Namensrecht in Deutschland: Welcher Name darf geführt werden?

Kurz und knapp

  1. In der Bundesrepublik Deutschland hat jeder Bürger das Recht auf einen Namen.
  2. Um eine Namensänderung zu erwirken, muss ein triftiger Grund laut Namensänderungsgesetz vorliegen.
  3. Nach der Scheidung haben Sie in der Regel die Möglichkeit, Ihren vorherigen Nachnamen wieder anzunehmen.
Was eine Namenserklärung gemäß Namensrecht ist, klären wir in diesem Ratgeber.

Was eine Namenserklärung gemäß Namensrecht ist, klären wir in diesem Ratgeber.

Das Recht auf einen Namen hat jeder deutsche Bürger von der Geburt an. Der Vorname, welcher von den Eltern ausgesucht wird, bleibt in der Regel ein Leben lang gleich. Durch eine Eheschließung, Scheidung und Wiederheirat ist der Familienname allerdings veränderbar. Erst mit dem Tod erlischt das Recht am eigenen Namen.

Namensrecht: Der geschichtliche Hintergrund

Historisch sind die Namensrechte auf das Römische Reich zurückzuführen. Dort waren sie erstmals als Grundrecht des Bürgers verankert. Allerdings war es laut Gesetz möglich, sowohl den Vornamen als auch den Familiennamen frei zu wählen. Bis zum Spätmittelalter blieb diese Regelung bestehen.

Das BGB regelt die Vorschriften, die im Namensrecht gelten.

Das BGB regelt die Vorschriften, die im Namensrecht gelten.

Mit der Völkerwanderung wurden die Menschen in Europa nur noch beim Vornamen genannt. Der Familienname wurde erst wieder ab dem 8. Jahrhundert eingeführt. Der Nachname bezog sich auf die Fähigkeiten oder die Herkunft einer Person. Jemand, der also mit Familiennamen Müller hieß, führte zumeist diesen Beruf aus.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Familienname allerdings nur noch vererbt. Erstmals wurde 1794 in Preußen die Verwendung eines fremden oder falschen Namens per Gesetz verboten. Im Jahre 1816 folgte bei einer Missachtung dieses Gesetzes eine Geldbuße.

In der Weimarer Republik wurde 1919 erstmals zugelassen, dass Personen ein Pseudonym bzw. einen Künstlernamen tragen dürfen. Es war allerdings verboten, diesen gegenüber einem Beamten anzugeben. Im Falle einer Namensänderung musste zudem ein Grund genannt werden. Dies wurde ein Jahr später mit der freien Wahl des Vornamens ergänzt.

Zur Zeit des Nationalsozialismus war eine Namensänderung grundsätzlich untersagt, da so nicht mehr genau sichergestellt werden konnte, ob die Person arischer Abstammung ist. Juden mussten je nach Geschlecht den Namen Israel oder Sara führen und dies auch in öffentlichen Dokumenten wie dem Pass oder dem Ausweis eintragen lassen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Gesetze des Nationalsozialismus wieder außer Kraft gesetzt.

Namensrecht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

Heute ist das Namensrecht im BGB und im Namensänderungsgesetz (NamÄndG) festgeschrieben. § 12 BGB regelt, dass es verboten ist, den Namen eines anderen zu benutzen. Geschieht dies doch, kann der Geschädigte eine Unterlassungsklage stellen und einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen, sofern ein Schaden entstanden ist.

Mit dem Tod einer Person erlischt das Namensrecht des Betroffenen. Ab der Geburt gilt allerdings das Recht auf einen Vor- und Familiennamen. In der Bundesrepublik Deutschland zählt dies zum geschützten Persönlichkeitsrecht. Neben dem BGB ist das Namensrecht auch im Personenstandsgesetz und im Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG) verankert.

Gültig sind die Bestimmungen im Namensrecht nur für Deutsche. Bei Ausländern, die in Deutschland wohnen, wird das Gesetz des entsprechenden Herkunftslandes angewandt.

Namensrecht für Kinder: Welchen Namen muss das Kind annehmen?

Der Name eines Kindes begleitet es sein Leben lang. Daher ist die Entscheidung, einen passenden und schönen Vornamen zu finden, eine der wohl schwierigsten Aufgaben werdender Eltern. Vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zur Universität und dem Berufsleben – der Name muss passend für jedes Alter sein.

