Erbrecht: Worauf müssen Sie im Erbfall achten?

Kurz und knapp: Darauf müssen Sie im Erbfall achten

  1. Unter dem Begriff Erbrecht werden alle Gesetze und Regelungen zusammengefasst, die für den Übergang der Erbschaft von Bedeutung sind.
  2. Ein Erblasser kann in einem Erbvertrag oder Testament bestimmen, welche Personen sein Eigentum und Vermögen erben.
  3. Die Erben haben die Möglichkeit, das Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Mit einer Annahme sind entsprechende Pflichten gemäß BGB verbunden.
Unsere Zeit ist begrenzt. Worum es beim Erbrecht geht, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Unsere Zeit ist begrenzt. Worum es beim Erbrecht geht, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Früher oder später betrifft das Erbrecht uns alle, zum Beispiel wenn ein naher Angehöriger verstirbt oder wir uns dazu entschließen, unsere eigenen Angelegenheiten in Bezug auf den Nachlass zu regeln. Alle Regelungen und Bestimmungen, die für den Übergang der Rechte und Pflichten sowie des Nachlasses eines Verstorbenen relevant sind, vereint das Erbrecht.

Wichtige Begriffe zum Erbrecht

Wegen einer Erbschaft kann es schnell zu Streitigkeiten kommen.

Wegen einer Erbschaft kann es schnell zu Streitigkeiten kommen.

Beim Erbrecht handelt es sich um ein komplexes Rechtsgebiet. Um die Verständlichkeit des nachfolgenden Ratgebers und der dazugehörigen Thematiken, aber auch der entsprechenden Gesetzestexte zu erleichtern, werden nachfolgend die wichtigsten Begriffe zum Erbrecht erklärt.

Als Erbe wird eine Person bezeichnet, die entweder als Alleinerbe oder gemeinschaftlich (als sogenannte Erbengemeinschaft) das Vermögen eines Verstorbenen erhält. Dieser Anspruch kann im Erbrecht entweder aus der gesetzlichen Erbfolge oder einer Verfügung von Todes wegen hervorgehen.

Beim Erblasser handelt es sich um den Verstorbenen, dessen Vermögen auf die Erben übergeht. Dieser kann nur eine natürliche Person sein.

Der Erbfall tritt mit dem Tod des Erblassers ein.

Die Gesamtheit aller Vermögenswerte, die beim Tod des Erblassers auf die Erben übergeht, wird als Nachlass bezeichnet. Umgangssprachlich ist meist von einer „Erbschaft“ die Rede.

In einer Erbengemeinschaft wird der Nachlass zwischen den Erben aufgeteilt. Der Erbteil gibt dabei an, wie groß der Anteil am Nachlass ausfällt. Alternativ wird auch der Begriff der „Erbquote“ verwendet.

Verfügt der Erblasser in einer Verfügung von Todes wegen, dass ein bestimmter Vermögensgegenstand an eine bestimmte Person übergehen soll, sprechen Juristen von einem Vermächtnis. Der Empfänger wird auch als Vermächtnisnehmer bezeichnet und kann den Gegenstand von den Erben einfordern. Als Gegenstand des Vermächtnisses kann dabei jeder Vermögensvorteil gelten.

Ein Erbverzicht muss beim Notar beurkundet werden.

Ein Erbverzicht muss beim Notar beurkundet werden.

Mit einer Verfügung von Todes wegen kann der Erblasser für die Zeit nach seinem Ableben Regelungen zu seinem Vermögen treffen. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Formen unterschieden: Testament und Erbvertrag.

Bei einem Erbverzicht handelt es sich um eine vertragliche Erklärung, die einer notariellen Beurkundung bedarf. Mit dieser verzichtet ein Verwandter oder der Ehegatte des Verstorbenen auf sein gesetzliches Erbrecht.

Juristen bezeichnen die Aufteilung des Nachlasses unter den Erbberechtigten als Auseinandersetzung. Diese erfolgt nach der Ablösung aller Verpflichtungen gegenüber Dritten, wie zum Beispiel bestehender Schulden.

Das Gesetz räumt den nächsten Angehörigen einen Mindestanspruch an dem Erbe ein, selbst wenn diese durch eine Verfügung von Todes wegen von der Erbschaft ausgeschlossen wurden. Einen Anspruch auf diesen Pflichtteil haben gemäß dem Erbrecht nur die direkten Nachkommen des Verstorbenen, seine Eltern und der Ehegatte.

