Erbschaftssteuer: Abgabe beim Vermögenserwerb von Todes wegen

Kurz und knapp

  1. Für die Berechnung der Erbschaftssteuer wird das Reinvermögen des Nachlasses (nach Abzug der Schulden) bewertet.
  2. Wie viel Steuern ein Erbe zahlen muss, wird durch den Verwandtschaftsgrad zum Erblasser und die Höhe des geerbten Nachlasses beeinflusst.
  3. Je nach dem persönlichen Verhältnis zum Erblasser, werden die Erben drei Erbschaftssteuerklassen zugeordnet.
  4. Durch einen gesetzlich festgelegten Freibetrag kann die Erbschaftssteuer auch entfallen.
Warum und ab wann muss man Erbschaftssteuer zahlen? Die Antworten finden Sie in unserem Ratgeber.

Warum und ab wann muss man Erbschaftssteuer zahlen? Die Antworten finden Sie in unserem Ratgeber.

Durch eine Verfügung von Todes wegen – wie einem Testament oder einem Erbvertrag – können Sie Ihr Vermögen für den Fall Ihres Ablebens nach Ihren Wünschen an Verwandte und Freunde verteilen. In der Entscheidung, wer welchen Nachlasswert erhält, sind Sie dabei, abgesehen von Pflichtteilsansprüchen, relativ frei. Allerdings kann es unter Umständen dazu kommen, dass auch der Staat einen Teil Ihres Erbes verlangt, denn in Deutschland kann die Erbschaftssteuer anfallen.

Beim Begriff „Erbschaftssteuer“ handelt es sich um eine Wortzusammensetzung, bei welcher im allgemeinen Sprachgebrauch die ursprünglichen Wörter durch den Fugenlaut „s“ verbunden werden. Dieses wird aber bei der offiziellen Benennung in Gesetzen nicht verwendet. Im nachfolgenden Ratgeber wird nur die Schreibweise mit Fugen-s verwendet, da diese verbreiteter ist.

Was ist die Erbschaftssteuer?

Die Grundlage für die Erbschaftssteuer in Deutschland bildet das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz.

Die Grundlage für die Erbschaftssteuer in Deutschland bildet das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz.

Bei der Erbschaftssteuer handelt es sich um eine Abgabe, die beim Vermögenserwerb von Todes wegen anfällt. Diese wird somit in dem Fall erhoben, dass Sie aufgrund von einem Todesfalls etwas erben.

Die Rechtsgrundlage für die Erbschaftssteuer in Deutschland bildet das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG). Gemäß Erbschaftssteuergesetz fällt diese Abgabe ab dem Augenblick an, ab dem die Erben ihren jeweiligen Anteil am Nachlass erhalten.

Daraus lässt sich schließen, dass der Erblasser selbst nicht für die Erbschaftssteuer aufkommen muss. Denn diese ist ausschließlich von den Erben zu tragen, sodass sich der Nachlass um den jeweiligen Steuersatz reduziert.

Laut § 1 ErbStG gelten unter anderem folgende Vorgänge als erbschaftssteuerpflichtig:

  • Erwerb von Todes wegen
  • Schenkungen unter Lebenden
  • Zweckzuwendungen
Als Zweckzuwendungen wird eine Form der Vermögensübertragung bezeichnet, welche der Auflage unterliegt, dass die Zuwendung für einen bestimmten Zweck verwendet wird. In der Regel handelt es sich dabei um einen Tatbestand, welcher der Erbschaftssteuer unterliegt. Allerdings ist eine Steuerbefreiung möglich, wenn Sie die Zuwendung ausschließlich für gemeinnützige Zwecke nutzen.

Wofür fällt Erbschaftssteuer an?

Haben Sie Kunstwerke als Wertanlage erstanden, müssen die bei der Erbschaftssteuermeldung angegeben werden.

Haben Sie Kunstwerke als Wertanlage erstanden, müssen die bei der Erbschaftssteuermeldung angegeben werden.

Die Erbschaftssteuer ist grundsätzlich für das gesamte Vermächtnis des Erblassers zu zahlen. Dabei werden die einzelnen Vermögenswerte zusammengerechnet. Daer persönliche Nachlass des Verstorbenen ist von der Steuerpflicht ausgenommen. Zum persönlichen Nachlass zählen unter anderem Tagebücher, Kleidung, Möbel und Schmuck.

