Kindesunterhalt – Wann müssen die Elternteile zahlen?

Kurz und knapp

  1. Kindesunterhalt kann sowohl minderjährigen als auch volljährigen Kindern zustehen.
  2. Unterhalt für das Kind müssen zumeist die Elternteile leisten.
  3. Die Höhe des Kindesunterhalts berechnet sich in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle.
  4. Zahlt der Unterhaltspflichtige keinen Kindesunterhalt, kann ein Unterhaltsvorschuss beim Jungendamt beantragt werden.
Was genau der Kindesunterhalt ist und wer diesen zahlen muss, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was genau der Kindesunterhalt ist und wer diesen zahlen muss, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Die Regelungen zum Kindesunterhalt sind sowohl für eheliche als auch für nichteheliche Kinder identisch. Beide Elternteile stehen in der Unterhaltspflicht. Der Kindesunterhalt kann sowohl als Natural- als auch als Barunterhalt geleistet werden. Beim Unterhalt für das Kind wird zwischen minderjährigen und volljährigen Bedürftigen unterschieden.

Kostenloser Kindesunterhaltsrechner

Mit dem folgenden Rechner können Sie vorab den möglichen Unterhalt für Ihr Kind ermitteln (nur Orientierungswert):

Was ist Kindesunterhalt?

Unterhalt für das Kind müssen beide Elternteile leisten.

Unterhalt für das Kind müssen beide Elternteile leisten.

Per Gesetz besteht u. a. für Verwandte in gerader Linie eine Unterhaltspflicht gemäß § 1601 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dementsprechend sind beispielsweise Eltern gegenüber ihren Kindern zum Unterhalt verpflichtet. Sofern die Eltern oder ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in einem Haushalt leben, stehen beide in der Unterhaltspflicht.

Wenn die Kinder noch minderjährig sind besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Kindesunterhalt. Auch volljährige Kinder, die sich noch in der Erstausbildung befinden und unverheiratet sind, haben in der Regel einen Anspruch auf Kindesunterhalt. Dieser bleibt theoretisch solange bestehen, bis das Kind seinen Lebensbedarf selbst decken kann bzw. bis zum Abschluss der Erstausbildung.

Nach einer Trennung muss der Unterhalt in der Regel weiterhin von beiden Elternteilen geleistet werden. Inwiefern die Elternteile Unterhalt für gemeinsame Kinder leisten müssen, wie hoch dieser ist und was genau passiert, wenn ein Elternteil der Unterhaltspflicht nicht nachkommt, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Welche Formen von Unterhalt für Kinder gibt es?

Wenn die Eltern, ob in einer Ehe lebend oder nicht, im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind leben, leisten sie beide Ihren Unterhaltsanteil in Form von Betreuung, Lebensmitteln, Unterkunft etc. Getrennt lebende Eltern müssen aber dennoch ihren Unterhaltspflichten nachkommen. Dazu gibt es zwei verschiedene Formen von Unterhalt, welche zum Lebensbedarf des Kindes dienen können.

Der Elternteil, welcher getrennt vom Kind lebt, ist dazu verpflichtet Barunterhalt zu leisten. Der Kindesunterhalt wird dementsprechend in der Regel monatlich im Voraus an das unterhaltsberechtigte Kind gezahlt. Der Mindestbedarf kann durch die Düsseldorfer Tabelle sowie aus dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen berechnet werden.

Der andere Elternteil, bei welchem das Kind lebt, steht ebenfalls in der Unterhaltspflicht. Der Kindesunterhalt wird hier in Form von Naturalien wie Lebensmitteln, Unterkunft, Betreuung, Bildung etc. abgeleistet. Dies nennt sich Naturalunterhalt. Bei getrennten Eltern, die in etwa in gleichem Umfang die Betreuung ihres Kindes wahrnehmen (Wechselmodell), sind zumeist barunterhaltspflichtig.

Welche Kinder haben einen Anspruch auf Kindesunterhalt?

Die Unterhaltszahlungen für das Kind müssen in der Regel monatlich im Voraus gezahlt werden.

Die Unterhaltszahlungen für das Kind müssen in der Regel monatlich im Voraus gezahlt werden.

Generell ist es wichtig zu wissen, dass minderjährige und schulpflichtige Kinder unterhaltsberechtigt sind.

Davon ist unabhängig, ob die Kinder ehelich, nicht ehelich oder adoptiert sind. Der Anspruch auf Kindesunterhalt bei Minderjährigen besteht grundsätzlich.

