Kindergeld: Voraussetzungen, Höhe der Auszahlung und Dauer

Kurz und knapp

  1. Kindergeld soll Familien in Deutschland finanziell entlasten, die Grundversorgung von Kindern gewährleisten und Kinderarmut entgegenwirken.
  2. Wer mit seinem Kind in Deutschland wohnt und lebt, hat ab der Geburt des Kindes Anspruch auf Kindergeld. Dies gilt ferner auch dann, wenn das Kind im Ausland lebt.
  3. Kindergeld muss bei der Familienkasse oder der Bundesagentur für Arbeit am besten im Vorfeld der Geburt beantragt werden. Beschäftigte im öffentlichen Dienst müssen das Kindergeld dagegen beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle beantragen.
  4. Erreichen Kinder das 18. Lebensjahr, muss bei der Familienkasse nachgewiesen werden, dass weiterhin eine schulische Ausbildung, eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert wird. Nur dann besteht bis zum 25. Lebensjahr und unter Umständen darüber hinaus Anspruch auf Kindergeld.
Kindergeld wird Familien zur Grundversorgung der Kinder vom Staat zur Verfügung gestellt.

Kindergeld wird Familien zur Grundversorgung der Kinder vom Staat zur Verfügung gestellt.

Kindergeld trägt zur finanziellen Entlastung von Familien in Deutschland bei. Es gehört zu den wichtigsten staatlichen Leistungen, weil es Familien direkt erreicht. Ziel ist es, die grundlegende Versorgung von Kindern sicherzustellen. Der Anspruch gilt grundsätzlich automatisch, bedarf aber eines entsprechenden schriftlichen Antrags. Ausgezahlt wird das Kindergeld von der Familienkasse.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Die aus Verbrauchersicht am häufigsten gestellte Frage lautet: “Für welche Personen kommt die Auszahlung von Kindergeld überhaupt in Frage?”

In der nachfolgenden Liste ist zusammengefasst, für wen in der Regel Kindergeld beansprucht werden kann:

  • leibliche Kinder
  • Stiefkinder
  • Pflegekinder (auch bei Adoption)

Notwendige Voraussetzung ist allerdings, dass beide Elternteile ihren Wohnsitz im Inland haben und ohne Beschränkung verpflichtet sind, Einkommenssteuern zu zahlen. Gesetzlich festgelegt ist die beschriebene Regelung in §§ 62 ff. Einkommenssteuergesetz (EStG).

Geregelt wird das Kindergeld nach den Vorschriften im Bundeskindergeldgesetz (BKKG).

Geregelt wird das Kindergeld nach den Vorschriften im Bundeskindergeldgesetz (BKKG).

Wer außerhalb Deutschlands lebt, kann unter Umständen auch Anspruch auch seinen Anspruch auf Zahlung von Kindergeld geltend machen.

Allerdings nur, wenn der ausländische Wohnsitz in einem EU-Mitgliedsstaat, Norwegen, Liechtenstein, der Schweiz oder in Island ist.

Für Ausländer oder im Ausland lebende Deutsche, die weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben und nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind, gelten besondere Regelungen nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG):

(3) Ein nicht freizügigkeitsberechtigter Ausländer erhält Kindergeld nur, wenn er
1.
eine Niederlassungserlaubnis besitzt,
2.
eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, die zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt oder berechtigt hat, es sei denn, die Aufenthaltserlaubnis wurde
a)
nach § 16 oder § 17 des Aufenthaltsgesetzes erteilt,
b)
nach § 18 Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes erteilt und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit darf nach der Beschäftigungsverordnung nur für einen bestimmten Höchstzeitraum erteilt werden,
c)
nach § 23 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes wegen eines Krieges in seinem Heimatland oder nach den §§ 23a, 24, 25 Absatz 3 bis 5 des Aufenthaltsgesetzes erteilt

Kindergeld: Staffelung der Beträge

In der Regel erhalten Sie im Zuge der Ehöhung des Kindergeldes, die zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist, für das erste und zweite Kind mindestens 194 Euro Kindergeld pro Monat. Sind Sie Eltern mehrerer Kinder, ist die Höhe durch deren Anzahl bedingt. Dem dritten Kind stehen grundsätzlich 200 Euro zu. Jedes weitere Kind erhält aktuell 225 Euro vom Staat.

Die nächste Kindergeld-Erhöhung ist laut Bundesregierung planmäßig für den ersten Juli 2019 angesetzt. Für jedes Kind sollen dann monatlich 10 Euro mehr ausbezahlt werden. Ein Anstieg um weitere 15 Euro ist zum 1. Januar 2021 geplant.