Das Namensrecht für Kinder klärt unter anderem, welchen Familiennamen das Kind bei der Geburt bekommt.

Das Namensrecht für Kinder klärt unter anderem, welchen Familiennamen das Kind bei der Geburt bekommt.

Laut Namensrecht werden verschiedene Vornamen daher bewusst vom Standesamt abgelehnt.

Der Name soll deutlich machen, dass es sich nicht um eine Sache sondern um eine Person handelt.

Auch das Geschlecht muss aus dem Vornamen eindeutig hervorgehen. Aus diesem Grund sind auch mehrere Vornamen möglich, die darauf schließen lassen, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt.

Die Auswahl des Vornamens liegt also mehr oder weniger in der Hand der Eltern. Der Familienname ist allerdings nicht so variabel. Je nachdem, ob die Elternteile verheiratet sind oder nicht, ergibt sich der Nachname des Kindes aus den Zunamen der Eltern. Inwiefern sich dies genau verhält und welche Regelungen es sonst so zum Namensrecht bei Kindern gibt, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Namensgebung beim Kind: Darf der Vorname frei bestimmt werden?

Heutzutage wollen Eltern ihren Kindern möglichst ausgefallene und einzigartige Namen geben, die sie von der großen Masse unterscheiden. Gut, dass dies nicht einfach so möglich ist, denn das Standesamt muss der Namensgebung zustimmen.

Sehr ausgefallene Namen können dann schon einmal abgelehnt werden, da sie das Kindeswohl beeinträchtigen können oder nicht einem Vornamen entsprechen. Die Standesämter nehmen dazu das internationale Handbuch der Vornamen zu Hilfe. Im Streitfall kann es auch dazu kommen, dass der gewünschte Name in Datenbanken nachgeschlagen wird.

Der Vorname muss in jedem Fall eindeutig darstellen, ob es sich bei dem Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Ist dies nicht der Fall, muss ein zweiter Vorname ausgewählt werden, der die Geschlechtsfrage klärt. Die folgende Tabelle zeigt einige Vornamen, die von Standesämtern in Deutschland laut Namensrecht beim Kind genehmigt und abgelehnt wurden:

Genehmigte VornamenAbgelehnte Vornamen
NussiSatan
SheriffTom Tom
SchaklynPfefferminze
LegolasCrazy Horse
PebbelsAnakin Skywalker
FantaBorussia
SundanceBierstübl
DespotStörenfried
Matt-EagleSteißbein
PumucklWhisky

Viele unverheiratete Eltern versuchen durch die Möglichkeit, mehrere Vornamen auszuwählen, den Familiennamen des einen Elternteils ebenfalls als Vorname zu nutzen. So auch ein Paar im Jahre 2011, welches ihr Mädchen mit drittem Vornamen Bock nennen wollten. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat diesem in einem Urteil (Az. 20 W 284/10) tatsächlich stattgegeben.

Namensgebung: Das Kind bekommt seinen Namen in der Regel von den Eltern.

Namensgebung: Das Kind bekommt seinen Namen in der Regel von den Eltern.

Weiterhin gilt für den Vornamen eines Kindes, dass er weder Orts- noch Familienname sein darf. Trotz mehreren Vornamen ist die Länge auf vier bis fünf begrenzt.

Der Vorname sollte wohlüberlegt sein, denn eine Änderung im Nachhinein ist nicht so einfach möglich.

Nur aus triftigen Gründen kann diesem stattgegeben werden. Beispielsweise wenn das Kind durch seinen Vornamen lächerlich gemacht oder der Name durch eine Einbürgerung der Einfachheit halber geändert wird, zum Beispiel von Kathrzyna auf Katrin.

Welchen Nachnamen bekommt das Kind nach der Geburt?

Mit der Geburt hat jeder Bürger das Recht auf einen Namen. Wenn die Elternteile des Kindes verheiratet sind, bekommt das Kind laut Namensrecht automatisch den Ehenamen als Geburtsnamen. Auch wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt bereits geschieden sind, ist dies der Fall. Ein anderer Familienname darf dem Kind gemäß § 1616 BGB nicht gegeben werden.