Der Erbschein dient als Nachweis über das Erbrecht einer oder mehrerer Personen. Er wird vom Nachlassgericht erteilt und muss dafür beantragt werden. Häufig wird er zur Abwicklung bestehender Verpflichtungen und Verträge benötigt.

Eine Enterbung ist mit einer Verfügung von Todes wegen möglich und bedarf keiner Erklärung. Für nahe Angehörige und Ehegatten besteht trotz Enterbung der Pflichtteilsanspruch, sodass diese in der Regel nicht völlig leer ausgehen.

Welche Gesetze sind für das Erbrecht relevant?

Die wichtigsten Bestimmungen zum Erbrecht sind im BGB zusammengefasst.

Die wichtigsten Bestimmungen zum Erbrecht sind im BGB zusammengefasst.

Rund 2.300 Menschen sterben in Deutschland jeden Tag und alleine 2015 registrierte das Statische Bundesamt mehr als 112.000 Erwerbe von Todes wegen. Nicht selten handelt es sich dabei um hohe Vermögenswerte.

Das Erbrecht umfasst alle Gesetze und Bestimmungen, die für den Übergang der Rechte, Pflichten und des Nachlasses relevant sind. Dazu gehören unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch und das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz.

Zudem ist das Erbrecht in Deutschland im Grundgesetz (GG) festgeschrieben. In Art. 14 Abs. 1 heißt es dazu:

Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

Erbrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch

Das Bürgerliche Gesetzbuch umfasst alle Bestimmungen zum deutschen allgemeinen Privatrecht und ist damit das zentrale Gesetzeswerk für Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen. Das BGB wird in folgende fünf Bücher unterteilt:

  • Allgemeiner Teil
  • Recht der Schuldverhältnisse
  • Sachenrecht
  • Familienrecht
  • Erbrecht

Die Bestimmungen zum Erbrecht sind im fünften Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches verortet und erstrecken sich von § 1922 bis § 2385. Es beinhaltet unter anderem die Vorschriften zum Testament, Erbvertrag, Erbverzicht und Erbschein.

Das Erbrecht ist sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen von großer Bedeutung. Alleine 2015 hat das Statistische Bundesamt steuerpflichtige Erbschaften in Höhe von 35,2 Milliarden Euro verzeichnet.

Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz

Übersteigt das Erbe die Freibeträge, muss die Erbschaftssteuer gezahlt werden.

Übersteigt das Erbe die Freibeträge, muss die Erbschaftssteuer gezahlt werden.

Erwirbt eine Person von Todes wegen ein Vermögen, muss für das Erbe die sogenannte Erbschaftssteuer gezahlt werden. Die Rechts­grundlage im Erbrecht bildet dafür das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuer­gesetz. Die Steuer fällt an bei Barvermögen, Wertpapieren, Geschäftsanteilen und auch bei Immobilien.

Für die Berechnung der Erbschaftssteuer ist in der Regel der Zeitpunkt des Erbfalls entscheidend. Dabei können erbende Verwandte gegenüber dem Finanzamt die gesetzlich festgelegten Freibeträge geltend machen.

Mit einer Schenkung können Besitzstände noch vor dem Erbfall übertragen werden. Dabei handelt es sich um eine unentgeltliche Vermögensübertragung. Allerdings unterliegt diese Zuwendung der Schenkungssteuer. Sie ist als Ergänzung der Erbschaftssteuer zu verstehen, die ansonsten leicht durch eine Schenkung zu umgehen wäre. Nicht selten wird zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten ein sogenannter Schenkungsvertrag abgeschlossen, der die Bedingungen der Zuwendung definiert.

Ein solcher notariell beurkundeter Vertrag kann als Auflage auch einen Nießbrauch enthalten. Dabei handelt es sich um ein Nutzungsrecht an einem Gegenstand, welches es dem Beschenkten ermöglicht, diesen zu verwenden, obwohl er sich nicht um seinem Eigentum handelt. Der Beschenkte übernimmt dabei sämtlich Rechte sowie Pflichten am Gegenstand und muss ggf. auch für dessen Instandhaltung aufkommen. Das Nießbrauchrecht ist personengebunden und nicht vererbbar.

Wie hoch sind die Freibeträge von Erbschafts- und Schenkungssteuer?