Allerdings kommt es – insbesondere bei Schmuck – immer wieder zu Problemen mit der Einschätzung des persönlichen Nachlasses. Denn abhängig von den verwendeten Materialien kann es sich bei Schmuck um erhebliche Vermögenswerte handeln. Weshalb Gutachter teilweise zu der Einschätzung gelangen, dass dieser nicht unter die Regelung zur Steuerbefreiung fällt.

In der Regel gilt bei einer solchen Einschätzung der Grund des Erwerbs als ausschlaggebendes Kriterium. Haben Sie also Schmuck oder zum Beispiel Autos auch als Form der Vermögenssicherung erworben, verlangt der Gesetzgeber die Zahlung der Erbschaftssteuer.

Die Erbschaftssteuer wird nur für den Teil des Nachlasses erhoben, welcher beim Erben tatsächlich zu einer Form der Bereicherung führt. Es handelt sich dabei also um den Nettowert des Vermögens abzüglich aller Verbindlichkeiten. Als Nachlassverbindlichkeit zählen dabei unter anderem Schulden, Verbindlichkeiten aus Auflagen und Vermächtnissen, bestehende Pflichtteilsansprüche Dritter und die Kosten für die Beerdigung sowie die Grabpflege.

Welche Gegenstände aus dem Nachlass sind außerdem von der Erbschaftssteuer befreit?

Gemäß Erbschaftssteuergesetz fallen für Möbel in den meisten Fällen keine Steuern an.

Gemäß Erbschaftssteuergesetz fallen für Möbel in den meisten Fällen keine Steuern an.

Grundsätzlich müssen Sie jede Art von Vermögenszugewinn, den Sie von Todes wegen erhalten, versteuern. Allerdings gewährt der Gesetzgeber den Erben – abhängig von der Beziehung zum Erblasser – bestimmte Freibeträge. Die Steuer fällt somit erst an, wenn dieser Freibetrag überschritten wird.

Dabei sind bestimmte Erbgegenstände generell von der Erbschaftssteuer befreit und belasten deshalb auch nicht den persönlichen Freibetrag der jeweiligen Erben. Dazu zählen unter anderem:

  • Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 Euro (Steuerklasse I) bzw. 12.000 Euro (Steuerklasse II und III)
  • andere bewegliche Sachen außer dem Hausrat bis zu einem Wert von 12.000 Euro (nur Steuerklasse I)
  • Kunstgegenstände und -sammlungen
  • Grundbesitz, welcher dem Allgemeinwohl dient
  • Nachlass, der ausschließlich kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Zwecke erfüllt
  • Erbe, welches an politische Parteien geht

Der Hausrat und die sonstigen beweglichen Sachen schließen weder Geld, Wertpapiere, Münzen, Edelmetalle noch Edelsteine ein. Dabei handelt es sich vor allem um Mobiliar sowie die Wäsche und Kleidung des Erblassers.

Gemäß § 13 ErbStG ist zudem ein Betrag von 20.000 Euro für Personen steuerfrei, welche den Erblasser unentgeltlich oder nur gegen ein unzureichendes Entgelt zu dessen Lebzeiten pflegten.

Grundlagen der Erbschaftssteuer: Steuerklassen und Freibetrag

Erbschaftssteuer: Wie viel Prozent diese vom Erbe beträgt, hängt vom Verwandtschaftsverhältnis ab.

Erbschaftssteuer: Wie viel Prozent diese vom Erbe beträgt, hängt vom Verwandtschaftsverhältnis ab.

Um die Erbschaftssteuer zu berechnen, sind zwei Faktoren von großer Bedeutung. Dabei handelt es sich zum einen um die Zuordnung der Erben in verschiedene Steuerklassen, welche sich aus dem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Erblasser ergibt. Zum anderen nehmen die jeweiligen Freibeträge Einfluss auf die zu zahlenden Steuerabgaben.

Dabei existieren in Deutschland insgesamt drei verschiedene Steuerklassen für die Erbschaftssteuer. Diese setzen sich gemäß § 15 ErbStG wie folgt zusammen:

  • Steuerklasse I: nahe Verwandte und ehelich Lebenspartner
    • Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner
    • Kinder und Stiefkinder
    • Enkel
    • Eltern und Großeltern (beim Erwerb von Todes wegen)
  • Steuerklasse II: entfernte Verwandte
    • Eltern und Großeltern (solange diese nicht zu Steuerklasse I zählen)
    • Geschwister
    • Nichten und Neffen
    • Stiefeltern
    • Schwiegertöchter und -söhne
    • Schwiegereltern
    • geschiedene Ehegatten bzw. Lebenspartner aus einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft
  • Steuerklasse III: restliche Erben

Die Zuordnung zu einer bestimmten Steuerklasse wirkt sich direkt auf die Höhe der Erbschaftssteuersätze und die geltenden Freibeträge aus. Dabei gilt die Faustregel: Je näher der Verwandtschaftsgrade, desto höher fallen die Freibeträge aus und desto niedriger ist jeweilige Steuersatz der Erbschaftssteuer.