Haben die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, richtet sich der Familienname des Kindes nach der elterlichen Sorge. Hat die Mutter beispielsweise das Sorgerecht, bekommt das Kind den Nachnamen der Mutter. Haben beide Eltern das Sorgerecht, dürfen die Eltern bei der Geburt den Familiennamen der Mutter oder des Vaters als Geburtsnamen bestimmen.

Nicht möglich ist ein Doppelname aus den beiden Familiennamen. Heißt der Vater zum Beispiel Müller und die Mutter Schulz, so kann das Kind mit Nachnamen weder Müller-Schulz noch Schulz-Müller heißen. Nach der Geburt haben die Eltern laut Namensrecht einen Monat Zeit, den Geburtsnamen des Kindes auf der Urkunde zu ändern. Dies erfolgt beim zuständigen Standesamt.

Spätere geborene, weitere Kinder, welche die gleichen Elternteile haben, müssen den ausgesuchten Geburtsnamen ebenfalls übernehmen. Die Auswahl der Eltern bei der ersten Geburt ist also bindend. So auch bei Adoptivkindern des Paares.

Namensrecht bei Kindern nach einer Heirat der Eltern

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht verheiratet und führen dementsprechend auch keinen gemeinsamen Ehenamen, müssen sie einen Geburtsnamen für das Kind bestimmen. Es kann entweder der Familienname des Vaters oder der Mutter ausgewählt werden.

Namensrecht in Deutschland: Bei einer Heirat kann ein Ehename ausgewählt werden.

Namensrecht in Deutschland: Bei einer Heirat kann ein Ehename ausgewählt werden.

Heiratet das Paar nach der Geburt des Kindes, ergibt sich ein gemeinsamer Ehename.

Sofern der Geburtsname des Kindes sich von dem Ehenamen unterscheidet, ist es laut Namensrecht möglich, dass die Eltern den Geburtsnamen des Kindes ändern lassen. Ist das Kind allerdings fünf Jahre oder älter, muss es der Namensänderung zustimmen. Für die Änderung haben die Eltern insgesamt drei Monate Zeit.

Beispiel: Die Eltern Klaus Meier und Gerlinde Schröder bekommen 2010 ein Kind, welches sie Lina Schröder nennen. 2015 heiratet das Paar und führt nun den gemeinsamen Ehenamen Meier. Das Kind darf nun entscheiden, ob es weiterhin Lina Schröder heißen möchte oder den Ehenamen Meier annimmt.

Gleicher Familienname für Stiefkinder: Ist das möglich?

In einer Patchwork-Familie ist der Wunsch nach einem gemeinsamen Familiennamen bei den Eltern oft groß. Die eigenen sowie eventuelle gemeinsame Kinder sollen alle den gleichen Nachnamen tragen, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu stärken. Aber inwiefern ist eine Änderung des Familiennamens laut Namensrecht überhaupt möglich?

Beispiel: Gerlinde Schröder bringt ihre Tochter Lina Schröder in die Ehe mit ihrem neuen Partner Ingo Klein mit seinem Sohn Max Klein mit. Das Ehepaar einigt sich auf den gemeinsamen Ehenamen Klein. Kann Ingos Stieftochter Lina seinen Nachnamen annehmen?

Dies ist unter bestimmten Bedingungen in Deutschland durchaus möglich. Voraussetzungen dafür sind folgende:

  • Die Eheleute müssen den gleichen Familiennamen führen.
  • Das Kind muss im gemeinsamen Haushalt mit dem Elternteil und dem neuen Ehegatten leben.
  • Falls der Elternteil nicht das alleinige Sorgerecht hat, muss der andere Elternteil der Namensänderung des Kindes zustimmen.
  • Ist das Kind fünf Jahre oder älter, muss es der Namensänderung zustimmen.

Hierbei handelt es sich allerdings um einen Ausnahmefall. Der Familienname sollte nicht ohne weiteres geändert werden, da sich das Kind im Laufe der Jahre mit seinem Namen identifiziert. Kümmert sich der andere Elternteil allerdings nicht um das Kind und stimmt einer Namensänderung zu, kann dieser laut Namensrecht ohne Probleme stattgegeben werden.

Namensrecht bei der Eheschließung

Laut Namensrecht hat jeder Bürger ab der Geburt das Recht auf einen Namen.

Laut Namensrecht hat jeder Bürger ab der Geburt das Recht auf einen Namen.