Aber auch volljährige Kinder sind unter bestimmten Bedingungen unterhaltsberechtigt.

Dazu zählt beispielsweise, wenn Kinder sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befinden oder die erste Berufsausbildung noch nicht abgeschlossen haben. Von welchen Bedingungen der Kindesunterhalt eines volljährigen Kindes abhängig ist, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Übrigens: Elternteile, die ein Stief- oder Pflegekind haben, sind nicht dazu verpflichtet, Kindesunterhalt zu zahlen. Es besteht kein Unterhaltsanspruch.

Minderjährige Kinder

Gemäß § 1602 BGB ist derjenige unterhaltsberechtigt, welcher nicht imstande ist, sich selbst zu unterhalten. Dazu zählen vor allem minderjährige Kinder, die noch im Elternhaus leben und in der allgemeinen Schulausbildung sind. Muss ein Kind innerhalb der allgemeinen Schulbildung eine Jahrgangsstufe wiederholen, ändert dies nichts an seinem Anspruch auf Kindesunterhalt.

Kindesunterhalt muss in der Regel auch bei Kindern in der Ausbildung gezahlt werden.

Kindesunterhalt muss in der Regel auch bei Kindern in der Ausbildung gezahlt werden.

Der Elternteil, welcher nicht mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebt, ist dazu verpflichtet einen monatlichen Barunterhalt zu leisten. Dieser berechnet sich in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle und dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen.

Der Unterhalt fürs Kind wird zwar an den Elternteil, bei welchem das Kind lebt, gezahlt, allerdings steht die Geldrente ausschließlich dem Kind zu.

Deshalb kann der Kindesunterhalt auch nicht gekürzt werden, weil sich ein Elternteil beispielsweise nicht an Absprachen hält oder das Kind mit dem Unterhaltspflichtigen im Urlaub ist.

Volljährige Kinder

Privilegierte volljährige Kinder haben in der Regel ebenfalls einen Anspruch auf Kindesunterhalt. Sie sind privilegiert, wenn sie:

  • sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden,
  • höchstens 20 Jahre alt sind,
  • im gemeinsamen Haushalt eines Elternteils leben und
  • unverheiratet sind.
Ab dem 18. Geburtstag sind beide Elternteile dazu verpflichtet Unterhalt zu zahlen, sofern das Kind nicht selbstständig seinen Lebensbedarf decken kann. Der Elternteil, bei welchem das Kind wohnt, kann diesen Geldbetrag auch mit dem Kost- und Taschengeld verrechnen. Das Kindergeld wird wie ein Einkommen des Kindes vom Unterhaltsbedarf abgezogen.

Bei volljährigen Kindern kann der Unterhaltspflichtige damit rechnen, dass ein Anspruch auf Unterhalt für das Kind besteht. Wie sich dies verhält, wenn die Kinder nach der allgemeinen Schulausbildung eine Lehre oder ein Studium anstreben, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Kostenloser Kindergeld-Rechner

Finden Sie mithilfe des folgenden Rechners heraus, wie hoch das in Abzug zu bringende Kindergeld in Ihrem Fall ausfällt:

Kinder in der Ausbildung oder im Studium

Kindesunterhalt steht in der Regel auch einem Studenten zu.

Kindesunterhalt steht in der Regel auch einem Studenten zu.

Auszubildende und Studierende können einen Anspruch auf Kindesunterhalt haben. Jedes Kind kann dabei die Finanzierung einer schulischen sowie beruflichen Ausbildung geltend machen.

Aber auch das Kind steht in einer Pflicht. Es muss dafür sorgen, dass es diese Ausbildung zielstrebig und in einer angemessenen bzw. üblichen Zeit absolviert.

Ein volljähriges Kind, welches sich noch in der Ausbildung oder im Studium befindet und auf eine eigene Wohnung angewiesen ist, hat einen Anspruch auf einen festen Bedarfssatz, der sich unabhängig vom Einkommen der Eltern aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt. Dieser beträgt derzeit 735 Euro zzgl. des Krankenkassenbeitrags.

Lebt das Kind weiterhin im Haushalt mit einem Elternteil oder in einer eigenen Wohnung, wird die Ausbildungsvergütung auf den Unterhalt angerechnet. Befindet sich die Ausbildungsstelle oder der Studienplatz in unmittelbarer Nähe des Wohnortes, kann der Elternteil, bei welchem das Kind wohnt, dem Volljährigen eine eigene Wohnung verweigern.