Die Reform der Erbschaftssteuer zum 01. Januar 2009 führte zu Veränderungen bei der Erbschaftssteuer, von denen vor allem die engsten Angehörigen profitieren. Das Erbrecht sieht aktuell folgende Freibeträge vor:

  • Ehepartner und Lebenspartner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft: 500.000 Euro
  • Kinder, Enkelkinder (Eltern verstorben), Stief- und Adoptivkinder: 400.000 Euro
  • Enkelkinder: 200.000 Euro
  • Eltern und Großeltern bei einem Erwerb durch eine Erbschaft: 100.000 Euro
  • Geschwister und deren Kinder, Stiefeltern, Schwiegereltern und geschiedene Ehegatten: 20.000 Euro
  • Freunde, Onkel, Tanten, Cousinen, Cousins, nicht verheiratete oder eingetragene Lebenspartner: 20.000 Euro

Überschreitet der Erbteil den Freibetrag, muss Erbschaftssteuer gezahlt werden. Der Steuersatz wird dabei von der Höhe der Erbschaft und auch der Erbschaftssteuerklassen beeinflusst. Dabei werden die Personen mit einem Erbrecht wie folgt eingeteilt:

  • Steuerklasse I: Ehegatten, Kinder und Enkelkinder, Stiefkinder, Eltern und Großeltern (nur bei Erwerb von Todes wegen)
  • Steuerklasse II: Eltern und Großeltern (hier bei Schenkung unter Lebenden), Geschwister, Neffen und Nichten, Stief- und Schwiegereltern sowie Schwiegerkinder und geschiedene Ehepartner
  • Steuerklasse III: alle übrigen Personen, die beim Nachlass bedacht wurden
Unter bestimmten Umständen kann nach dem Erbrecht der Erwerb durch Erbschaft von einem selbstgenutzten Wohnraum von der Steuer befreit sein. Dies gilt zum Beispiel für den Ehegatten, wenn er den Wohnraum als Familienheim bestimmt und die Selbstnutzung für mindestens zehn Jahre aufrechterhält. Auch für Kinder gilt diese Regelung, allerdings darf dabei die Wohnfläche von 200 m² nicht überschritten werden.

Was umfasst das Erbrecht?

Da es sich beim Erbrecht um ein umfassendes Rechtsgebiet handelt, ist eine Unterteilung in verschiedene Rechtsbereiche – die dem BGB folgen und dort als Abschnitte aufgeführt sind – üblich. Das Erbrecht lässt sich dabei wie folgt unterteilen:

Welche Rechte und Pflichten ein Erbe hat, ist im Erbrecht festgelegt.

Welche Rechte und Pflichten ein Erbe hat, ist im Erbrecht festgelegt.

  • Erbfolge
  • Rechtliche Stellung des Erben
  • Testament
  • Erbvertrag
  • Pflichtteil
  • Erbunwürdigkeit
  • Erbverzicht
  • Erbschein
  • Erbschaftskauf
Das Erbrecht umfasst verschiedene Rechtsgebiete. Dazu gehören unter anderem das Ehegattenerbrecht, durch welches dem überlebenden Ehepartner das gesetzliche Erbrecht zusteht, das Nießbrauchsrecht, aber auch das landwirtschaftliche Sondererbrecht, welches sich unter anderem mit der Hofübergabe in der Landwirtschaft beschäftigt.

Welche Regelung sieht das Erbrecht zur Erbfolge vor?

Die gesetzliche Erbfolge bedenkt nahe Verwandte wie Kinder oder Eltern.

Die gesetzliche Erbfolge bedenkt nahe Verwandte wie Kinder oder Eltern.

Grundsätzlich kann jeder erben, der zum Zeitpunkt des Erbfalls am Leben war. Allerdings besteht auch für ungeborene Kinder, die bereits gezeugt waren, Anspruch auf das Vermögen. Existieren weder Testament noch Erbvertrag, gilt gemäß dem Erbrecht die gesetzliche Erbfolge.

Das Erbrecht gliedert die Personen, die einen Anspruch auf den Nachlass geltend machen können, in verschiedene Ordnungen.