Wenn sich zwei Menschen das Jawort geben, schließen sie den Bund für’s Leben.

Eine Ehe besiegelt die Liebe und kann zudem steuerliche Vorteile mit sich bringen.

Bei der Eheschließung auf dem Standesamt werden die Eheleute gefragt, welchen gemeinsamen Ehenamen sie laut Namensrecht nach der Heirat führen wollen.

Wenn Sie planen, zu heiraten, oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft anstreben, sollten Sie sich dementsprechend schon im Vorfeld darüber Gedanken machen, welchen Familiennamen Sie annehmen wollen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir im Folgenden für Sie aufgeführt haben.

Deutsches Namensrecht: Keine Bestimmung eines Ehenamens

Die Ehegatten müssen laut Namensrecht bei einer Heirat keinen gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Es steht ihnen frei ihren Geburtsnamen bzw. den Nachnamen, den sie vor der Ehe geführt haben, zu behalten. In diesem Fall ändert sich für die Eheleute nichts bezüglich ihres Namens und sie tragen weiterhin unterschiedliche Namen.

War ein Ehegatte zuvor schon einmal verheiratet und hat damals den Ehenamen des Partners angenommen, kann dieser Name auch weiterhin als Nachname getragen werden.

Beispiel: Gerlinde Schröder ist eine geborene Dietrich. Sie möchte Klaus Meier heiraten. Beide beschließen, keine gemeinsamen Ehenamen anzunehmen. Gerlinde kann nun also mit Familiennamen Schröder heißen. Ihren Geburtsnamen kann sie durch eine Namensänderung erneut annehmen. Klaus behält seinen Geburtsnamen Meier.

Eheleute müssen ihre Entscheidung im Nachhinein allerdings nicht bereuen, denn sie ist nicht endgültig. Wollen beide Ehegatten nach einigen Jahren doch einen gemeinsamen Ehenamen führen, genügt eine öffentlich beglaubigte Erklärung. Das Namensrecht erlaubt es, dass eine Namensänderung durchgeführt werden kann.

Namensrecht in der Ehe: Gemeinsamer Ehename

Laut Namensrecht können Sie einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen, wenn Sie den Bund für’s Leben schließen. Sie sind allerdings nicht dazu verpflichtet einen Familiennamen zu wählen. Dies kann aber durchaus sinnvoll sein und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, wenn Sie und Ihre Kinder den gleichen Nachnamen tragen.

Deutsches Namensrecht: Welcher Ehename ist der richtige?

Deutsches Namensrecht: Welcher Ehename ist der richtige?

Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen gemeinsamen Ehenamen zu führen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können den Namen, den Sie oder Ihr Partner als letztes getragen hat, als gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Dies ist dann auch der Familienname, den künftige gemeinsame Kinder automatisch erhalten.

Zudem ist es beim Heiraten laut Namensrecht möglich, dass Sie einen, der zur Eheschließung geführten Nachnamen, als gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Dies muss nicht zwangsläufig der Geburtsname sein. Auch ein Familienname aus einer geschiedenen Ehe kann als neuer gemeinsamer Ehename dienen.

Beispiel: Gerlinde Schröder, geborene Dietrich, heiratet Klaus Meier. Die Eheleute haben nun die Möglichkeit als gemeinsamen Ehenamen Schröder oder Meier zu bestimmen.

Wenn Sie sich gemäß Namensrecht für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden haben, fällt der Nachname eines Ehegatten weg. Viele empfinden dies allerdings als nachteilig, da sie sich in ihrem Job bereits einen Namen gemacht haben und diesen nicht verlieren möchten.

In der Ehe besteht laut Namensrecht daher die Möglichkeit, dass dem gemeinsamen Ehenamen der eigene Name angehängt wird. Der Namenszusatz wird nur von dem Ehegatten geführt, dessen Nachname nicht der Familienname ist. Gemeinsame Kinder bekommen ausschließlich den gemeinsamen Ehenamen als Geburtsnamen.