Sollte das Kind sich beruflich umorientieren, besteht für eine angemessene Übergangszeit in der Regel weiterhin ein Anspruch auf Kindesunterhalt. Auch ein Studium, welches fachlich auf der Ausbildung aufbaut und anknüpft, kann durch Unterhaltszahlungen für das Kind unterstützt werden.

Mehrere Kinder mit Unterhaltsanspruch: Wer hat Vorrang?

Es ist zu beachten, dass minderjährige Kinder den privilegierten Volljährigen gleichgestellt sind. Hat ein Unterhaltspflichtiger also mehrere Kinder, muss er für alle Kinder gleichermaßen Unterhalt zahlen. Anschließend folgen in der Rangfolge Ehegatten und Eltern mit einem Anspruch auf Unterhalt vor den volljährigen Kindern, die sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden.

Bekommt der Unterhaltspflichtige Nachwuchs mit einem neuen Partner, ist es durchaus möglich, dass er den Unterhaltsansprüchen seiner Kinder nicht mehr gerecht werden kann. Dabei handelt es sich um einen Mangelfall. Zunächst bekommen ranghöhere Kinder den vollen Bedarfssatz bzw. einen entsprechenden Anteil an Kindesunterhalt. Bleibt dann nichts mehr übrig, gehen rangniedrigere Kinder leer aus.

Welcher Elternteil muss Unterhalt zahlen?

Kindesunterhalt für mehrere Kinder wird im Mangelfall anteilig berechnet.

Kindesunterhalt für mehrere Kinder wird im Mangelfall anteilig berechnet.

Per Gesetz wird sowohl vom betreuenden als auch vom barunterhaltspflichtigen Elternteil gesprochen. Der Elternteil, bei welchem das Kind lebt, ist dazu verpflichtet, Naturalunterhalt zu leisten. Als Unterhalt bekommt das Kind daher Unterkunft, Lebensmittel, Betreuung etc.

Der andere Elternteil muss in aller Regel Barunterhalt leisten. Dieser wird monatlich und im Voraus gezahlt. Es ist dabei unabhängig, ob die Elternteile verheiratet waren oder nicht. Beide Elternteile sind in der Regel verpflichtet Kindesunterhalt zu zahlen. Auch wenn beide Elternteile sich mit der Betreuung des Kindes abwechseln, kann für beide eine Barunterhaltspflicht anteilig für die Betreuungszeit anfallen.

Nach dem 18. Geburtstag müssen Eltern aller Regel nach Barunterhalt leisten. Dies gilt für beide Elternteile. Wohnt das Kind noch bei einem Elternteil, kann dieses den Barunterhalt mit Nahrung, Unterkunft und Taschengeld ausgleichen.

Wie lange besteht der Unterhaltsanspruch für Kinder?

Für minderjährige Kinder besteht in der Regel immer ein Anspruch auf Kindesunterhalt. Dieser bleibt solange bestehen, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Eine Umorientierung ist dabei durchaus möglich. Der Unterhaltsanspruch bleibt in der Regel bestehen.

Auch in der Zeit, in welcher das volljährige Kind ein Studium an die Ausbildung anknüpft, kann der Anspruch auf Kindesunterhalt bestehen. Benötigt das Kind nach dem Schulabschluss etwas Zeit, um einen geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatz zu finden, kann dem Kind ein Überbrückungsunterhalt zustehen.

Behinderte Kinder, welchen es nicht möglich ist, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu verdienen, können ein Leben lang unterhaltsberechtigt sein.

Wann entfällt der Unterhaltsanspruch?

Die Höhe vom Unterhalt für ein Kind wird in der Regel anhand der Düsseldorfer Tabelle bestimmt.

Die Höhe vom Unterhalt für ein Kind wird in der Regel anhand der Düsseldorfer Tabelle bestimmt.

Der Anspruch auf Unterhalt für das Kind kann unter bestimmten Bedingungen auch entfallen. Allerdings ist es nicht möglich, dass das Kind auf seinen Unterhaltsanspruch verzichtet (§ 1614 BGB). Der Anspruch auf Kindesunterhalt entfällt in der Regel gänzlich, wenn:

  • der unterhaltspflichtige Elternteil sehr viel weniger verdient als der betreuende Elternteil.
  • das Kind über ein so hohes Vermögen verfügt, dass es sich selbst unterhalten kann. Dabei muss es sich allerdings nur Erträge seines Vermögens anrechnen lassen.
  • das volljährige Kind heiratet.
  • das volljährige Kind eigene Einkünfte hat.
  • das volljährige Kind seiner Arbeitspflicht nicht Folge leistet und das Studium endgültig abbricht oder der Ausbildung nicht nachgeht etc.