Über den Auszahlungstermin für das Kindergeld können Sie sich bei den Familienkassen unter der bundesweiten Rufnummer 0800 / 4 5555 33 (gebührenfrei) erkundigen. Zwischen Auszahlung und Eingang auf dem jeweiligen Konto betreffender Eltern können bis zu 3 Werktage liegen.

Kostenloser Kindergeld-Rechner

Zur Kindergeld-Berechnung können Sie den hier kostenlos zur Verfügung gestellten Kindergeld-Rechner nutzen. Er versteht sich allerdings nur als erste Orientierungshilfe.

Kindergeld oder Freibetrag?

Beim Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag muss in der Steuererklärung die Anlage Kind ausgefüllt werden.

Beim Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag muss in der Steuererklärung die Anlage Kind ausgefüllt werden.

Eltern müssen sich in Deutschland grundsätzlich entscheiden, ob Sie Kindergeld in Anspruch nehmen oder den sogenannten Kinderfreibetrag erhalten möchten.

In den meisten Fällen ist die monatliche Auszahlung des Kindergeldes profitabler. Bei Eingang Ihrer zusammen veranlagten Steuererklärung – inklusive der vollständig ausgefüllten “Anlage Kind” – entscheidet das Finanzamt welche Option für Sie am günstigsten ist.

Der Kinderfreibetrag besteht insgesamt aus zwei Teilen: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (auch sächlicher Kinderfreibetrag genannt) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Seit Anfang 2018 liegt de Höhe des Kinderfreibetrages bei 7.428 Euro.

Wie lange wird Kindergeld gezahlt?

Kindergeld erhält monatlich immer nur eine Person bzw. in der Regel ein Elternteil. Eine direkte Auszahlung an das betreffende Kind ist jedoch unter Umständen ebenso möglich. Vorausgesetzt das Kind führt einen eigenständigen Haushalt und versorgt sich selbst, ohne Unterhalt von den Eltern zu beziehen. Häufig fragen sich Eltern bis zu welchem Alter ihre Kinder anspruchsberechtigt sind. Nachfolgend sind die entsprechenden Zeiträume aufgelistet.

Laut Gesetz gibt es Kindergeld prinzipiell

  • für alle Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht überschritten haben,
  • für Kinder, die eine Berufsausbildung absolvieren und noch nicht älter als 25 Jahre alt sind,
  • für nicht erwerbsfähige Kinder, sofern diese noch nicht 21 Jahre alt sind.

Beim Kindergeld für Kinder mit Behinderung gibt es keine Altersgrenze.

Beim Kindergeld für Kinder mit Behinderung gibt es keine Altersgrenze.

Können Kinder keine Berufsausbildung aufnehmen, weil der entsprechende Ausbildungsplatz fehlt oder ist aus den gleichen Gründen eine Fortsetzung der beruflichen Laufbahn nicht möglich, gelten die gleichen Bestimmungen wie im zweiten Punkt der Liste.

Einzige Ausnahme: Kinder die von einer psychischen oder physischen Behinderung betroffen sind. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob einer beruflichen Ausbildung nachgegangen wird oder nicht. Sofern die Beeinträchtigung geistiger oder körperlicher Art bereits vor Abschluss des 25. Lebensjahres vorgelegen hat, wird staatliches Kindergeld ohne Altersgrenze fortlaufend ausbezahlt. Dies ist auch im Sinne des Kindschaftsrechts, laut dem Eltern gegenüber Kindern unterhaltspflichtig sind.

Kindergeld während der Ausbildung

Wenn Jugendliche nach erfolgreichem Abschluss der schulischen Laufbahn zeitnah eine Berufsausbildung beginnen, können sie bis zum Ende des 25. Lebensjahrs Kindergeld in Anspruch nehmen. Es werden in diesem Zusammenhang allerdings nur solche Ausbildungsplätze berücksichtigt, durch die sich Heranwachsende tatsächlich für einen späteren Beruf qualifizieren können.

Anspruch auf Kindergeld besteht auch während der Ausbildung.

Anspruch auf Kindergeld besteht auch während der Ausbildung.

In der Übergangszeit zwischen Schulabschluss und Einstieg in die weiterführende Berufsausbildung wird in aller Regel weiterhin Kindergeld gezahlt. Allerdings nur innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist von vier Monaten. Rechtzeitiges Bewerben um einen Ausbildungsplatz ist daher zu empfehlen.