Darüber hinaus nimmt auch der Nachlasswert des tatsächlichen Erbes Einfluss auf die Höhe der Steuersätze. Denn wenn das Erbe den geltenden Freibetrag überschreitet, muss der Überschuss entsprechend versteuert werden.

Liegt die Freibetrag über dem tatsächlichen Wert des Erbes, fällt keine Erbschaftssteuer an. Dies ist auch der Grund, weshalb es sich laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2015 nur bei rund 34 Prozent der Nachlasswerte um steuerpflichtige Vermögensübergänge handelte.

Steuerklasse I: Erbschaftssteuer für Ehegatten, Kinder und Co.

Bei der Erbschaftssteuer werden Ehegatten besonders bevorzugt.

Bei der Erbschaftssteuer werden Ehegatten besonders bevorzugt.

Die erste Steuerklasse umfasst eheliche Lebenspartner und nahe Angehörige. Ein solch nahes Verwandtschaftsverhältnis besteht bei einer geraden Abstammungslinie. Dies schließt Kinder und Eltern, ebenso wie Enkeln und Großeltern ein.

Durch die Zugehörigkeit zu Steuerklasse I profitieren die Erben von vergleichsmäßig niedrigen Erbschaftssteuersatz und erhalten zugleich höhere Freibeträge. Allerdings differieren innerhalb der Steuerklasse die Freibeträge.

Die nachfolgende Tabelle zeigt unter anderem, wie hoch – gemäß dem Gesetz zur Erbschaftssteuer – jeweils der Freibetrag für Kinder, Enkel oder Ehegatten ausfällt:

Beziehung zum ErblasserFreibetrag
Ehepartner und Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft500.000 €
Kinder, Enkelkinder (deren Eltern verstorben sind), Stief- und Adoptivkinder400.000 €
Enkelkinder200.000 €
Eltern und Großeltern100.000 €
Bei der Erbschaftssteuer stehen Stiefkinder den leiblichen oder adoptierten Abkömmlingen in nichts nach, denn auch für sie gilt ein Freibetrag von 400.000 Euro. Außerdem profitieren sie ebenso vom vergünstigten Steuersatz.

Wie hoch die Abgaben für die Erbschaftssteuer ausfallen, wird durch das geerbte Vermögen beeinflusst. Dafür ist allerding nur der Betrag relevant, der oberhalb des Freibetrags liegt. Abhängig von der Höhe des Erbes sieht das ErbStG folgende Steuersätze vor:

Höhe des ErbesSteuersatz
Bis 75.000 €7 %
Bis 300.000 €11 %
Bis 600.000 €15 %
Bis 6.000.000 €19 %
Bis 13.000.000 €23 %
Bis 26.000.000 €27 %
Ab 26.000.000 €30 %

Die Regelung zur Erbschaftssteuer soll nachfolgend an einem vereinfachten Beispiel verdeutlicht werden: Ein Erblasser hinterlässt sein gesamtes Vermögen seinem Enkelsohn. Dieser ist Alleinerbe, denn weitere Personen mit einem Erbanspruch existieren nicht mehr. Das Erbe beläuft sich nach Abzug möglicher Auslagen auf 275.000 Euro. Da bei der Erbschaftssteuer für Enkel nur ein Freibetrag von 200.000 € existiert, fallen für 75.000 Euro 7 Prozent Steuern an. Dies ergibt eine Erbschaftssteuer von 5.250 Euro.

Versorgungsfreibetrag für Ehegatten und Kinder

Beim Versorgungsfreibetrag handelt es sich um einen besonderen Freibetrag der Erbschaftssteuer.

Beim Versorgungsfreibetrag handelt es sich um einen besonderen Freibetrag der Erbschaftssteuer.

Zusätzlich zum regulären Freibetrag, welcher sich aus der jeweiligen Steuerklassen ergibt, wird überlebenden Ehegatten und Kindern ein weiterer Freibetrag für Erwerbe von Todes wegen gewährt. Die Bedingungen dafür sind in § 17 ErbStG festgelegt.

