Ehe ein Verlöbnis vorausgehen.

Verlobt sich ein Paar, bedeutet dies, dass sie das Versprechen abgeben, den anderen zu heiraten. Dies kann allerdings laut § 1297 BGB nicht eingeklagt werden. Möchte ein Partner also die Verlobung lösen, bedarf dies keinen besonderen Voraussetzungen.

Bevor zusammenlebende Paare heiraten, leben Sie eine sogenannte wilde Ehe.

Bevor zusammenlebende Paare heiraten, leben Sie eine sogenannte wilde Ehe.

Nimmt ein Partner eine Entlobung vor, muss dieser eventuell eine Ersatzpflicht leisten. Diese kommt immer dann in Frage, wenn der andere Verlobte, die Eltern oder Dritte bereits Aufwendungen bezüglich der anstehenden Hochzeit getätigt haben (§ 1298 BGB). Tauschten die Verlobten Geschenke aus, können sie die Herausgabe einfordern (§1301 BGB).

Grundsätzlich sind verschiedene Merkmale zu berücksichtigen, bevor das Heiraten in Deutschland zulässig ist.

  • Die Eheleute müssen zum Zeitpunkt der Eheschließung unterschiedlichen Geschlechts sein.
  • Es darf keine anderweitige Ehe bestehen oder eine Lebenspartnerschaft vorliegen.
  • Der Grundsatz der lebenslangen Ehe findet Beachtung.
  • Zwischen den Ehegatten darf kein enges, familiäres Verhältnis bestehen.
  • Bezüglich der Ausgestaltung der Ehe gibt es keine Vorschriften. Auch wenn ein Paar in einer Ehe lebt, besteht kein gegenseitiger Anspruch auf eine sexuelle Gemeinschaft. Sexuelle Handlungen setzen auch in der Ehe das Einverständnis des anderen Ehepartners voraus.
  • Nach § 826 BGB ist eine sexuelle Gemeinschaft mit einem Dritten eine unerlaubte Handlung. Strafrechtlich kann dieser sogenannte Ehebruch nicht verfolgt werden. Auch zivilrechtlich besteht kein Anspruch auf Entschädigung.
Bevor Ehepartner den Bund für das Leben schließen können, überprüft das Standesamt, ob kein Eheverbot vorliegt. Darüber hinaus muss die Ehefähigkeit gegeben sein.

Voraussetzungen für die Eheschließung in Deutschland

Das zuständige Standesamt prüft für jeden Verlobten, ob eventuell ein Eheverbot besteht. Regelmäßig werden hier die Gesetze und Vorschriften des Staates herangezogen, dem die Partner angehören. In den §§ 1306 ff. BGB sind die Eheverbote, die nach deutschem Recht anzuwenden sind, aufgelistet.

Demnach darf keine Ehe bzw. Lebenspartnerschaft geschlossen werden, wenn bereits eine Ehe zu einer dritten Person besteht. Darüber hinaus existiert ein Eheverbot für eine sogenannte Verwandtenheirat. Zwischen Blutsverwandten in gerade Linie und zwischen voll- bzw. halbbürtigen Geschwistern darf keine Ehe geschlossen werden (§ 1307 BGB). Dieses Verbot gilt auch für adoptierte Kinder in Bezug auf ihre Adoptiveltern und deren Verwandte.

Nimmt ein Standesbeamter trotz eines bestehenden Eheverbots eine Eheschließung vor, ist diese zwar wirksam, allerdings besteht die Option, diese  anzufechten. So kann eine Ehe wegen einer Adoptivverwandtschaft durch ein Eheaufhebungsverfahren (§§ 1313 ff. BGB) beendet werden.
Heutzutage entscheiden sich viele Paare bewusst gegen die Ehe und leben ohne Trauschein.

Heutzutage entscheiden sich viele Paare bewusst gegen die Ehe und leben ohne Trauschein.

Neben diesen Eheverboten, prüft das Standesamt die Ehefähigkeit jedes Verlobten. Nach § 1303 BGB soll eine Ehe nicht vor Eintritt der Volljährigkeit eingegangen werden. Erst dann ist eine sogenannte Ehemündigkeit gegeben.

Allerdings besteht die Option, bereits im Alter von 16 Jahren zu heiraten. Dafür muss der andere Partner bereits volljährig sein und das zuständige Familiengericht eine Befreiung von der Voraussetzung der Volljährigkeit erteilen.

Nach § 1304 BGB kann eine Person, die geschäftsunfähig ist, keine Ehe eingehen. Da es sich bei einer Eheschließung um eine Rechtsgeschäft handelt, muss der Verlobte in der Lage sein, die Konsequenzen dieser Entscheidungen zu begreifen und seinen freien Willen durchsetzen zu können.

Wird eine Ehe trotz fehlender Geschäftsfähigkeit geschlossen, kann das Familiengericht diese aufheben. Auch wenn ein Verlobter während der Trauung beispielsweise bewusstlos war, kann die Ehe durch das Gericht beendet werden.

Heirat mit einem Ausländer: Diese Besonderheiten sind zu beachten

Möchte ein Ausländer in Deutschland heiraten, sind die Ehefähigkeitsvoraussetzungen des Heimatlandes zu erfüllen. Er muss ein Ehefähigkeitszeugnis vorliegen, welches die Erfüllung der Voraussetzungen bestätigt.

Nach § 1309 BGB verliert dieses Ehefähigkeitszeugnis sechs Monate nach der Ausstellung seine Gültigkeit. Beinhaltet das Zeugnis eine kürzere Geltungsdauer, ist diese ausschlaggebend. Kann ein Staat kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellen oder der Verlobte ist staatenlos mit gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland, kann der Präsident des Oberlandesgerichtes, in dessen Bezirk das zuständige Standesamt liegt, eine Befreiung erteilen. Auch dieses Dokument gilt sechs Monate.