Nur in Ausnahmefällen wird auch bei längerer Zwischenphase weiterhin Kindergeld entrichtet. Zum Beispiel, wenn es sich um eine spezielle Ausbildung handelt, für die nur wenige Betriebe in Frage kommen und deshalb längere Wartezeiten entstehen.

Außerdem müssen laut dem Bundeszentralamt für Steuern einige andere Voraussetzungen erfüllt sein, damit auch während der Ausbildungszeit Kindergeld bezogen werden kann. Nachfolgend sind diese aufgelistet:

  • mindestens 10 Stunden Ausbildungszeit pro Woche
  • Besuch einer allgemeinbildenden schulischen Einrichtung
  • ausbildungsbegleitender Besuch eines Betriebes

Kommt es dazu, dass ein angebotener Ausbildungsplatz vorsätzlich abgelehnt wird, gilt das Kind als nicht mehr ausbildungswillig. Folglich besteht für die Eltern dann nicht mehr die Möglichkeit, Kindergeld als staatliche Leistung zu beziehen, um die finanzielle Situation der Familie entlasten zu können.

Gibt es Kindergeld nach der ersten Ausbildung?

Der Anspruch auf Kindergeld endet in der Regel dann, wenn ein offizieller Abschluss erreicht ist, der den Auszubildenden oder die Auszubildende zum Ausüben eines Berufes befähigt.

Das heißt, sobald die Berufsschule erfolgreich abgeschlossen wurde, wird die Kindergeldzahlung im Regelfall eingestellt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Vertrag mit dem betreffenden Ausbildungsbetrieb möglicherweise weiterhin bestehen bleibt.

Ist ein Azubi allerdings gezwungen, seine Ausbildung wegen schwerer Krankheit oder Schwangerschaft vorübergehend zu unterbrechen, besteht der Kindergeld-Anspruch trotzdem weiterhin. Für junge Eltern, die sich um ihr Neugeborenes kümmern müssen, ist die Fortsetzung des Kindergeldes allerdings an die Mutterschutzfristen gebunden und gilt nicht während der gesamten Elternzeit.

Kindergeld für die zweite Ausbildung wird nur bis zum 25. Lebensjahr gezahlt.

Kindergeld für die zweite Ausbildung wird nur bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt.

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung – zwölf Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburten -, weil hier der Kinderschutz in besonderem Maße erforderlich ist.

Einige Elternteile fragen sich auch, was gesetzlich gilt, wenn der Nachwuchs nach abgeschlossener Erstausbildung eine zweite Ausbildung machen möchte. Unter Umständen ist dies tatsächlich möglich, sofern das Kind bei Antritt der Zweitausbildung noch nicht die Altersgrenze von 25 Jahren erreicht hat.

Als zweite bzw. weiterführende Berufsausbildung gelten vor allem Fortbildungsmaßnahmen wie beispielsweise der nach einer Gesellenprüfung angeschlossene Meister. Notwendige Voraussetzung der Kindergeld-Fortzahlung ist in jedem Fall, dass die erste Ausbildung vollständig und erfolgreich abgeschlossen wurde und den betreffenden Auszubildenden zu einem Beruf befähigt.

Kindergeld im Studium

Neben BAföG und Studienkrediten zählt das Kindergeld zu den wichtigsten finanziellen Leistungen, die es Studenten ermöglichen ihr Studium zu finanzieren.

Kindergeld wird wie auch bei Erstausbildung nur im Erststudium gewährt. Hierzu zählt mitunter auch ein aufbauender Master.

Kindergeld wird wie auch bei Erstausbildung nur im Erststudium gewährt. Hierzu zählt mitunter auch ein aufbauender Master.

Ob die staatliche Finanzierungshilfe während dem Studium in Anspruch genommen werden kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Den Antrag für das Kindergeld während der Studienzeit müssen die Eltern des jeweiligen Studenten bzw. der betreffenden Studentin stellen, da der Betrag diesen ausgezahlt wird. Unter Umständen kann das Kindergeld auch dem Kind selbst ausgezahlt werden.

Der Staat fördert das Studium allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wer sich nämlich einfach nur in einen Studiengang einschreibt, ohne tatsächlich regelmäßig an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen und den Leistungsanforderungen gerecht zu werden, ist laut Gesetzgeber nicht berechtigt Kindergeld zu beziehen.