Demnach erhalten überlegende Ehegatten oder Lebenspartner einen besonderen Versorgungs­freibetrag von 256.000 Euro.

Allerdings reduziert sich dieser Betrag, wenn der Hinterbliebene andere Versorgungsbezüge – wie eine Betriebs- oder Hinterbliebenenrente – bezieht. In diesem Fall wird der Freibetrag mit dem voraussichtlichen Wert der Rente verrechnet, denn diese Bezüge sind nicht erbschaftssteuerpflichtig.

Bei Kindern und Stiefkindern wird dieser besondere Freibetrag bis zum Lebensalter von 27 Jahren gewährt. Die Höhe ist dabei abhängig vom Alter des Kindes zum Zeitpunkt des Todes gestaffelt. Wie hoch die Freibeträge für die verschiedenen Altersgruppen ausfallen, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Altersgruppe Freibetrag
Bis 5 Jahre 52.000 Euro
5 bis 10 Jahre41.000 Euro
10 bis 15 Jahre30.700 Euro
15 bis 20 Jahre 20.500 Euro
20 bis 27 Jahre 10.300 Euro
Auch Kinder erhalten den vollständigen Versorgungsfreibetrag nur dann, wenn sie nicht über eigene Versorgungsbezüge verfügen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Waisenrente handeln.

Steuerklasse II: Erbschaftssteuer für Geschwister und deren Abkömmlinge

Die Erbschaftssteuerklassen unterscheiden sich je nach Verwandtschaftsgrad zum Erblasser.

Die Erbschaftssteuerklassen unterscheiden sich je nach Verwandtschaftsgrad zum Erblasser.

In der zweiten Steuerklasse werden entfernte Verwandte zusammengefasst. Darunter fallen die Geschwister des Erblassers sowie deren Nachkommen. Darüber hinaus beinhaltet diese auch Stiefeltern und Schwiegerkinder.

Für die Steuerklasse II gilt ein einheitlicher Freibetrag von 20.000 Euro. Dieser ist somit bei der Erbschaftssteuer für Nichte, Neffe, Schwester und auch Schwiegertochter identisch. Allerdings variieren die Steuersätze je nach dem Wert des Nachlasses, wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich wird:

Höhe des ErbesSteuersatz
Bis 75.000 €15 %
Bis 300.000 €20 %
Bis 600.000 €25 %
Bis 6.000.000 €30 %
Bis 13.000.000 €35 %
Bis 26.000.000 €40 %
Ab 26.000.000 €43 %

Von diesem – im Vergleich zu Steuerklasse III – niedrigeren Steuersatz profitieren auch geschiedene Ehegatten und Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft. Der Gesetzgeber räumt ihnen dadurch eine Sonderstellung gegenüber den weiteren Erben, zu denen keinerlei Verwandtschaftsverhältnis besteht, ein.

Steuerklasse III: Erbschaftssteuer für alle restliche Erben

Beim Aufsetzen eines Testaments ist es sinnvoll, die Freibeträge der Erbschaftssteuer im Auge zu behalten.

Beim Aufsetzen eines Testaments ist es sinnvoll, die Freibeträge der Erbschaftssteuer im Auge zu behalten.

In der dritten Steuerklassen werden alle weiteren Erben zusammengefasst. Dies beinhaltet zum einen entfernte Verwandte wie zum Beispiel Tanten, Onkel, Cousins sowie Cousinen, zum anderen aber auch Freunde.

Sind Sie mit Ihrem Lebenspartner weder verheiratet noch befinden Sie sich in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, gelten auch für diesen gemäß ErbStG nur die Bedingungen von Steuerklasse III.

Deshalb kann sich eine Eheschließung mit Blick auf die Erbschaftssteuer aus finanzieller Sicht durchaus lohnen. Allerdings sollten diese Ersparnisse natürlich nicht der einzige Grund sein, den Bund fürs Leben einzugehen.

Für alle Erben der dritten Steuerklasse gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro. Damit entspricht dieser dem Grenzwert für die Erbschaftssteuerklasse II. Allerdings unterscheiden sich die Steuersätze teilweise deutlich, wie die Tabelle zeigt:

Höhe des ErbesSteuersatz
Bis 6.000.000 €30 %
Ab 6.000.000 €50 %
Es zeigt sich, dass die Erbschaftssteuer vor allem durch das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Erben beeinflusst wird. Denn so können unter Umständen auch die Freibeträge dazu führen, dass eine Abgabe für die Steuer entfällt. Erblasser sollten diese daher beim Aufsetzen eines Testaments auch im Hinterkopf behalten, damit die Erben größtmöglich vom Nachlass profitieren.