Hochzeit im Standesamt

Damit eine Ehe per Definition wirksam wird, muss nicht nur die Ehefähigkeit gegeben sein, sondern auch während der Trauung eine gewisse Form gewahrt werden. Zum einen muss seit 1875 ein Standesbeamter die Ehe schließen, zum anderen haben die Verlobten nach § 1310 BGB vor diesem zu erklären, dass sie die Ehe eingehen wollen.

Diese Erklärung ist persönlich bei gleichzeitiger Anwesenheit abzugeben. Es ist zudem unzulässig, die Ehe unter einer Bedingung bzw. einer zeitlichen Dauer zu schließen. Die Ehe wird dann in das Personenstandsregister aufgenommen.

§ 1312 BGB legt fest, dass der Standesbeamte beide Partner einzeln zur Ehe befragt. Bejahen die Ehepartner diese Frage, spricht der Beamte aus, dass die Eheschließenden nun kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass Trauzeugen anwesend sein müssen. Diese Entscheidung steht den Verlobten frei.

Im Übrigen ist die Trauung, welche ein Kapitän vornimmt, der nicht gleichzeitig Standesbeamter ist, unwirksam. Dies gilt auch, wenn sich das Schiff in internationalen Gewässern befindet. Es ist das Recht des Landes anzuwenden, unter dessen Flagge das Schiff fährt.

Welche Unterlagen sind einzureichen?

Auch die kirchliche Trauung, ob evangelisch oder katholisch, bedarf einer Vorbereitung. Das Paar sucht üblicherweise die Lieder und den Trauspruch selbst aus.

Auch die kirchliche Trauung, ob evangelisch oder katholisch, bedarf einer Vorbereitung. Das Paar sucht die Lieder und den Trauspruch selbst aus.

Der eigentlichen Trauung geht ein Antrag auf Eheschließung voraus. Diesem sind einige Unterlagen zur Hochzeit beizulegen. Hierzu zählen:

  • Beglaubigte Abschriften aus den Geburtenregistern inkl. Hinweisteil (nicht älter als sechs Monate)
  • erweiterte Meldebescheinigung des Hauptwohnsitzes (nicht älter als 14 Tage, ggf. kann diese Bescheinigung das Standesamt gegen eine Gebühr selbst einholen)
  • gültiger Personalausweis bzw. Reisepass

Waren der Bräutigam und/oder die Braut bereits verheiratet, ist jeweils eine aktuelle, beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister über die letzte Ehe inkl. des Vermerks über die Auslösung hinzuzufügen. Darüber hinaus müssen Sie die rechtskräftigen Scheidungsurteile aller vorangegangenen Ehen bzw. die Sterbeurkunden der Ehepartner vorlegen.

Den Anträgen für binationale Ehen sind Ehefähigkeitszeugnisse beizulegen. Möchte ein Ausländer eine Lebenspartnerschaft eingehen, gilt abweichend das deutsche Recht und nicht das des Heimatlandes.

Ist zur Anmeldung der Eheschließung ein Partner verhindert, muss dieser eine Vollmacht ausstellen, dass die Anmeldung auch in seinem Sinne erfolgt.

Hochzeit in Deutschland: Rechtliche Veränderungen & eheliche Pflichten

Treten zwei Menschen vor den Standesbeamten, begründen sie eine eheliche Lebensgemeinschaft. Per Gesetz tragen die Ehepartner füreinander Verantwortung. Die Ehe wird auf Lebzeiten geschlossen, verstirbt also ein Ehegatte, hat die Ehe keinen Bestand mehr (§ 1353 BGB).

Während der Heirat haben die Eheleute die Möglichkeit, einen gemeinsamen Familiennamen zu bestimmen (§ 1355 BGB). Wählen sie diese Option nicht, führt jeder Ehegatte seinen Nachnamen weiter. Als Ehename kann ein Geburtsname oder der aktuell getragene Nachname des Mannes oder der Frau gewählt werden. Grundsätzlich kann diese Entscheidung auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, allerdings bedarf es dann einer öffentlichen Beglaubigung.

Der Ehegatte, dessen Nachname nicht weitergeführt wird, hat die Option, seinen Geburtsnamen oder den bis zur Eheschließung getragenen Namen dem Ehenamen voran- oder nachzustellen. Besteht dieser Name allerdings aus mehreren Bestandteilen, kann nur ein Bestandteil dem Ehenamen angefügt werden. Ein Ehename besteht demnach aus maximal zwei Bestandteilen (Doppelnamen).

Lassen sich die Ehegatten scheiden oder ein Partner verstirbt, darf der Ehename weiter getragen werden. Gegenüber dem Standesamt können Sie allerdings auch erklären, dass Sie Ihren Geburtsnamen bzw. den Namen den Sie bis zu Eheschließung führten, wieder tragen möchten. Es besteht auch die Option einen dieser Namen an den Ehenamen anzufügen.
Die gesetzlichen Grundlagen zur Ehe finden sich im BGB.

Die gesetzlichen Grundlagen zur Ehe finden sich im BGB.

Grundsätzlich ist es beiden Eheleuten gestattet, arbeiten zu gehen. Allerdings sind dabei die Belange des anderen Partners und der Familie zu berücksichtigen. Entscheiden sich die Ehegatten dazu, dass ein Partner die Haushaltsführung übernimmt, so trägt er die alleinige Verantwortung (§ 1356 BGB). Im Übrigen ist diese Entscheidung im Einvernehmen beider zu fällen.

Jedem Ehepartner steht es zu, Angelegenheiten bezüglich des Lebensunterhaltes zu tätigen.