Aus diesem Grund fordern die zuständigen Behörden in der Regel nicht nur eine gültige Immatrikulationsbescheinigung, sondern auch einen Leistungsnachweis. Wichtig ist demnach, dass Sie in regelmäßigen Abständen Belege vorbringen, die als Nachweis für ein ernsthaft betriebenes Studium gelten können. Außerdem geht die Familienkasse beim Kindergeld im Allgemeinen davon aus, dass bei stark abweichender Studienzeit das Ziel des Abschlusses in Frage steht. Dem Studierenden wird in diesem Fall unterstellt, nicht mehr die Absicht zu verfolgen, das Studium erfolgreich beenden zu wollen. Deswegen werden regelmäßige Nachweise über den Studienverlauf eingeholt.

Die Altersgrenze erhöht bei Studierenden von 18 auf 25 Jahre. Unter Umständen wird Kindergeld für Studenten auch noch nach Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Hierfür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die vom Gesetzgeber festgelegt wurden. In der nachfolgenden Liste sind diese zusammengefasst:

  • Zivildienst oder gesetzlicher Grundwehrdienst wurden im Vorfeld des Studiums absolviert.
  • Es wurde für nicht mehr als drei Jahre ein freiwilliger Wehrdienst geleistet.
  • Der Studierende war vor Aufnahme des Studiengangs als Entwicklungshelfer tätig. Diese Tätigkeit hat die betreffende Person vom Zivil- bzw. Grundwehrdienst freigestellt. Die Dauer der Tätigkeit darf den Zeitraum eines Grundwehrdienstes nicht überschritten haben.

Beim Kindergeld kann wegen absolviertem Grundwehrdienst die Altersgrenze angehoben werden.

Beim Kindergeld kann wegen absolviertem Grundwehrdienst die Altersgrenze angehoben werden.

Wenn die genannten Kriterien erfüllt sind, wird der Zeitraum der beschriebenen Dienste bzw. Tätigkeiten nicht auf das 25. Lebensjahr aufaddiert. Kindergeld kann unter diesen Voraussetzungen nach dem 25. Lebensjahr solange weiterhin gezahlt werden, wie der Dienst gedauert hat.

Da die Verpflichtung zum Wehrdienst allerdings seit 01.07.2011 aufgehoben ist, profitieren nur solche Studenten von einer Kindergeld-Fortzahlung, die vor diesem Stichtag einen Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst abgeleistet haben. Es gibt auch noch weitere Ausnahmen, die eine Verlängerung ermöglichen. Hierzu zählt u. a. eine Unterbrechung wegen Schwangerschaft.

Anspruchsberechtigung für Kindergeld im Zweitstudium?

Seit 2012 wird bezüglich des Kindergeldes eine genaue Unterteilung in Erst- und Zweitstudium vorgenommen. Der Bachelor gilt hierbei als erste Ausbildung, sofern der Abschluss erlangt wurde. Liegt somit die erste abgeschlossene Berufsausbildung vor, ist der Staat nicht verpflichtet weiterhin Kindergeld zu zahlen. Es kommt jedoch auch vor, dass der Master als Teil der Erstausbildung aufgefasst wird. Hintergrund ist, dass der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt nicht in allen Branchen als vollwertige Berufsausbildung anerkannt wird und sich daher einige Studenten gezwungen sehen den Master anzuschließen.

Anspruch auf Kindergeld auch wenn Kind im Ausland lebt?

Das Abitur ist geschafft und dem Prüfungsstress wird vorerst Lebewohl gesagt. Nicht selten sehnen sich Schüler nach einer Auszeit, bevor der Lernstress im Studium von Neuem beginnt. Vor allem das sogenannte “Work and Travel” hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Trend entwickelt. Australien, Neuseeland, USA – Hauptsache Abenteuer.

Der Kindergeldanspruch geht in diesem Fall jedoch verloren. Ab dem Folgemonat der Notenbekanntgabe wird dann in der Regel kein Kindergeld mehr ausgezahlt.

Der Bundesfinanzhof hat hierzu entschieden, dass es sich bei der Teilnahme an “Work and Travel” lediglich um einen gewöhnlichen Auslandsaufenthalt handelt. Folge: Dieser gilt nicht als Berufsausbildung und daher kann kein Anspruch auf Kindergeld geltend gemacht werden. Ein Kindergeldanspruch bestehe nur bei einem Sprachaufenthalt im Ausland, wenn dieser mit einem theoretisch-systematischen Sprachunterricht kombiniert werde (Aktenzeichen III B 119/08).