Auch wenn das Kind arbeitslos ist und sich nicht um eine Tätigkeit kümmert, kann der Anspruch auf Kindesunterhalt entfallen. Das Kind muss sich bei einer Erwerbslosigkeit auch um eine einfache und berufsfremde Tätigkeit kümmern, um seinen Lebensunterhalt zu beschreiten.

Wie bemisst sich der Unterhalt für das Kind?

Von Familiengerichten wird in der Regel die Düsseldorfer Tabelle zu Hilfe gezogen, wenn es um die Berechnung des Kindesunterhalts geht. Der Mindestunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle orientiert sich am Existenzminimum und wird in Abhängigkeit des Lebensalters des Kindes und des Einkommens der Eltern gesetzt.

Spätestens alle zwei Jahre werden die Bedarfssätze in der Düsseldorfer Tabelle angepasst. Liegt das Einkommen der Eltern so hoch, dass es in der Düsseldorfer Tabelle für den Kindesunterhalt nicht mehr berücksichtigt wird, muss das Kind einen höheren Lebensbedarf darlegen.

Wie hoch ist der Selbstbehalt?

Der unterhaltspflichtige Elternteil muss auch selbst seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dazu steht ihm ein Selbstbehalt seines Einkommens zu. Der Selbstbehalt für Erwerbstätige liegt derzeit bei 1080 Euro pro Monat. Nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige haben einen Anspruch auf einen Selbstbehalt von 880 Euro pro Monat.

Gegenüber volljährigen Kindern steigt der Selbstbehalt zur eigenen Existenzsicherung. Dieser beträgt dann 1300 Euro. Liegt das bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen über dem Selbstbehalt, steht dem unterhaltsberechtigten Kind in der Regel Kindesunterhalt zu.

Wird das Kindergeld auf den Kindesunterhalt angerechnet?

Unterhalt bei 2 Kindern: Jedem Kind steht ein Regelsatz zu.

Unterhalt bei 2 Kindern: Jedem Kind steht ein Regelsatz zu.

Der betreuende Elternteil erhält für das Kind das sogenannte Kindergeld vom Staat.

Das Gesetz bestimmt gemäß § 1612 b Abs. 1 BGB, dass das Kindergeld zur Hälfte dem unterhaltspflichtigen Elternteil als Barunterhalt angerechnet werden kann.

Ist das Kind bereits volljährig, wird das Kindergeld in voller Höhe auf den Kindesunterhalt angerechnet, da es sich dabei um das eigene Einkommen des Kindes handelt.

Genauso verhält es sich auch mit der Ausbildungsvergütung bei volljährigen Kindern in der Lehre.

Sonderbedarf beim Kindesunterhalt: Was ist das?

Sowohl der Natural- als auch der Barunterhalt sollen den Lebensbedarf des Kindes abdecken. Es ist allerdings durchaus möglich, dass unregelmäßig ein außergewöhnlicher und nicht vorhersehbarer Bedarf entsteht. Dafür kann das Kind den Sonderbedarf geltend machen.

Folgende Gründe können als Sonderbedarf anerkannt werden:

  • Arztkosten, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden
  • Kosten für eine Brille oder den Zahnersatz
  • Nachhilfekosten über einen kurzen Zeitraum hinweg
Hingegen wird von Gerichten ein Sonderbedarf nicht gewährt, wenn es sich dabei um eine Musikschulausbildung bzw. ein Instrument handelt, das Kind Sportmaterial benötigt oder Kosten für die Konfirmation oder Urlaubsaufenthalte abdecken möchte.

Besteht ein Sonderbedarf, müssen beide Elternteile diesem im Verhältnis ihrer Unterhaltsverpflichtung nachkommen. Dieser kann innerhalb eines Jahres seit der Entstehung geltend gemacht werden.

Was passiert, wenn der Unterhaltspflichtige nicht zahlt?

Viele alleinerziehende Mütter kennen die Situation: Der Vater zahlt keinen Unterhalt. Sollte der Unterhaltspflichtige beispielsweise nach einer Scheidung der Zahlung vom Kindesunterhalt nicht nachkommen, kann der betreuende Elternteil dagegen vorgehen. Zunächst sollte versucht werden, sich außergerichtlich zu einigen.