Dazu zählt es unter Umständen auch, Geschäfte vorzunehmen, die den anderen Partner tangieren. Dies wird u. a. auch Schlüsselgewalt genannt. Unter Umständen kann ein Ehegatte die Schlüsselgewalt des anderen beschränken. Lebt das Paar getrennt, gilt diese Regelung ohnehin nicht.

Die Ehegatten sind einander unterhaltspflichtig (§ 1360 BGB). Dem können Sie durch Arbeit bzw. Vermögen oder der Haushaltsführung nachkommen. Der Unterhalt ist in dem Maße zu entrichten, dass die Kosten des Haushalts gedeckt werden können.

Diese Unterhaltspflicht besteht auch, wenn die Ehegatten getrennt leben (§ 1361 BGB). Dann ist insofern Unterhalt zu zahlen, als dass beide den ehelichen Lebensstandard weiter genießen können. Arbeitete ein Ehegatte vor der Trennung nicht, so kann dies dann nach seinen persönlichen Verhältnissen verlangt werden. Dies ist regelmäßig nicht der Fall, wenn der Ehegatte auch während der Ehe nicht erwerbstätig war.

Güterstände in der Ehe

Vereinbaren die Ehegatten durch einen Ehevertrag nichts abweichendes, leben sie in dem Güterstand der Zugewinngemeinschaft (§ 1363 BGB). Erwirtschaften die Eheleute während der Ehe einen Zugewinn, ist dieser bei einer Scheidung durch einen Zugewinnausgleich zu verteilen. Das Vermögen, welches ein Ehegatte in die Ehe mit einbringt, gehört nicht zum gemeinschaftlichen Vermögen.

In diesem Zusammenhang sind die Begriffe „Anfangsvermögen“ und „Endvermögen“ zu beachten. Ersteres ist das Vermögen, welches ein Ehepartner nach Abzug seiner Verbindlichkeiten mit in die Ehe einbringt (§ 1374).

Entsprechend ist das Endvermögen das Vermögen, dass der Ehegatte nach Abzug seiner Verbindlichkeiten nach der Ehe aufweisen kann (§ 1375 BGB). Erbt ein Ehegatte während der Ehe, so ist das zum Anfangsvermögen hinzuzurechnen. Der Zugewinn ist nach § 1373 dann der Betrag, um den das Endvermögen das Anfangsvermögen übersteigt. Mit Ende der Ehe wird der Zugewinn ausgeglichen.

Nach der Vermählung leben die Eheleute im Güterstand der Zugewinngemeinschaft - andere Regelungen bedürfen einen Ehevertrag.

Nach der Vermählung leben die Eheleute im Güterstand der Zugewinngemeinschaft – andere Regelungen bedürfen einen Ehevertrag.

Neben der Zugewinngemeinschaft können die Eheleute auch den Güterstand der Gütertrennung wählen. Dies ist allerdings durch einen Ehevertrag festzuhalten. Die Gütertrennung nimmt ebenfalls eine Trennung der Vermögen vor, allerdings findet mit der Scheidung kein Zugewinnausgleich statt.

Darüber hinaus steht noch ein weiterer Güterstand als Alternative bereit: Die Gütergemeinschaft. Auch diese muss durch einen Ehevertrag gewählt werden (§ 1415 BGB). Die Gütergemeinschaft sieht vor, dass das gesamte Vermögen der Ehepartner zu einem Vermögen, dem Gesamtgut, wird.

Außerdem entstehen zwei weitere Vermögensmassen, das Sondergut und das Vorbehaltsgut. Zu ersterem zählen Gegenstände, die nicht durch Rechtsgeschäfte übertragbar sind. Das Vorbehaltsgut ist beispielsweise Vermögen, welches durch den Ehevertrag nur einem Ehegatten gehört.

Lebenspartnerschaftsgesetz

Möchte ein gleichgeschlechtliches Paar „heiraten“, so gehen sie rechtlich gesehen eine Lebenspartnerschaft ein und keine Ehe. In diesem Fall ist nicht das BGB anzuwenden, sondern das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG). Jedoch gleichen sich die Vorschriften in vielen Bereichen.

So heißt es in § 1 Abs. 1 LPartG:

Zwei Personen gleichen Geschlechts, die gegenüber dem Standesbeamten persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, miteinander eine Partnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen (Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner), begründen eine Lebenspartnerschaft. Die Erklärungen können nicht unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung abgegeben werden.
Demnach ist es nicht möglich, eine eingetragene Lebenspartnerschaft zwischen Mann und Frau zu begründen. Dies ist ausdrücklich nur einem gleichgeschlechtlichen Paar vorbehalten.

Eine eingetragene Partnerschaft wird in Deutschland als unwirksam begründet, wenn ein Partner minderjährig ist oder mit einer weiteren Person eine Ehe bzw. bereits eine Lebenspartnerschaft führt.

Darüber hinaus darf keine Lebenspartnerschaft per Gesetz aufgenommen werden, wenn beide Partner in gerader Linie verwandt sind bzw. vollbürtige- oder halbbürtige Geschwister sind.

Immer mehr gleichgeschlechtliche Paare gehen eine eingetragene Partnerschaft in Deutschland ein.

Immer mehr gleich­geschlechtliche Paare gehen eine eingetragene Partner­schaft in Deutschland ein.

Wie im Falle der Trauung gilt es auch bei einer Begründung der Partnerschaft die Form zu wahren. So muss die Erklärung vor einem Standesbeamten abgeben werden – die Partner sind einzeln zu befragen. Bejahen beide, erklärt der Beamte, dass die Lebenspartnerschaft nunmehr begründet ist.

