Namensrecht in Deutschland: Welcher Name darf geführt werden?

Kurz und knapp

  1. In der Bundesrepublik Deutschland hat jeder Bürger das Recht auf einen Namen.
  2. Um eine Namensänderung zu erwirken, muss ein triftiger Grund laut Namensänderungsgesetz vorliegen.
  3. Nach der Scheidung haben Sie in der Regel die Möglichkeit, Ihren vorherigen Nachnamen wieder anzunehmen.
Was eine Namenserklärung gemäß Namensrecht ist, klären wir in diesem Ratgeber.

Was eine Namenserklärung gemäß Namensrecht ist, klären wir in diesem Ratgeber.

Das Recht auf einen Namen hat jeder deutsche Bürger von der Geburt an. Der Vorname, welcher von den Eltern ausgesucht wird, bleibt in der Regel ein Leben lang gleich. Durch eine Eheschließung, Scheidung und Wiederheirat ist der Familienname allerdings veränderbar. Erst mit dem Tod erlischt das Recht am eigenen Namen.

Namensrecht: Der geschichtliche Hintergrund

Historisch sind die Namensrechte auf das Römische Reich zurückzuführen. Dort waren sie erstmals als Grundrecht des Bürgers verankert. Allerdings war es laut Gesetz möglich, sowohl den Vornamen als auch den Familiennamen frei zu wählen. Bis zum Spätmittelalter blieb diese Regelung bestehen.

Das BGB regelt die Vorschriften, die im Namensrecht gelten.

Das BGB regelt die Vorschriften, die im Namensrecht gelten.

Mit der Völkerwanderung wurden die Menschen in Europa nur noch beim Vornamen genannt. Der Familienname wurde erst wieder ab dem 8. Jahrhundert eingeführt. Der Nachname bezog sich auf die Fähigkeiten oder die Herkunft einer Person. Jemand, der also mit Familiennamen Müller hieß, führte zumeist diesen Beruf aus.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Familienname allerdings nur noch vererbt. Erstmals wurde 1794 in Preußen die Verwendung eines fremden oder falschen Namens per Gesetz verboten. Im Jahre 1816 folgte bei einer Missachtung dieses Gesetzes eine Geldbuße.

In der Weimarer Republik wurde 1919 erstmals zugelassen, dass Personen ein Pseudonym bzw. einen Künstlernamen tragen dürfen. Es war allerdings verboten, diesen gegenüber einem Beamten anzugeben. Im Falle einer Namensänderung musste zudem ein Grund genannt werden. Dies wurde ein Jahr später mit der freien Wahl des Vornamens ergänzt.

Zur Zeit des Nationalsozialismus war eine Namensänderung grundsätzlich untersagt, da so nicht mehr genau sichergestellt werden konnte, ob die Person arischer Abstammung ist. Juden mussten je nach Geschlecht den Namen Israel oder Sara führen und dies auch in öffentlichen Dokumenten wie dem Pass oder dem Ausweis eintragen lassen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Gesetze des Nationalsozialismus wieder außer Kraft gesetzt.

Namensrecht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

Heute ist das Namensrecht im BGB und im Namensänderungsgesetz (NamÄndG) festgeschrieben. § 12 BGB regelt, dass es verboten ist, den Namen eines anderen zu benutzen. Geschieht dies doch, kann der Geschädigte eine Unterlassungsklage stellen und einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen, sofern ein Schaden entstanden ist.

Mit dem Tod einer Person erlischt das Namensrecht des Betroffenen. Ab der Geburt gilt allerdings das Recht auf einen Vor- und Familiennamen. In der Bundesrepublik Deutschland zählt dies zum geschützten Persönlichkeitsrecht. Neben dem BGB ist das Namensrecht auch im Personenstandsgesetz und im Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG) verankert.

Gültig sind die Bestimmungen im Namensrecht nur für Deutsche. Bei Ausländern, die in Deutschland wohnen, wird das Gesetz des entsprechenden Herkunftslandes angewandt.

Namensrecht für Kinder: Welchen Namen muss das Kind annehmen?

Der Name eines Kindes begleitet es sein Leben lang. Daher ist die Entscheidung, einen passenden und schönen Vornamen zu finden, eine der wohl schwierigsten Aufgaben werdender Eltern. Vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zur Universität und dem Berufsleben – der Name muss passend für jedes Alter sein.

Das Namensrecht für Kinder klärt unter anderem, welchen Familiennamen das Kind bei der Geburt bekommt.