Kindergeld-Anspruch für "Work and Travel" besteht nicht.

Kindergeld-Anspruch für “Work and Travel” besteht nicht.

Für Kinder ohne Ausbildungsplatz besteht allerdings in Ausnahmefällen die Möglichkeit, auch während eines Auslandaufenthaltes Anspruch auf Kindergeld zu haben. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, ob sich das betreffende Kind nach dem abgeschlossenen Abitur ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht hat oder nicht. Wurden Bemühungen unternommen, kann Kindergeld auch im Ausland bezogen werden.

Wer sich innerhalb von vier Monaten nach Erhalt des Abiturzeugnisses ernsthaft um eine Ausbildung oder einen Studienplatz bewirbt, aber keinen Erfolg erzielt, der findet durchgängig Berücksichtigung beim Kindergeldanspruch. Wird der Bewerbungsprozess allerdings erst nach Ablauf der viermonatigen Frist begonnen, wird das Kind erst ab dem Monat der ersten Bewerbung als Kind ohne Ausbildungsplatz berücksichtigt.

Kindergeld-Nachzahlung: Wenn Sie Ihr Kindergeld nicht bekommen haben

Warum es zu einer Nachzahlung des Kindergeldes kommt, kann verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel wenn eigentlich laut Gesetz ein Anspruch bestand, aber nicht gezahlt wurde. Vollenden Kinder das 18. Lebensjahr und sind somit volljährig, wird bis auf Weiteres die Zahlung eingestellt. Familienkassen zahlen in diesem Fall erst dann wieder, wenn ein entsprechender Antrag für die Fortzahlung nach dem 18. Lebensjahr eingegangen ist.

Für Eltern arbeitsloser und arbeitssuchender Kinder unter 21 Jahren kommt dies in Frage. Weiterhin sind auch Eltern antragsberechtigt, deren Kinder sich nach dem 18. Lebensjahr weiterhin in einer schulischen Erstausbilung bzw. einem Erststudium befinden. Nach Bewilligung des Antrages wird das Kindergeld dann durch eine vollständige Nachzahlung auf den aktuellen Stand gebracht.

Zum 01.01.2018 ist in diesem Kontext allerdings eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die es zu beachten gilt. Bis zum Januar 2018 war es möglich Kindergeld rückwirkend für einen Zeitraum von maximal vier Jahren nachgezahlt zu bekommen.

Seit dem Stichtag der Gesetzesneuerung ist dies nicht mehr möglich. Der neu eingefügte Absatz in § 66 des Einkommensteuergesetzes (EStG) lautet:

Das Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.

In der Praxis bedeutet dies für Erziehungsberechtigte Folgendes: Für Anträge die nach dem 31.12.2017 bei der Familienkasse eingegangen sind, kann rückwirkend nur noch für die letzten sechs Kalendermonate vor dem Eingang des Antrages Kindergeld nachgezahlt werden.

Der neue Absatz im Gesetzestext gilt jedoch nur im Bezug auf Erhebungsverfahren. Von den Änderungen im Gesetz nicht betroffen sind hingegen Festsetzungsverfahren. Mit anderen Worten: Die neue Regelung gilt nur für Neuanträge, nicht aber für die Erfassung von Zeiträumen, für welche wegen der Anwendung einer Korrekturnorm rückwirkend Kindergeld festgesetzt wurde.

Zu einem Festsetzungsverfahren, bei dem Kindergeldzahlungen über die sechsmonatige Grenze zurückreichen, soll es ohnehin nur dann kommen, wenn laut Familienkasse das Vorliegen der dafür entsprechenden Voraussetzungen ohne weitere Prüfung festgestellt werden kann.

Besondere Regelungen gelten beim Kindergeld für Beamte im öffentlichen Dienst, wie zum Beispiel Lehrer.

Besondere Regelungen gelten beim Kindergeld für Beamte im öffentlichen Dienst, wie zum Beispiel Lehrer.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein erkennbares Interesse des Kindergeldberechtigten gegeben ist.

Öffentlicher Dienst wäre beim Kindergeld ein solcher Fall. Hierzu zählen beispielsweise Lehrer oder Verwaltungsbeamte im Rathaus.

Erhält zum Beispiel ein Beamter im öffentlichen Dienst als Teil seiner Beamtenbesoldung einen Zuschlag für die Familie, wird dessen Höhe durch die Anzahl der Kinder bestimmt, für die der betreffende Beamte Anspruch auf Kindergeld hat.

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