Nach § 2 LPartG sind die Lebenpartner einander zur Fürsorge und Unterstützung sowie der gemeinsamen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Es steht ihnen darüber hinaus frei, einen Lebens­partnerschaftsnamen zu bestimmen. Der Nachname, der nicht als gemeinsamer Name gewählt wurde, kann von dem entsprechenden Partner vor- oder angeschlossen werden.

Beide Lebenspartner verpflichten sind, durch ihre Arbeit oder ihr Vermögen zum Unterhalt der partnerschaftlichen Lebensgemeinschaft beizutragen. Schließen sie keinen Lebenspartnerschaftsvertrag, gilt der Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Nach wie vor ist es den Partnern nicht gestattet, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Es bleibt also nur die Option, dass einer alleine adoptiert, er benötigt allerdings dafür die Zustimmung seines Lebenspartners (§ 9 LPartG). Bringt einer der beiden ein Kind mit in die Beziehung, kann der andere eine Stiefkindadoption durchführen.

Bezüglich des Erbrechts gelten allerdings die gleichen Regeln wie bei einer Ehe. Nach § 10 LPartG steht dem verwitweten Partner der gesetzliche Erbanteil zu. Die Lebensgemeinschaft darf ein gemeinsames Testament aufsetzen.

Seit einigen Jahren ist eine eingetragene Partnerschaft – auch steuerrechtlich – der Ehe gleichgestellt. Konkret bedeutet dies, die Partner können ihre Steuerklassen entsprechend anpassen und von dem Splittingverfahren profitieren.

Soll die Lebenspartnerschaft aufgehoben werden, ist ein entsprechender Antrag beim zuständigen Familiengericht zu stellen (§ 15 LPartG). Der Begriff „Scheidung“ ist in diesem Zusammenhang unzulässig. Stimmen beide Parteien dem Antrag zu, reicht eine vorangegangene Trennungsphase von einem Jahr aus, damit der Richter die Aufhebung durchführt.

Stimmt ein Partner der Aufhebung nicht zu, muss eine Zeit von drei Jahren vergehen. Bedeutet die Aufhebung für einen Partner eine schwere Härte, kann der Richter auch nach einer Zeit von drei Jahren die Aufhebung verweigern.

„Getrennt von Tisch und Bett“ – dies gilt auch bei einer Aufhebung einer Lebenspartnerschaft. Soll diese durchgeführt werden, bedarf es einer Trennung der häuslichen Gemeinschaft. Nach der Aufhebung muss jeder Lebenspartner selbst für seinen Unterhalt sorgen (§ 16 LPartG). Ist er dazu allerdings nicht in der Lage, hat er unter Umständen Anspruch auf Unterhalt. In diesem Fall findet das BGB Anwendung.

Das Gericht führt von Amts wegen einen Versorgungsausgleich durch. Existiert ein Lebenspartnerschaftsvertrag findet dieser Beachtung.

Wenn eine glückliche Ehe zu Ende geht: Die Scheidung

Geht eine glückliche Ehe zu Ende, bedeutet das für Viele die Scheidung. Hierfür benötigen Sie einen Anwalt, der Sie vertritt.

Geht eine glückliche Ehe zu Ende, bedeutet das für viele die Scheidung. Hierfür benötigen Sie einen Anwalt, der Sie vertritt.

Im Jahr 2015 ließen sich 163.335 Paare scheiden. Im Durchschnitt hielt eine Ehe ca. 15 Jahre. Nach BGB kann eine Ehe erst geschieden werden, wenn sie als gescheitert anzusehen ist. Dies ist der Fall, wenn nicht mehr erwartet werden kann, dass die Ehegatten die Lebensgemeinschaft wieder aufnehmen (§ 1565 BGB).

Aus diesem Grund ist ein Trennungsjahr einzuhalten. Erst nach Ablauf eines Jahres kann die Scheidung beantragt werden. Von dieser Regelung kann nur abgesehen werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für einen Partner eine unzumutbare Härte bedeutet.

Während des Trennungsjahres steht dem finanziell schlechter gestellten der sogenannte Trennungsunterhalt zu. Dieser soll dafür sorgen, dass während dieses Zeitraums beide Ehegatten den Lebensstandard aufrecht erhalten können.

Eine Scheidung muss beim Familiengericht durch einen oder beide Ehepartner beantragt werden. Es herrscht grundsätzlich Anwaltszwang. Ein Familienrichter behandelt den Antrag und nimmt die Scheidung vor. Erst mit Rechtskraft des Beschlusses, gilt die Ehe als geschieden.

Den Trennungszeitpunkt sollten die Eheleute schriftlich festhalten. Ist das Trennungsjahr beendet, kann eine Scheidung nur vorgenommen werden, wenn entweder beide Ehegatten den Antrag stellen oder der Antragsgegner diesem zustimmt. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann eine Scheidung erst vorgenommen werden, wenn die Eheleute drei Jahre getrennt leben.

Leben die Eheleute getrennt, so muss sich dies auch in der häuslichen Gemeinschaft widerspiegeln. Dies bedeutet, dass eine räumliche Trennung vorgenommen werden muss. Grundsätzlich ist dies auch innerhalb einer Wohnung denkbar. Leben die Eheleute über eine kürzere Zeit wieder zusammen, um einen Versöhnungsversuch zu unternehmen, gilt das Trennungsjahr nicht als unterbrochen (§ 1567 BGB).

Unter bestimmten Umständen kann der Richter eine Scheidung ablehnen. Dies ist vor allem dann denkbar, wenn aus der Ehe Kinder hervorgingen, die noch minderjährig sind. Ist diesen eine Scheidung nicht zuzumuten, kann die Härtefallklausel (§ 1568 BGB) greifen.