Diese setzen sich aufgrund der Verwandtschaftsverhältnisse zusammen:

  1. Ordnung: Kinder des Verstorbenen und deren Nachkommen (Enkel und Urenkel)
  2. Ordnung: Eltern des Verstorbenen und deren Nachkommen (Geschwister und Halbgeschwister)
  3. Ordnung: Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen (Onkel und Tanten)
Die Ordnungen ließen sich unendlich weiterführen. Allerdings schließen Verwandte der vorherigen Ordnung die nachfolgenden aus. Hat der Erblasser also ein Kind, gehen Eltern oder Tanten leer aus.

Nach dem Erbrecht erben Kinder stets zu gleichen Teilen, solange ein Testament oder Erbvertrag nicht anderweitiges regelt. Dies gilt auch für adoptierte Kinder, deren Erbrecht gegenüber der eigenen leiblichen Verwandtschaft durch die Adoption erloschen ist.

Darüber hinaus ist auch der Ehegatte erbberechtigt, auch wenn dieser mit dem Verstorbenen nicht blutsverwandt ist. Die Regelungen dazu sind im Ehegattenerbrecht festgehalten. Wie hoch der Anteil am Nachlass ausfällt, wird dabei unter anderem vom Güterstand beeinflusst.

Existieren zum Zeitpunkt des Erbfalls weder Verwandte noch ein Ehegatte, tritt der Staat als gesetzlicher Erbe auf. Das Erbrecht wird in einem solchen Fall durch einen Beschluss des Nachlassgerichts festgestellt. Bevor es dazu kommt, wird allerdings eine Erbenermittlung durchgeführt. Im Gegensatz zu anderen Erbberechtigten hat der Staat nicht die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Allerdings haftet er für Nachlassverbindlichkeiten auch nur mit dem ererbten Nachlass. In der Praxis kommt das gesetzliche Erbrecht des Staates allerdings nur in seltenen Fällen zum Einsatz.

Welche Rechte und Pflichten haben die Erben?

Das Erbrecht gibt Auskunft über die rechtliche Stellung des Erben. Dies beinhaltet unter anderem die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Jeder Erbe kann die Annahme der Erbschaft und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten ablehnen. Sinnvoll ist dies zum Beispiel wenn der Nachlass überschuldet ist.

Eine Erbausschlagung erfordert eine ausdrückliche Erklärung, die dem BGB zufolge beim zuständigen Nachlassgericht abgegeben werden muss. Für die Ausschlagung gilt in der Regel eine Frist von sechs Wochen ab Kenntnis des Erbfalls.

Zu den Pflichten der Erben zählt allerdings auch die Haftung für Nachlassverbindlichkeiten. Das bedeutet, dass im Erbrecht auch die Schulden an die Nachkommen übergehen und von diesen mit ihrem Gesamtvermögen (Privatvermögen und Nachlass) zu begleichen sind.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, die aus dem Nachlass hervorgehenden Schulden zu beschränken, sodass das Privatvermögen dafür nicht verwendet werden muss. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Verfahren für eine Nachlassinsolvenz beantragt oder ein Nachlassverwalter bestellt wird.

„Mein letzter Wille“

Mit einem Testament können Sie die gesetzliche Erbfolge nach Ihren Wünschen verändern.

Mit einem Testament können Sie die gesetzliche Erbfolge nach Ihren Wünschen verändern.

Beim Testament handelt es sich um eine Option für eine Verfügung von Todes wegen. Der „letzte Wille“ verändert in der Regel die im Erbrecht definierte gesetzliche Erbfolge und passt diese den Wünschen des Erblassers an.

Das Testament kann sowohl als eigenhändiges Privattestament als auch als öffentliches Testament vor einem Notar verfasst werden. Dabei können die darin getroffenen Punkte und Formulierungen jederzeit vom Verfasser wieder geändert werden.

Einen Sonderfall beim letzten Willen bildet das Berliner Testament. Dabei handelt es sich laut Erbrecht um ein gemeinschaftlich beschlossenes Testament unter Eheleuten. Diese setzen sich darin gegenseitig als Alleinerben ein und bestimmen zudem, wer nach dem Tode des letzten Ehepartners erben soll. Nach dem Tod eines Ehegatten kann das Berliner Testament nicht mehr verändert werden.

Eine weitere Sonderform liegt beim sogenannten Behindertentestament vor. Durch diese Verfügung wollen die Eltern eines behinderten Kindes sicherstellen, dass dieses auch weiterhin die notwendigen Leistungen vom Staat erhält. Für die Durchführung wird in der Regel ein Testamentsvollstrecker bestellt.