Wann wird die Erbschaftssteuer fällig?

Ab wann zahlt man Erbschaftssteuer? Fällig wird diese im Erbfall.

Ab wann zahlt man Erbschaftssteuer? Fällig wird diese im Erbfall.

Laut dem ErbStG entsteht die Steuerschuld mit dem Tod des Erblassers. Es existiert somit kein konkretes Datum, an welchem der Staat die Erbschaftssteuer einfordert.

Allerdings unterliegen sowohl Banken als auch Versicherungen einer Meldepflicht, weshalb sie die zuständigen Behörden über den Tod des Konto- bzw. Versicherungsinhabers informieren. Da in der Regel alle Vorgänge einen Nachweis des Erbrechts – also zum Beispiel ein Erbschein oder ein Testament – bedürfen, können die Institutionen gleichzeitig die Erben angeben. Aufgrund dieser Nennung, wird zeitnah ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung verschickt.

Erfolgt über Banken oder Versicherungen keine Erbschaftssteuermeldung, sind die Erben zu einer solchen verpflichtet, sofern kein notarielles oder gerichtlich eröffnetes Testament vorliegt. Ein Todesfall ist außerdem generell von den Erben anzuzeigen, wenn es sich bei einem Teil der Erbmasse um ein Betriebsvermögen handelt.

Die Erbschaftssteuer wird von dem Finanzamt erhoben, welches sich zuletzt um die Belange des Erblassers kümmerte. Die Einnahmen kommen dabei den Bundesländern zugute.

Wie wird die Erbschaftssteuer für ein Haus berechnet?

Erbschaftssteuer: Ein Freibetrag für Immobilien wird gewährt, wenn hinterbliebene Ehegatten oder Kinder das Wohneigentum nutzen.

Erbschaftssteuer: Ein Freibetrag für Immobilien wird gewährt, wenn hinterbliebene Ehegatten oder Kinder das Wohneigentum nutzen.

Gehören ein Haus oder eine Wohnung zur Erbmasse, fällt auch dafür in der Regel Erbschaftssteuer an. Daher ist es notwendig, den Wert der Immobilie zu ermitteln. Stichtag ist dafür der Todestag. Hat ein Gutachter den Wert beziffert, lässt sich die Erbschaftssteuer bei Immobilien genauso berechnen, als ob es sich dabei um Geldvermögen in entsprechender Höhe handelt.

In einem bestimmten Fall entfällt allerdings bei Immobilien die Erbschaftssteuer. Denn seit 2009 gilt geerbtes Wohneigentum, welches dem Ehegatten hinterlassen und gleichzeitig auch als Wohnsitz genutzt wird, als steuerfrei. Gehen Haus oder Wohnung an die Kinder, sind diese bis zu einer Größe von 200 Quadratmetern von der Steuer befreit.

Eine solche Befreiung von der Erbschaftssteuer bei Immobilien wird allerdings nicht vollkommen bedingungslos gewährt. So muss die Immobilie für zehn Jahre im Besitz der Erben verbleiben und von diesen genutzt werden, bis es möglich ist, diese zu veräußern. Für alle weiteren Bestandteile des Nachlasses ist darüber hinaus die Steuer zu entrichten.

Kann die Erbschaftssteuer verjähren?

Kommt es zu einer Unterbrechung, beginnt die Verjährungsfrist für die Erbschaftssteuer neu.

Kommt es zu einer Unterbrechung, beginnt die Verjährungsfrist für die Erbschaftssteuer neu.

Im deutschen Recht besteht die Möglichkeit, Ansprüche durchzusetzen in den meisten Fällen nur für einen begrenzten Zeitraum. Ist die Frist abgelaufen, erfolgt die Verjährung. Eine solche kann auch bei der Erbschaftssteuer eintreten.

Die Frist beläuft sich dabei auf fünf Jahre und beginnt im Folgejahr, nachdem Sie den Steuerbescheid erhalten haben. Traf der Bescheid also zum Beispiel am 7. Februar 2017 ein, beginnt die Frist für die Verjährung am 1. Januar 2018, sodass die Verjährung am 1. Januar 2024 erfolgt.