Dazu kann der betreuende Elternteil dem Unterhaltspflichtigen entweder direkt schreiben und eine Auskunft über seine Einkünfte verlangen oder einen Anwalt beauftragen, dies zu tun.

Kommt der Unterhaltspflichtige dem nicht nach, ist spätestens jetzt juristischer Beistand empfehlenswert. In letzter Instanz bleibt dem betreuenden Elternteil nichts anderes übrig, als den Unterhaltspflichtigen zu verklagen. Zahlt der Unterhaltspflichtige nach einem Gerichtsbeschluss noch immer keinen Kindesunterhalt, kann eine Lohnpfändung drohen.

Hat das Kind einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss?

Unter bestimmten Bedingungen kann das Jugendamt den Unterhalt als Vorschuss zahlen.

Unter bestimmten Bedingungen kann das Jugendamt den Unterhalt als Vorschuss zahlen.

Wenn ein Elternteil nicht zahlen will, kann der andere Elternteil für das unterhaltsberechtigte Kind den Unterhalt vom Jugendamt beziehen. Es lässt sich dabei ein Unterhaltsvorschuss beantragen.

Voraussetzungen dafür sind in jedem Fall, dass das Kind seinen Wohnsitz in Deutschland hat und bei einem alleinerziehenden Elternteil wohnt.

Zudem darf das Kind höchstens 11 Jahre alt sein. Ausländische Kinder bekommen nur einen Vorschuss von Kindesunterhalt, wenn sie selbst oder der alleinerziehende Elternteil eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Eine Aufenthaltsbefugnis oder -bewilligung reicht in diesem Fall in der Regel nicht aus.

Der Unterhaltsvorschuss wurde lange nur für höchstens 72 Monate gewährt und endete spätestens mit Vollendung des 12. Lebensjahres des Kindes. Mit dem 1. Juli 2017 wurde die Altersgrenze auf 17 Jahre angehoben werden. Die Bezugsdauergrenze von 72 Monaten ist zudem komplett entfallen.

Der Staat will also länger den Kindesunterhalt übernehmen, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht zahlen will. Dem alleinerziehenden Elternteil kann mit dem neuen Beschluss eine große Last von den Schultern genommen werden. Zudem kann der Staat härter gegen den nicht zahlenden Elternteil vorgehen, um sich das Geld zurückzuholen.

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14 thoughts on “Kindesunterhalt – Wann müssen die Elternteile zahlen?

  1. Ulrich

    Mein Sohn 17 Jahre ist zu seiner Mutter gezogen obwohl mein Selbstbehalt höher ist wie mein Einkommen bin ich mit dem Jugendamt übereingekommen den Betrag von 273€ bis zum 18 Lebensjahr (Sept.) zu bezahlen. Mein Sohn bekommt aber auch 100€ Taschengeld und 20€ für Handytarif, müsste das nicht mit angerechnet werden? Wie sieht das aus bei Volljährigkeit da mein Sohn nur ein Praktikumjahr macht statt eine Lehre hat er Anspruch weiter auf Unterhalt oder geht er dann in die nicht privilegiert da ich auch noch zwei Töchter habe die bei der Mutter leben

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Ulrich,

      Einkommen des Kindes ist bei der Unterhaltsbemessung regelmäßig zu berücksichtigen. Etwaige Titel bedürften dann ggf. einer Anpassung. Ab Volljährigkeit und absolviertem Schulabschluss gelten Kinder in aller Regel nicht mehr als privilegiert. Wenden Sie sich für eine Berechnung der Unterhaltsansprüche Ihrer Kinder an einen Anwalt.

      Ihr familienrecht.net-Team

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  2. Ri

    Ich bin jetzt mit der Schule fertig und fange ab September mein BFD an. Sind meine Eltern dann noch Unterhaltspflichtig? Es ist ja keine Ausbildung die ich mache, wird aber trotzdem in vielen Bereichen als eine gesehen wie z. B. bei Vergünstigungen.