Gleiches gilt auch, wenn ein Ehepartner der Scheidung nicht zustimmt, weil diese für ihn eine schwere Härte bedeuten würde.

Neben dem eigentlichen Scheidungsantrag, sind weitere Angelegenheiten zu klären. So muss beispielsweise eine Regelung bezüglich der Ehewohnung und der gemeinsamen Haushaltsgegenstände gefunden werden.

Bevor die Scheidung eingereicht wird, kann vielleicht eine Eheberatung helfen.

Bevor die Scheidung eingereicht wird, kann vielleicht eine Eheberatung helfen.

Darüber hinaus sind folgende Scheidungsfolgen klärungsbedürftig:

  • Vermögens- und Versorgungsausgleich
  • Unterhalt
  • Angelegenheiten, welche die gemeinsamen Kinder betreffen (Sorge- und Umgangsrecht)

Während der Versorgungsausgleich von Amts wegen her durchgeführt wird, können die anderen Angelegenheiten vor dem Familiengericht behandelt werden. Hierzu bedarf es eines Antrags, welcher den sogenannten Scheidungsverbund fordert.

Ist die Scheidung rechtskräftig, gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung (§ 1569 BGB). Es ist kein Trennungsunterhalt mehr zu zahlen und beide Eheleute müssen selbst für ihren Unterhalt sorgen. Nur wenn einer der beiden außerstande ist, diesem Grundsatz gerecht zu werden, entsteht unter Umständen ein Unterhaltsanspruch (nachehelicher Unterhalt).

Grundsätzlich ist allerdings zwischen verschiedenen Unterhaltsformen zu unterscheiden, welche an unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft sind. So ist beispielsweise zu beachten, dass es jedem Ehegatten zusteht, einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachzugehen, die also seiner Ausbildung und seinen Fähigkeiten entspricht (§ 1574 BGB). Folgend sind die verschiedenen Unterhaltsarten aufgelistet:

  • Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes (§ 1570 BGB)
  • Unterhalt wegen Alters (§ 1571 BGB)
  • Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen (§ 1572 BGB)
  • Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt (§ 1573 BGB)
  • Unterhalt wegen Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung (§ 1575 BGB)
  • Unterhalt aus Billigkeitsgründen (§ 1576 BGB)
Ein geschiedener Ehegatte kann nur Unterhalt verlangen, wenn er auch bedürftig ist. Eventuelle Einkünfte und Vermögen sind entsprechend auf den Unterhaltsanspruch anzurechnen. Darüber hinaus kann der Unterhalt versagt werden, wenn eine grobe Unbilligkeit vorliegt (§ 1579 BGB).

Während auf der einen Seite eine Bedürftigkeit nachzuweisen ist, muss der Unterhaltspflichtige natürlich auch leistungsfähig sein, um den Unterhalt entrichten zu können. Entsprechend steht diesem ein Selbstbehalt von 1.200 Euro zu. Unterschreiten die Unterhaltsforderung diese, sind sie entsprechend anzupassen.

Ehe- und Familienberatung

Im ganzen Bundesgebiet arbeiten Therapeuten mit (Ehe-)Paaren zusammen an deren Beziehungen. Häufig geht es darum, eine Trennung bzw. Scheidung abzuwenden. Die Therapeuten sind meist Psychologen, Seelsorger oder Sozialpädagogen. Durch mehrere Gespräche sollen die bestehenden Konflikte aufgearbeitet und aus der Welt geschaffen werden.

Eine Eheberatung befördert Konflikte zu Tage - häufig kann die große Liebe gerettet werden.

Eine Eheberatung befördert Konflikte zu Tage – häufig kann die große Liebe gerettet werden.

Ziel der Therapeuten ist es, zusammen mit den Paaren generelle Lösungswege zu erarbeiten, welche diese dann bei aufkommenden Streitigkeiten selbstständig anwenden können. Neben einer Gesprächstherapie bei einem Psychologen können auch Beratungsstellen aufgesucht werden. Letzteres Angebot ist häufig kostenlos, damit aber auch nicht tiefgreifend.

Neben gemeinsamen Gesprächsrunden, finden teilweise auch Einzeltermine statt. Dies macht der Therapeut allerdings von den Wünschen des Paares abhängig. Damit eine Eheberatung Erfolg haben kann, ist es wichtig, dass die beratende Person als solche akzeptiert wird und beide Partner offen und ehrlich sind. Meist übernimmt der Therapeut eine moderierende Funktion.

Schuldzuweisungen sind fehl am Platze, vielmehr geht es häufig darum, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen und sich unter Umständen auch eigenes Fehlverhalten während der Ehe einzugestehen.

Um die Probleme des Partners zu verstehen, kann die beratende Person auf Rollenspiele zurückgreifen. Darüber hinaus wird an der Kommunikationsform der Eheleute gearbeitet, wobei auch Enttäuschungen zur Sprache gebracht werden. Zusammen soll das Paar Erwartungen und Zukunftspläne entwerfen.

Die Kosten werden nicht von einer Krankenkasse übernommen und müssen daher vom Ehepaar selbst getragen werden. Diese fallen mitunter sehr verschieden aus. Eine Sitzung von einer Stunde kann zwischen 70 Euro und 100 Euro kosten.

Der Erfolg einer Eheberatung lässt sich nicht beweisen oder klinisch überprüfen. Fest steht allerdings, dass sich die meisten Ehepaare scheiden lassen, ohne eine Eheberatung in Anspruch genommen zu haben. Je später sich ein Paar professionelle Hilfe sucht, desto geringer fällt meist auch die Erfolgsquote aus.