Erbvertrag als Alternative zum Testament

Neben dem Testament sieht das Erbrecht auch den Erbvertrag als Verfügung von Todes wegen vor. Bei einem Erbvertrag handelt es sich um eine verbindliche Verpflichtung zwischen dem Erblasser und einem Dritten, mit dem sichergestellt wird, dass diese Person im Erbfall ein Vermögen erhält.

Gemäß dem Erbrecht bedarf der Erbvertrag einer notariellen Beurkundung und kann in der Regel danach nicht frei und einseitig widerrufen bzw. verändert werden. Eine Anpassung bedarf also der Zustimmung aller Vertragspartner. Verstirbt eine Partei, können keine Änderungen mehr vorgenommen werden.

Nicht selten wird der Erbvertrag in Verbindung mit einem Ehevertrag aufgesetzt. Juristen sprechen in einem solchen Fall von einem Ehe- und Erbvertrag.

Durch einen Erbvertrag kann die Unternehmensnachfolge gesichert werden. Der Betrieb kann durch den Vertrag in Etappen an den Nachfolger übergeben werden. Die endgültige Übergabe erfolgt aber erst mit dem Tod des Testierenden.

Wie hoch ist der Pflichtteil?

Wie groß fällt der Pflichtteil aus?

Wie groß fällt der Pflichtteil aus?

Laut dem Erbrecht steht den nahen Angehörigen eines Verstorbenen ein sogenannter Pflichtteil am Erbe zu. Der Pflichtteilsanspruch ist vor allem dann relevant, wenn Personen durch eine Verfügung von Todes wegen enterbt wurden.

Anspruch auf einen Pflichtteil der Erbschaft haben Ehegatten, Kinder und Eltern. Durch das Lebenspartnerschaftsgesetzes (LPartG) können zudem auch eingetragene Lebenspartner den Pflichtteil beanspruchen.

Nach dem Erbrecht steht einem Pflichtteilsberechtigten die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils zu. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang also die gesetzliche Erbfolge und die daraus hervorgehenden Erbteile.

Unter bestimmten Umständen kann der Anspruch auf den Pflichtteil am Nachlass entzogen werden. Möglich ist dies nach dem Erbrecht zum Beispiel dann, wenn künftige Erben dem Erblasser nach dem Leben trachten oder nach einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurden.

Wann gilt eine Person nach dem Erbrecht als erbunwürdig?

Trachten Sie einem Erblasser nach dem Leben, kann dies im Erbrecht zur Erbunwürdigkeit führen.

Trachten Sie einem Erblasser nach dem Leben, kann dies im Erbrecht zur Erbunwürdigkeit führen.

Die Erbunwürdigkeit gemäß dem deutschen Erbrecht liegt vor, wenn eine Person, die aufgrund der gesetzlichen oder gewillkürten Erbfolge erbberechtigt ist, kein Anrecht mehr auf eine Erbschaft hat. Damit eine Person als erbunwürdig gilt, muss ein anderer Erbe einen entsprechenden Antrag stellen und eine Klage einreichen.

Stellt das Gericht die Erbunwürdigkeit eines Erbberechtigten fest, verliert dieser alle Ansprüche sowie sein Erbrecht und erhält nicht einmal den Pflichtteil – er geht somit vollkommen leer aus. Weil ein solches Urteil weitreichende Folgen hat, enthält der Gesetzestext zum Erbrecht genaue Angaben zu den Gründen.

Die Gründe, die in Deutschland eine Erbunwürdigkeit zur Folge haben, sind im BGB verzeichnet. Dabei gilt die Faustregel: Wer sich dem Erblasser oder einem seiner nahen Angehörigen gegenüber einer Straftat schuldig macht, verwirkt damit sein Erbrecht. Dies ist zum Beispiel bei einem Tötungsversuch oder bei einer Testamentsfälschung der Fall.

Die Erbunwürdigkeit liegt auch vor, wenn der Verstorbene vor seinem Tod aufgrund von vorsätzlichem und widerrechtlichem Handeln nicht mehr in der Lage war, sein Testament aufzuheben oder zu verändern.

Verzicht auf das Erbe

Beim Erbverzicht handelt es sich um einen Vertrag, der zwischen dem Erblasser und einem potenziellen Erben geschlossen wird. Dieser vertraglich festgelegte Verzicht auf das Erbrecht ist nur mit einer notariellen Beglaubigung rechtsgültig.

