Nachtpflege: Eine Leistung der Pflegeversicherung

Kurz und Knapp

  1. Pflegebedürftige können eine Nachtpflege durch einen Pflegedienst oder in einer Einrichtung in Anspruch nehmen, wenn es die häusliche Pflegesituation erfordert.
  2. Angehörige können eine Nachtpflege veranlassen, wenn sie eine Betreuung selbst nicht durchgehend gewährleisten können oder eine Entlastung benötigen.
  3. Die Kosten der Nachtpflege sind von der Art der Betreuung abhängig. Nur die pflegerischen Kosten werden von der Pflegekasse getragen.
Wann kann eine Nachtpflege erfolgen? Antworten bietet dieser Ratgeber.

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Das Angebot einer Tages- und Nachtpflege kann für pflegende Angehörige eine notwenige und sinnvolle Ergänzung bedeuten und eine Stabilisierung in den Pflegealltag bringen. Doch gehören diese Angebote auch zu den Leistungen aus der Pflegeversicherung? Und wann kann eine Nachtpflege in Anspruch genommen werden?

Tages- und Nachpflege: Teil der Pflegeversicherung

Die Pflege zu Hause kann nachts von einem Pflegedienst übernommen werden.

Die Pflege zu Hause kann nachts von einem Pflegedienst übernommen werden.

Benötigen pflegende Angehörige oder Bekannte eine Auszeit oder müssen sich zeitweise um andere Belange kümmern, können Versicherte in der Pflegeversicherung unterschiedliche Leistungen in Anspruch nehmen. Zum einen besteht die Möglichkeit der Kurzeitpflege in einer Einrichtung oder durch einen Pflegedienst. Auch die Verhinderungspflege durch andere Angehörige oder Bekannte kann hier eine Option darstellen.

Darüber hinaus gehören auch Angebote einer Tages- oder Nachtpflege zu den Leistungen der Pflegeversicherung, die dann in Anspruch genommen werden können. Insbesondere die letztgenannten Möglichkeiten bieten Angehörigen eine Option, Unterstützung bei der Pflege zu erhalten ohne die Aufgaben komplett aus der Hand zu geben. Dies kann dann auch über längere Zeit geschehen als es bei der Kurzeit- oder Verhinderungspflege der Fall ist.

Oftmals ist es besonders nachts eine Erleichterung, wenn sich andere um den Pflegebedürftigen kümmern können und Angehörige einen erholsamen Schlaf haben, um dann tagsüber die Betreuung ausgeruht übernehmen zu können. In § 41 Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) ist geregelt, wann eine Nachtpflege als Leistung der Pflegeversicherung gewährt wird:

Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 haben Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege, wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist. Die teilstationäre Pflege umfaßt auch die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung der Tagespflege oder der Nachtpflege und zurück.

Wann ist eine Nachtpflege sinnvoll bzw. notwendig?

Oft ist eine Nachtpflege bei Demenz notwendig.

Oft ist eine Nachtpflege bei Demenz notwendig.

Erfordern Pflegesituationen, wie zum Beispiel eine Nachtaktivität bei einer Demenzerkrankung oder ein besonderer pflegerischer bzw. medizinischer Aufwand in der Nacht eine Unterbringung in einer Einrichtung, kann das in Form einer Nachtpflege geschehen. Können Angehörige also die Nachtpflege für Demenzkranke oder Senioren zu Hause nicht mehr leisten, bietet sich in einem solchen Fall die Unterbringung in einer Einrichtung an.

Nachtpflegeeinrichtungen sind in der Regel Pflegeheime, die ein Teil ihres Angebotes auf diese Pflegebedürftigen ausgerichtet haben. Die Versicherten verbringen dann nur die Nacht in dieser Nachtpflegeeinrichtung und erhalten während dieser Zeit die Betreuung, die sie benötigen. Der Transport zu und von dieser Einrichtung nach Hause kann Bestandteil der Leistungen aus der Pflegeversicherung sein.

Doch auch eine ambulante Nachtpflege zu Hause ist durch einen Pflegedienst oftmals möglich. Hier erfolgt die Nachtpflege zu Hause in der gewohnten Umgebung. Dies kann beispielsweise bei Intensivpatienten oder im Rahmen einer Palliativpflege notwendig sein.

Bei einer Nachtpflege sind die Kosten von der Art der Pflege abhängig.

Bei einer Nachtpflege sind die Kosten von der Art der Pflege abhängig.

Besonders bei einer Demenzerkrankung, ist es meist wichtig, dass die Nachtbetreuung im eigenen Zuhause stattfindet und der Pflegedienst nachts für einige Stunden die Betreuung übernimmt. Je weiter die Krankheit vorschreitet, desto mehr muss ein Erkrankter überwacht werden. Hier kann ein Nachtpflegedienst dies sicherstellen und gleichzeitig den Angehörigen eine Möglichkeit geben, den wichtigen Schlaf nicht aufgrund der Pflege aufzugeben.

Übernimmt eine Pflegeeinrichtung oder der Pflegedienst die Nachtbetreuung von Senioren, Demenzerkrankten oder anderen Pflegebedürftigen, kann das für Angehörige eine enorme Erleichterung bedeuten.

Nachtpflege: Die Kosten im Überblick

Sowohl die stationäre als auch die ambulante Pflege in der Nacht verursachen Kosten. Bei einer Unterbringung in einer Einrichtung werden von der Pflegekasse nur die Kosten für die Versorgung übernommen, sofern ein Pflegegrad vorliegt. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sind von den Pflegebedürftigen oder deren Angehörigen zu zahlen. Auch die anteiligen Investitionskosten sind von den Betroffenen zu tragen.

Werden die pflegerischen Leistungen in der Nachtpflege von einem Pflegedienst übernommen, können die Kosten bei einem anerkannten Pflegegrad mit der Pflegekasse abgerechnet werden.
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