Wann kann eine Aufhebung der Ehe erfolgen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine bestehende Ehe aufgehoben werden. Besteht beispielsweise ein Eheverbot oder ein Ehegatte ist zum Zeitpunkt der Trauung nicht geschäftsfähig, ist dies denkbar. Auch wenn eine Eheunmündigkeit vorliegt, ist eine Aufhebung möglich (§ 1314 BGB).

Darüber hinaus sind weitere Gründe anzuführen. Wahrt der Standesbeamte nicht die Form der Eheschließung, geben also die Verlobten die Eheerklärung nicht gleichzeitig vor diesem ab, sind nicht persönlich anwesend oder nennen eine Bedingung und/oder Frist, kann eine Aufhebung vorgenommen werden.

Eine eingetragene Partnerschaft zwischen Mann und Frau sieht das Gesetz nicht vor.

Eine eingetragene Partnerschaft zwischen Mann und Frau sieht das Gesetz nicht vor.

Schließt ein Ehegatte wegen einer Täuschung oder einer Drohung die Ehe oder gehen die Verlobten eine Scheinehe ein, ist eine Aufhebung ebenfalls rechtmäßig. Gleiches gilt, wenn einem Verlobten nicht klar war, dass es sich um eine Eheschließung handelt.

Möchte einer der beiden Ehegatten oder wollen beide die Ehe trotz einer Möglichkeit der Aufhebung weiterführen, kann diese nicht vorgenommen werden.

Liegt ein Irrtum, eine Drohung oder eine Täuschung zum Zeitpunkt der Trauung vor, ist eine Antragsfrist von einem Jahr zu beachten. Diese beginnt, sobald die Zwangslage beendet ist bzw. der Irrtum oder die Täuschung aufgedeckt wird.

Im Ausland heiraten: Wird die Ehe in Deutschland anerkannt?

Viele Ehepaare träumen davon, am Strand mit dem Blick aufs türkisene Meer mit den Füßen im Sand zu heiraten. Im Ausland kann dieser Wunsch erfüllt werden. Doch können deutsche Staatsangehörige so einfach zu einer Hochzeit im Ausland einladen?

Es steht deutschen Bürgern frei, wo sie heiraten. Ob Las Vegas, Malediven oder Bahamas, wichtig ist nur, dass die oben bereits aufgeführten Eheschließungsvoraussetzungen erfüllt sind. Nur dann wird die Eheschließung  auch in Deutschland anerkannt. Darüber hinaus muss das Recht des entsprechenden Urlaubslandes gewahrt werden.

Sie brauchen für eine Hochzeit im Ausland verschiedene Unterlagen:

  • Reisepass
  • Geburtsurkunde
  • Aufenthaltsbescheinigung mit Angabe des Wohnsitzes, des Familienstandes und der Staatsangehörigkeit
  • ggf. Ehefähigkeitszeugnis
  • Wenn bereits Vorehen bestanden: Heiratsurkunde mit Auflösungsvermerk
  • Wenn ein Ehepartner Witwer ist: Sterbeurkunde des früheren Ehegatten
  • ggf. Visum oder Aufenthaltsbescheinigung
  • ggf. internationaler Auszug aus dem Einwohnermeldeamt

Darüber hinaus ist es unerlässlich, sich bei der zuständigen Behörde im Ausland vorab zu erkundigen, welche Unterlagen benötigt werden und wann diese vorliegen müssen. Unter Umständen brauchen Sie eine amtliche Übersetzung aller Dokumente, eine frühzeitige Planung ist also unerlässlich.

Heiraten im Ausland: Ist das anerkannt? Wird bei der Trauung die Form gewahrt, ist dies möglich.

Heiraten im Ausland: Wird das anerkannt? Wird bei der Trauung die Form gewahrt, ist dies möglich.

Möchten Sie die Ehe auch in Deutschland anerkennen lassen, benötigen Sie die ausländische Heiratsurkunde und eine Bescheinigung über die Echtheit der Urkunde (Apostille).

Darüber hinaus müssen alle Unterlagen übersetzt sein. Die meisten Behörden und Gericht erkennen diese nur an, wenn ein öffentlich beeidigter und anerkannter Übersetzer diese fertigte.

Mit all Ihren Unterlagen suchen Sie dann Ihr zuständiges Standesamt auf und stellen einen Antrag auf Beurkundung Ihrer Ehe. Erfüllen Sie die Voraussetzungen, wird die Ehe im Eheregister eingetragen und ist damit auch in Deutschland amtlich.

Kirchliche Trauung: Grundlagen zum Kirchenrecht

Nahezu alle Religionsgemeinschaften dieser Welt kennen die Ehe und veranstalten zu Ehren des Brautpaares eine entsprechende Zeremonie, die den Riten und Sitten der Religionsgemeinschaft folgt. Die Trauung wird von einem Geistlichen vorgenommen.

In manchen Ländern ist es üblich, dass die zivile Eheschließung mit der kirchlichen Feier zusammen veranstaltet wird. In Deutschland ist dies allerdings nicht typisch. Bis zum Ende des Jahres 2008 war es sogar verboten, eine kirchliche Trauzeremonie vor der bürgerlichen Eheschließung abzuhalten.

Christliche Ehe: evangelisch oder katholisch heiraten

Die christliche Trauung ist eine kirchenrechtlich relevante Amtshandlung. Insofern findet sie rechtlich keine Beachtung. Die Trauzeremonie unterliegt einem bestimmten Ablauf, der in der Gottesdienstordnung festgeschrieben wird.

Die katholische Kirche unterscheidet zwischen einer sakramentalen und einer natürlichen Trauung. Heiraten zwei Christen, so gilt dies als Ehesakrament. Ebenjenes spenden sich die Eheleute gegenseitig. Diese Form der Eheschließung ist nur gültig, sofern kein Ehehindernis besteht und die festgeschriebene Form gewahrt wurde.