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    1. familienrecht.net

      Hallo Ri,

      während des Bundesfreiwilligendienstes besteht in der Regel kein Anspruch auf Unterhalt gegenüber den Eltern. Im Einzelfall kann sich jedoch ein solcher ergeben. Die Beurteilung obliegt im Zweifel Anwälten und Gerichten.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  3. M.ö

    Hallo,
    meine Tochter (20 Jahre) befindet sich in einer schulischen Ausbildung. Sie lebt in unserem Haushalt. (wir verheiratet, zusammenlebend) Sie hat keinerlei Einkünfte. Nun will sie ausziehen und Unterhalt verlangen, zur not anwaltlich einklagen um ihre Wohnung zu finanzieren. Hat sie Anspruch`?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo,

      grundsätzlich besteht ab Volljährigkeit gegenüber beiden Elternteilen ein Unterhaltsanspruch seitens des Kindes. Nicht immer kann es verlangen, dass die Eltern den Auszug genehmigen und entsprechend Unterhalt leisten, wenn der Umzug per se nicht erforderlich ist. Dies richtet sich jedoch nach dem Einzelfall. Wenden Sie sich zur Klärung an einen Anwalt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  4. Sandor

    Hallo
    Meine Tochter ist in der zweite Berufaausbildungsjahr, hat jetzt schon 770€ Ausbildungsvergütung. In 3- Monaten ist sie 18. Muss ich danach noch Unterhalt zahlen?
    Mfg

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Sandro,

      bei der Unterhaltsberechnung findet das Ausbildungsentgelt des Kindes regelmäßig Anrechnung. Bitte wenden Sie sich für eine genaue Berechnung an einen Anwalt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  5. B.

    Meine Tochter 17 Jahre alt hat Ihre Schulabschluss hinter sich gebracht und in diesem Jahr keine Ausbildung gefunden. Jetzt hat sie einen Nebenjob angefangen befristet bis 31.12.2018 mit wahrscheinlich 460,00€ im Monat. Muss ihr Vater jetzt den Unterhalt kürzen oder nicht?

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  6. Michael

    Hallo,
    ich zahle Unterhalt für meine 18 Jährige Tochter. Sie wohnt mit der Mutter weit weg von mir und möchtet mit mir nicht mehr kommunizieren. Ich habe gehört, dass die Tochter schon arbeitet und hat ihr eigenes Einkommen. Wo kann ich diese Info genau kriegen, vielleicht muss ich kein Unterhalt mehr zahlen?
    MfG

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Michael,

      im Rahmen des Unterhaltsrechts besteht eine gegenseitige Auskunftspflicht. Sowohl Unterhaltspflichtiger als auch Unterhaltsberechtigter müssen auf Anfrage in aller Regel Ihre Einkommensverhältnisse mitteilen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  7. Timo

    Hallo

    Ich zahle unterhält für meine Tochter und das obwohl mich das an meine finanzielle Grenze bringt. Und zu meinem Bedauern bezahle ich noch viele andere kleine Dinge für sie. Nicht das ich falsch verstanden werde ich mache das gerne auch wenn es manchmal echt knapp wird zum Monats Ende. Doch Frage ich mich jedes mal was die Mutter meiner Tochter denn mit dem Geld macht. Deswegen meine fragen.
    1. Ist es möglich eine Auflistung der Dinge zu verlangen die von meinem unterhalt für die kleine gekauft werden denn immerhin ist es ja für sie und nicht für die Mama.
    Und 2. Kann ich Dinge die ich ihr noch neben bei kaufe wie z.B. anziehsachen, Windeln, Laufrad ect beim unterhalt anrechnen lassen?

    Reply
  8. B.

    Hallo,
    mein Freund ist geschieden und hat 2 Kinder aus 1 Ehe.
    Habe eine Frage, der Junge ist 18 Jahre alt und ist ohne Ausbildung zu Hause. Und die 11 jährige Tochter ist bei der Mutter gemeldet und wohnt bei ihr Vater.
    Bei ihrer Mutter ist sie nur in der Zeit nach der Schule bis sie abends von ihrem Vater geholt wird.
    Wer bekommt den Unterhalt für die Tochter?
    Und muss er du für den 18 jährigen jungen noch zahlen?
    MfG Ina

    Reply
  9. Florentin

    Meine Tante hat 2 Kinder und bezahlt der biologische Vater keinen Unterhalt. Meine Tante wird wieder mit ihrem neuen Freund heiraten. Leider lehnt ihr Freund auch ab, die Unterhaltung ihrer Kinder zu zahlen. Sie hat schon Beratung von Rechtsanwalt für Familienrecht bekommen, aber wer ist, eigentlich verpflicht?

    Reply

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