Allerdings können verschiedene Vorgänge dazu führen, dass die Verjährungsfrist unterbrochen wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie eine Stundung beantragt haben oder Vollstreckungsmaßnahmen Anwendung finden. Dadurch beginnt die Verjährungsfrist erneut.

Erbschaftsteuererklärung – Auskunft fürs Finanzamt

Mithilfe der Erbschaftsteuererklärung geben Sie Auskunft über das Vermögen, welches Sie durch eine Erbschaft erhalten haben.

Mithilfe der Erbschaftsteuererklärung geben Sie Auskunft über das Vermögen, welches Sie durch eine Erbschaft erhalten haben.

Haben Sie Vermögenswerte aufgrund einer Verfügung von Todes wegen oder der gesetzlichen Erbfolge erhalten? In diesem Fall fordert das Finanzamt die Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung.

Dies ist selbst dann notwendig, wenn Sie selbst der Meinung sind, dass aufgrund der geltenden Freibeträge keine Erbschaftssteuer anfällt. Denn die Entscheidung, ob etwas steuerpflichtig ist oder nicht, unterliegt grundsätzlich dem zuständigen Finanzamt.

Teilen mehrere Personen den Nachlass untereinander auf – liegt also eine Erbengemeinschaft vor – reicht eine gemeinsame Erklärung. Wurde ein Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter bestellt, fällt auch die Steuererklärung in dessen Aufgabenbereich.

Der Gesetzgeber schreibt für die Angaben zur Erbschaftssteuer ein spezielles Formular vor. Dabei handelt es sich um einen amtlichen Vordruck. In der Regel wird für eine solche Erklärung eine Frist von einem Monat festgesetzt. Allerdings besteht die Möglichkeit, eine Fristverlängerung zu beantragen.

Im Zuge der Erklärung sind alle zum Nachlass gehörenden Gegenstände und Vermögenswerte anzugeben. Aber auch die sogenannten Nachlassverbindlichkeiten sind aufzuführen, denn diese können die Steuerlast verringern. Dies beinhaltet unter anderem die Kosten für die Beerdigung sowie die Gebühren für den Erbschein oder eine Testamentsöffnung.

Machen Sie in der Erbschaftsteuererklärung unvollständige oder falsche Angaben, kann dies steuerstrafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei kann es sich unter anderem um Bußgelder handeln.

Erbschaftssteuer sparen – legale Steuertipps!

Mit diesen Tipps können Sie bei der Erbschaftssteuer sparen!

Mit diesen Tipps können Sie bei der Erbschaftssteuer sparen!

Häufig müssen Erben keine Erbschaftssteuer entrichten, weil die Freibeträge ausreichen. Allerdings kann insbesondere bei entfernten Verwandten und Freunden der Fall eintreten, dass die gesetzliche Steuerbefreiung nicht ausreicht.

Um vor allem die hohen Steuersätze der Steuerklasse III zu umgehen, haben Sie daher unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Schenkungen zu Lebzeiten
    Bei einer Schenkung handelt es sich um eine Vermögenszuwendung unter Lebenden, bei der grundsätzlich die gleichen Freibeträge wie für die Erbschaftssteuer gelten. Werden diese überschritten, fällt die Schenkungssteuer an. Allerdings gelten die Freibeträge nicht nur einmal, sondern könne alle zehn Jahre in Anspruch genommen werden.
  • Immobilienübertragung mit Nießbrauchrecht
    Übertragen Sie zu Lebzeiten Immobilien an Dritte, kann es ratsam sein, sich ein Nießbrauchrecht eintragen zu lassen.
  • Gutachten über Vermögenswerte
    Lassen Sie frühzeitig Gutachten erstellen, kann dies unter Umständen dazu beitragen, dass die Vermögenswerte niedriger angesetzt werden. Dies kann insbesondere bei Immobilien sinnvoll sein.
  • Adoption
    Adoptieren Sie zum Beispiel Nichten oder Neffen, wechseln diese in eine Steuerklasse mit höherem Freibetrag und günstigerem Prozentsatz.
  • Eheschließung
    Nach einer Heirat profitieren die Eheleute vom höchstmöglichen Freibetrag.
Ob ein solcher legaler Steuertrick in Ihrem Fall sinnvoll ist, sollten Sie gemeinsam mit einem Anwalt für Erbrecht abwägen. Dieser kann Sie auch über die langfristigen Folgen informieren und ggf. Alternativen empfehlen, die speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
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