Nach dem katholischen Verständnis ist der Ehebund nicht auflösbar, weswegen ein katholisch Getrauter nicht erneut katholisch heiraten kann. Dies ist nur möglich, wenn der Ehegatte verstorben ist oder die Ehe ungültig geschlossen wurde. Im letzteren Fall kann ein katholisches Gericht die Ehe annullieren.

Bevor sich ein Paar katholisch trauen lassen kann, muss dieses ggf. ein Ehevorbereitungskurs besuchen. Darüber hinaus findet ein Traugespräch mit dem zuständigen Priester statt.

Möchten eine getaufte eine ungetaufte Person katholisch heiraten, kann kein Sakrament gespendet werden. Stattdessen wird eine natürliche Ehe geschlossen.

Eine kirchliche Trauung richtet sich nach den Formvorschriften des jeweiligen Kirchenrechts.

Eine kirchliche Trauung richtet sich nach den Formvorschriften des jeweiligen Kirchenrechts.

Die evangelische Kirche betrachtet den Traugottesdienst als Feier der zivilrechtlich geschlossenen Ehe. In diesem empfängt das Brautpaar Gottes Segen und spricht symbolisch vor Gott das Trauversprechen aus.

Auch die Protestanten setzen für einen Traugottesdienst voraus, dass Braut und Bräutigam Christen sind, ansonsten wird ein Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung gefeiert. Die evangelische Kirche kennt die Spende eines Sakraments nicht.

Darf ein Muslim eine Christin heiraten? Aus religiöser Sicht sollen Muslime eine Heirat mit einer Muslimin vorziehen, dürfen grundsätzlich aber auch eine Christin heiraten. Dagegen darf eine Muslimin keinen Christen heiraten.

Die Ehe im Islam

Eine islamische Ehe besteht, wenn diese nach den Voraussetzungen der Scharia geschlossen wurde. Der Islam unterscheidet nicht zwischen einer kirchlichen und zivilen Trauung, sondern dieser Verbund gilt als zivilrechtlicher Vertrag.

Bis zur Eheschließung dürfen Muslime keine Intimitäten austauschen, dies ist erst in der Ehe erlaubt. Der Koran wünscht dies sogar ausdrücklich. Der Koran erlaubt den Männern zudem polygam zu leben.

Die Ehe wird auch im Islam für ein Leben lang geschlossen. Da es sich aber um einen Vertrag handelt, gibt es auch die Option, eine Ehe auf Zeit zu schließen. Dabei ist es nicht unüblich, eine bestimmte Anzahl an sexuellen Handlungen vertraglich zu vereinbaren.

Auch der Islam kennt verschiedene Ehehindernisse. So ist beispielsweise die Heirat zwischen nahen Verwandten unzulässig. Im klassischen Islam wird kein Mindestalter für die Ehe festgelegt. Die Scharia lässt die Ehe mit Mädchen ab einem Alter von neun Jahren oder mit Beginn der Pubertät zu. Mittlerweile haben die meisten muslimischen Länder allerdings rechtlich ein Mindestalter festgesetzt.

Die Eheschließung wird unter Anwesenheit eines Ehevormunds für die jungfräuliche Braut vollzogen. Der Vormund ist häufig der Vater oder der Großvater väterlicherseits. Diese beiden dürfen die Braut auch gegen ihren Willen verheiraten. Außerdem ist es üblich, einen Ehevertrag zu unterzeichnen.

Je nach Tradition sieht sich das Brautpaar vor der Eheschließung überhaupt nicht oder darf eben einen gewöhnlichen Umgang pflegen.

In vielen Religionen ist die Ehe der erste Schritt. Zeitnah soll eine Familie gegründet werden.

In vielen Religionen ist die Ehe der erste Schritt. Zeitnah soll eine Familie gegründet werden.

Während der Ehemann der Ehefrau Unterhalt zahlen muss, darf die Frau ihr verdientes Geld behalten. Darüber hinaus kann diese ohne besondere Gründe die Scheidung fordern, muss dafür allerdings einen Antrag bei Gericht stellen.

Der Mann hingegen muss dreimal eine Aussage tätigen, deren Form unmissverständlich die Beendigung der Ehe fordert. Allerdings ist dabei eine Frist zu beachten.

Wollen sich die Eheleute einvernehmlich scheiden lassen, ist eine Trennung von über drei Monaten nachzuweisen.

Eine Ehe, welche in europäischen oder amerikanischen Ländern nach der Scharia geschlossen wurde, ist rechtlich unwirksam. Es bedarf in einer solchen Fall eine bürgerliche Eheschließung vor einem Standesbeamten.

Vermählung im Judentum

Im Judentum kommt der Ehe eine große Bedeutung zu. Sie wird als Grundlage für eine gesunde Existenz betrachtet. Eine bewusste Ehelosigkeit verstößt gegen das göttliche Gebot. Im Zentrum steht, eine Familie zu gründen.

Vornehmlich heiraten Juden an einem Dienstag, da es in der Bibel über den dritten Schöpfungstag heißt: „und Gott sah, dass es gut war.“ Darüber hinaus finden keine Hochzeiten zwischen Pessach und Schawuot statt, da diese Zeit als Trauerzeit gilt.

Auch das Judentum kennt Ehehindernisse:

  • Heirat zwischen Blutsverwandten
  • Heirat bei Verschwägerung
  • die Heirat mit einer anderen jüdischen Frau, die noch nicht geschieden ist
  • die Heirat mit einer Tochter oder Enkelin einer Frau, mit der der Mann bereits verheiratet war
  • die Heirat mit der Schwester der Frau (nach dem Tode der Frau darf der Mann seine Schwägerin heiraten)

Gehen Braut und Bräutigam die Ehe ein, bedeutet dies einen Neubeginn. Juden fasten traditionell am Tag der Eheschließung, da sie dadurch die Vergebung der Sünden erbitten. Ähnlich wie im Christentum führt die Trauung ein Geistlicher, der Rabbiner, durch.