Beispiel: Gerlinde Schröder, geborene Dietrich und Klaus Meier wollen heiraten. Beide einigen sich auf den gemeinsamen Ehenamen Meier. Gerlinde möchte aber ihren Nachnamen zusätzlich zum Ehenamen führen. Sie kann Gerlinde Schröder-Meier oder Gerlinde Meier-Schröder heißen. Gerlinde kann sich allerdings auch dafür entscheiden, wieder ihren Geburtsnamen zu führen. Sie hieße dann Gerlinde Dietrich-Meier oder Gerlinde Meier-Dietrich. Für gemeinsame Kinder und den Ehegatten hat der zusätzliche Name keine Bedeutung.

Namensrecht nach der Scheidung

Namensrecht: Eine Namensänderung ist nach einer Scheidung möglich.

Namensrecht: Eine Namensänderung ist nach einer Scheidung möglich.

Aus unterschiedlichen Gründen kann die geschlossene Ehe scheitern. Die Ehepartner haben sich auseinandergelebt und vielleicht sogar einen neuen Lebensgefährten gefunden.

Dann ist der einzige Ausweg oftmals die Scheidung. Aber inwiefern ändert sich im Namensrecht bei einer Scheidung etwas?

Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, wenn Sie sich von Ihrem Partner scheiden lassen wollen und welchen Familiennamen sie laut Namensrecht tragen dürfen, erfahren Sie im folgenden.

Kann der Ehename behalten werden?

Die unkomplizierteste Variante ist es, wenn Sie Ihren Ehenamen auch nach der Scheidung behalten. In diesem Fall ist es natürlich möglich, dass Sie bei einer neuen Heirat den Nachnamen erneut als Familiennamen auswählen.

Dazu ein Beispiel: Gerlinde und Klaus Meier sind verheiratet. Gerlinde lässt sich allerdings aufgrund eines anderen Mannes von Klaus scheiden und behält ihren Ehenamen Meier. Heiratet sie nun ihren neuen Lebensgefährten Dieter Schmidt, können Sie als Ehenamen sowohl Schmidt als auch Meier auswählen.

Zudem haben Sie die Möglichkeit, den Ehenamen zu behalten und Ihren Geburtsnamen oder den vorher geführten Nachnamen anzufügen. Gerlinde Meier würde in unserem Beispiel so entweder Gerlinde Meier-Dietrich bzw. Dietrich-Meier oder Gerlinde Schröder-Meier bzw. Gerlinde Meier-Schröder heißen, da sie zuvor bereits verheiratet war und bis zur Eheschließung mit Klaus zwei Namen führte.

Wann ist eine Namensänderung nach der Scheidung möglich?

Wenn Sie nach der Scheidung von Ihrem Mann oder Ihrer Frau den gemeinsamen Ehenamen nicht behalten wollen, räumt Ihnen das Namensrecht die Möglichkeit einer Namensänderung ein. Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Namensänderung in den Geburtsnamen
  • Namensänderung in den Ehenamen, der vor der Eheschließung geführt wurde
Beispiel: Gerlinde Meier, geborene Dietrich, welche sich von Klaus Meier scheiden lässt, kann sowohl Gerlinde Dietrich als auch Gerlinde Schröder heißen. Den zweiten Namen führte sie vor der Eheschließung mit Klaus.

Wenn Sie besonders unter der Ehe gelitten haben, kann es sinnvoll sein, den Ehenamen in Ihren Geburtsnamen zu ändern. In diesem Fall müssen Sie sich mit dem Namen Ihres Ex-Ehegatten nicht mehr identifizieren.

Laut Namensrecht besteht eine Namensfreiheit, die auf dem Papier beurkundet wird.

Laut Namensrecht besteht eine Namensfreiheit, die auf dem Papier beurkundet wird.

Ist Ihr Ehegatte verstorben, räumt Ihnen das Namensrecht ebenfalls die oben genannten Möglichkeiten der Namensänderung ein.

Als Witwe oder Witwer können Sie den Namen des verstorbenen Ehegatten allerdings auch behalten.

Um eine Namensänderung durchführen zu können, reicht es nicht aus, wenn Sie im Trennungsjahr von Ihrem Ehegatten leben.

Die Scheidung muss laut Namensrecht rechtskräftig sein, damit eine Namensänderung vonstatten gehen kann. Rechtskräftig bedeutet, dass Sie kein Rechtsmittel mehr gegen den gerichtlichen Beschluss einlegen können und die Scheidung endgültig ist.

Wie kann ich meinen Namen nach der Scheidung ändern lassen?