Ein Erbverzicht kann sich dabei auf den gesetzlichen Erbteil, den Pflichtteil oder auf die Erbeinsetzung und Vermächtnisse erstrecken. Oftmals geht ein solcher Verzicht mit einer Gegenleistung einher. Häufig handelt es sich dabei um eine Abfindungszahlung, aber ein Erbverzicht ist auch zugunsten einer anderen Person möglich.

Die Gründe für einen Erbverzicht können vielfältig sein. Häufig findet dieser Verzicht auf das Erbrecht Anwendung, wenn ein Unternehmen oder ein Familienbesitz auf einen einzelnen Erbberechtigten übergehen soll und somit einer Aufteilung des Vermögensgegenstandes entgegenzuwirken.

Lassen sich künftige Erben vorzeitig ihr Erbe auszahlen, ist es ratsam, einen Erbverzichtsvertrag aufzusetzen, in dem auf weitere Ansprüche im Erbfall verzichtet wird.

Erbschein: Nachweis für das Erbrecht

Der Erbschein dient als Nachweis des Erbanspruchs.

Der Erbschein dient als Nachweis des Erbanspruchs.

Bei einem Erbschein handelt es sich um einen schriftlichen Nachweis, der Auskunft darüber gibt, dass eine Person rechtmäßiger Erbe eines Verstorbenen ist.

Ein solcher Nachweis ist im Erbrecht vor allem dann von großer Bedeutung, wenn kein Testament oder Erbvertrag die Verteilung des Nachlasses regelt.

Banken, Grundbuchämter, Versicherungen aber auch Vermieter verlangen häufig die Vorlage des Erbscheins, bevor sie sich dazu bereiterklären, eine Vertragskündigung oder Auszahlung durchzuführen.

Erteilt wird ein Erbschein durch das Nachlassgericht des letzten Wohnsitzes des Verstorbenen. Allerdings kann nach dem Erbrecht nicht jeder den Erbscheinsantrag stellen. Den Nachweis können nur berechtigte Erben oder entsprechende Stellvertreter (wie zum Beispiel Testamentsvollstrecker und Nachlassverwalter) erhalten.

Möchten Sie einen Erbschein beantragen? In diesem Fall müssen Sie selbst den Nachweis erbringen, dass Sie dazu berechtigt sind. Das Nachlassgericht benötigt dafür unter anderem folgende Unterlagen: Personalausweis, Sterbeurkunde, Familienstammbuch, ggf. Daten der Miterben und falls vorhanden die Vorlage von Testament oder Erbvertrag.

Erbschaftskauf: Wenn Erbteile veräußert werden

Ihren Anteil am Nachlass können Sie durch einen Erbschaftskauf veräußern.

Ihren Anteil am Nachlass können Sie durch einen Erbschaftskauf veräußern.

Ein Erbe kann seinen Erbteil veräußern. Im Erbrecht wird ein solcher Handel als Erbschaftskauf bezeichnet. Dieser bedarf eines notariell beurkundeten Kaufvertrages. Den Miterben einer Erbengemeinschaft steht dabei grundsätzlich ein Vorkaufsrecht zu.

Ein solcher Kaufvertrag ist erst nach dem Erbfall möglich, bestand dieser schon vorher, ist er ungültig. Der Käufer gilt durch einen Erbschaftskauf allerdings nicht als Erbe.

Da das Erbrecht aufgrund von verwandtschaftlichen Verhältnissen oder einer Verfügung von Todes wegen besteht, bleibt dieses auch weiterhin beim Verkäufer.

Der Käufer übernimmt aber durch den Kauf die Nachlassverwaltung, sodass sowohl Käufer als auch Verkäufer gemeinsam für mögliche Schulden gegenüber Nachlassgläubigern haften.

Es zeigt sich, dass es sich beim Erbrecht um ein komplexes Rechtsgebiet handelt, sodass es Laien nicht selten schwer fällt, die Vielzahl an Bestimmungen und Regelungen nachzuvollziehen. Außerdem sollten Sie insbesondere bei der Übertragung von Vermögenswerten mit äußerster Sorgfalt vorgehen. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufzunehmen, der sich auf das Erbrecht spezialisiert hat. Ebenso können Sie sich an einen Notar wenden, um mit diesem die Feinheiten bei Testament und Erbvertrag abzusprechen.
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