Die Zeremonie findet im Freien unter der sogenannten Chuppa statt, um dort Gottes Segen zu empfangen. Die Chuppa ist ein Hochzeitsbaldachin aus Seide, welche von vier Stangen gehalten wird. Diese Symbolik soll an die alte Israeliten, welche in Zelten lebten und die Beduinen, welche den Brautpaaren ein Zelt errichteten, erinnern.

Im Judentum findet die Eheschließung häufig im Freien statt.

Im Judentum findet die Eheschließung häufig im Freien statt.

Die Zeremonie besteht aus mehreren Akten. Während der Angelobung (Erussin) spricht der Rabbiner den Segen über einen Becher Wein. Folgend trinken Braut und Bräutigam einen Schluck. Darauf streift der Bräutigam der Braut einen Ring an den rechten Zeigefinger und spricht dabei „Durch diesen Ring bist du mir angelobt nach dem Gesetz Moses und Israels“. Dieser Teil erfolgt in Anwesenheit zweier Zeugen, welche männlich sein müssen und nicht mit dem Paar verwandt sein dürfen.

Im Anschluss verliest der Rabbiner den geschlossenen Ehevertrag. In diesem wird unter anderem festgelegt, dass der Ehemann seine Ehefrau finanziell absichert. Im Falle einer Scheidung, welche nicht von ihr ausgeht, steht ihr die sogenannte Ketubbasumme zu.

Erst dann spricht der Rabbiner sieben Hochzeitssegenssprüche und lässt das Brautpaar erneut Wein trinken. Dann gilt das Paar als verheiratet. In Erinnerung an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem zerbricht der Mann ein Glas.

Im Judentum gilt die Ehe als heiliger Vertrag, diesen zu brechen wäre ein unfrommer Akt. Eine Ehe zwischen einem Nicht-Juden und einem Juden hat keine Wirksamkeit.

Während sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen darf, hat dieses Recht die Ehefrau nicht. Die Scheidung wird von drei Rabbinern vor einem Rabbinatsgericht durchgeführt. Darüber hinaus sind ein Schreiber und zwei Zeugen anwesend.

Das Gericht setzt einen Scheidebrief auf, welcher individuell für jedes Ehepaar angefertigt wird. Ist die Scheidung vollzogen, wird das Dokument eingerissen ober ein Teil abgeschnitten. Das Gericht bewahrt das Dokument auf. Die Scheidung wird für das Paar auf einem Brief bezeugt. Einer weiteren Ehe steht damit nichts im Wege, allerdings erst nach 92 Tagen.

Ein Blick rund um den Globus: Sind Kinderehen erlaubt?

Eine international anwendbare Definition für eine Kinderheirat bzw. Kinderehe gibt es nicht. Regelmäßig ist damit allerdings eine Eheschließung gemeint, bei der mindestens ein Ehegatte minderjährig ist.

Zwar regeln in den meisten Ländern entsprechende Gesetze, dass beide Partner bei der Eheschließung volljährig sein müssen. Allerdings entspricht diese Auffassung nicht allen Kulturkreisen. So ist die Kinderehe beispielsweise in Afghanistan, Südasien und im Jemen üblich.

Traditionell ist es in vielen Religionen gängig, ein Mädchen früh und vor allem jungfräulich zu verheiraten. Im Extremfall sind diese gerade einmal neun Jahre alt.

Kinderehen sind in vielen Ländern verboten, dennoch sind sie in manchen Kulturkreisen weit verbreitet.

Kinderehen sind in vielen Ländern verboten, dennoch sind sie in manchen Kulturkreisen weit verbreitet.

Darüber hinaus ist es in manchen Gesellschaften üblich, durch die Verheiratung der Tochter die Lebenskosten für sie an den Ehemann abzugeben. So können die Familien des Mädchen diese Kosten einsparen.

In Deutschland sind Kinderehen eher die Ausnahme und werden widerrechtlich nur von sehr traditionell lebenden Familien heimlich durchgeführt. Spätestens seit dem Aufkommen der Flüchtlingskrise, beschäftigt sich allerdings nun auch die hiesige Politik mit dem Thema.

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3 thoughts on “Ehe und Eherecht in Deutschland: Den Bund fürs Leben schließen

  1. Martin G.

    Darf ich mal genau erfahren, in welchem Gesetz die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau festgesetzt ist?

    Die Weigerung der Politik zur Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare ist ein eklatanter Fall von Diskriminierung; ein Verstoß gegen Art. 1 (1, 2, 3) GG, Art. 2 (1) GG, Art. 3 (1, 2, 3) und Art. 6 (1) GG

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    1. familienrecht.net

      Hallo Martin,

      die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft ist bereits weitgehend an die Ehe angeglichen, nur die Bezeichnung ist eine andere. Wie Sie bereits sagen, obliegt diese Änderung der Politik.

      Ihr familienrecht.net-Team

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      1. Martin G.

        Obliegt es der Politik festzulegen, wer in den Genuss von Menschenrechten gerät und wer nicht? Ich denke nicht. Es zeigt lediglich, dass Menschenrechte von Minderheiten als nichts Wichtiges wahrgenommen werden, als etwas, das man nach belieben ignorieren kann. Die Zuständigkeit hier läge eigentlich beim Bundesverfassungsgericht, wenn sich die Politik weigert und dieses bestehende Diskriminierung fortsetzen möchte!

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