Um eine Namensänderung nach der Scheidung durchführen zu können, müssen Sie zum zuständigen Standesamt gehen, welches Ihre Eheschließung durchgeführt hat. Sind Sie seitdem umgezogen, können Sie auch das Standesamt Ihres Wohnorts aufsuchen. Die Beamten leiten Ihr Begehren dann weiter. Für die Namensänderung benötigen Sie die folgenden Unterlagen:

  • Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister bzw. den Heiratseintrag der letzten Ehe, falls Sie seit Ihrer Hochzeit umgezogen sind.
Für die Namensänderung gemäß Namensrecht müssen Sie mit Kosten von circa 25 Euro für die Beglaubigungen und Beurkundungen rechnen. Beglaubigte Abschriften aus dem Familienbuch schlagen mit circa 10 Euro zu Buche. Denken Sie auch daran, dass Sie Ihre Dokumente ändern müssen. Auf dem Reisepass, Personalausweis, der EC-Karte usw. muss der neue Name vermerkt sein. Auch dies ist mit Kosten verbunden.

Namensänderung von Kindern nach der Scheidung der Eltern

Ehegatten, die sich scheiden lassen, fragen sich häufig auch, inwiefern eine Namensänderung gemäß Namensrecht für die gemeinsamen Kinder möglich ist. Zunächst einmal behält das Kind den Familiennamen, welcher gleichzeitig auch der Geburtsname ist. Unter bestimmten Umständen kann das Kind allerdings einen neuen Ehenamen annehmen, sofern der sorgeberechtigte Elternteil erneut geheiratet hat. Dazu zählen folgende:

Haben Sie eine Frage zum Namensrecht? Ein Standesbeamter kann Ihnen helfen.

Haben Sie eine Frage zum Namensrecht? Ein Standesbeamter kann Ihnen helfen.

  • Der Elternteil, welcher das Sorgerecht hat, muss erklären, dass das Kind den neuen Ehenamen als Familiennamen führen soll.
  • Der neue Ehegatte muss diese Erklärung ebenfalls abgeben.
  • Die Eheleute müssen einen gemeinsamen Ehenamen führen.
  • Das Kind muss im gleichen Haushalt wie die neuen Ehegatten wohnen und minderjährig und unverheiratet sein.
  • Ist der andere Elternteil ebenfalls sorgeberechtigt, muss dieser der Namensänderung zustimmen.
  • Ist das Kind älter als 5 Jahre, muss es der Namensänderung ebenfalls zustimmen.

Es ist allerdings auch möglich, dass das Kind einen Doppelnamen annimmt. Es kann so den alten Familiennamen weiterführen und den neuen Ehenamen anfügen.

Behördliche Namensänderung in Deutschland laut Namensänderungsgesetz

Eine öffentlich-rechtliche Namensänderung aus anderen Gründen als einer Geburt, der Eheschließung oder Scheidung ist laut Namensrecht schwierig. Rechtlich dürfen sowohl der Vor- als auch der Nachname nur geändert werden, wenn dafür ein triftiger Grund vorliegt (§ 3 NamÄndG).

Beide Namen stehen nicht zur freien Disposition. Zu den Gründen für eine Namensänderung können folgende zählen:

Der Name für das Kind kann im Nachhinein unter besonderen Umständen geändert werden.

Der Name für das Kind kann im Nachhinein unter besonderen Umständen geändert werden.

  • exotischer Name bei einer Einbürgerung
  • Verwechslungsgefahr
  • Lächerlicher oder anstößiger Vorname
  • Keine eindeutige Erkennung des Geschlechts
  • Schreibweise oder Aussprache ist problematisch
  • Geschlechtsumwandlung

Sollten Sie Ihren Vor- oder Nachnamen ändern wollen und wissen nicht genau, ob Ihre Gründe gemäß Namensrecht zur Änderung ausreichen könnten, ist es möglich, sich beim zuständigen Standesamt beraten zu lassen, bevor Sie den Antrag stellen.

Es ist sowohl möglich den Vornamen gänzlich zu ersetzen als auch einen Vornamen zu streichen oder einen weiteren hinzuzufügen. Auch die Schreibweise eines Vornamens kann geändert werden. So können ausländische Namen der deutschen Sprache beispielsweise angepasst werden.
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