Das Namensrecht für Kinder klärt unter anderem, welchen Familiennamen das Kind bei der Geburt bekommt.

Laut Namensrecht werden verschiedene Vornamen daher bewusst vom Standesamt abgelehnt.

Der Name soll deutlich machen, dass es sich nicht um eine Sache sondern um eine Person handelt.

Auch das Geschlecht muss aus dem Vornamen eindeutig hervorgehen. Aus diesem Grund sind auch mehrere Vornamen möglich, die darauf schließen lassen, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt.

Die Auswahl des Vornamens liegt also mehr oder weniger in der Hand der Eltern. Der Familienname ist allerdings nicht so variabel. Je nachdem, ob die Elternteile verheiratet sind oder nicht, ergibt sich der Nachname des Kindes aus den Zunamen der Eltern. Inwiefern sich dies genau verhält und welche Regelungen es sonst so zum Namensrecht bei Kindern gibt, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Namensgebung beim Kind: Darf der Vorname frei bestimmt werden?

Heutzutage wollen Eltern ihren Kindern möglichst ausgefallene und einzigartige Namen geben, die sie von der großen Masse unterscheiden. Gut, dass dies nicht einfach so möglich ist, denn das Standesamt muss der Namensgebung zustimmen.

Sehr ausgefallene Namen können dann schon einmal abgelehnt werden, da sie das Kindeswohl beeinträchtigen können oder nicht einem Vornamen entsprechen. Die Standesämter nehmen dazu das internationale Handbuch der Vornamen zu Hilfe. Im Streitfall kann es auch dazu kommen, dass der gewünschte Name in Datenbanken nachgeschlagen wird.

Der Vorname muss in jedem Fall eindeutig darstellen, ob es sich bei dem Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Ist dies nicht der Fall, muss ein zweiter Vorname ausgewählt werden, der die Geschlechtsfrage klärt. Die folgende Tabelle zeigt einige Vornamen, die von Standesämtern in Deutschland laut Namensrecht beim Kind genehmigt und abgelehnt wurden:

Genehmigte VornamenAbgelehnte Vornamen
NussiSatan
SheriffTom Tom
SchaklynPfefferminze
LegolasCrazy Horse
PebbelsAnakin Skywalker
FantaBorussia
SundanceBierstübl
DespotStörenfried
Matt-EagleSteißbein
PumucklWhisky

Viele unverheiratete Eltern versuchen durch die Möglichkeit, mehrere Vornamen auszuwählen, den Familiennamen des einen Elternteils ebenfalls als Vorname zu nutzen. So auch ein Paar im Jahre 2011, welches ihr Mädchen mit drittem Vornamen Bock nennen wollten. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat diesem in einem Urteil (Az. 20 W 284/10) tatsächlich stattgegeben.

Namensgebung: Das Kind bekommt seinen Namen in der Regel von den Eltern.

Namensgebung: Das Kind bekommt seinen Namen in der Regel von den Eltern.

Weiterhin gilt für den Vornamen eines Kindes, dass er weder Orts- noch Familienname sein darf. Trotz mehreren Vornamen ist die Länge auf vier bis fünf begrenzt.

Der Vorname sollte wohlüberlegt sein, denn eine Änderung im Nachhinein ist nicht so einfach möglich.

Nur aus triftigen Gründen kann diesem stattgegeben werden. Beispielsweise wenn das Kind durch seinen Vornamen lächerlich gemacht oder der Name durch eine Einbürgerung der Einfachheit halber geändert wird, zum Beispiel von Kathrzyna auf Katrin.

Welchen Nachnamen bekommt das Kind nach der Geburt?

Mit der Geburt hat jeder Bürger das Recht auf einen Namen. Wenn die Elternteile des Kindes verheiratet sind, bekommt das Kind laut Namensrecht automatisch den Ehenamen als Geburtsnamen. Auch wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt bereits geschieden sind, ist dies der Fall. Ein anderer Familienname darf dem Kind gemäß § 1616 BGB nicht gegeben werden.

Haben die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, richtet sich der Familienname des Kindes nach der elterlichen Sorge. Hat die Mutter beispielsweise das Sorgerecht, bekommt das Kind den Nachnamen der Mutter. Haben beide Eltern das Sorgerecht, dürfen die Eltern bei der Geburt den Familiennamen der Mutter oder des Vaters als Geburtsnamen bestimmen.

Nicht möglich ist ein Doppelname aus den beiden Familiennamen. Heißt der Vater zum Beispiel Müller und die Mutter Schulz, so kann das Kind mit Nachnamen weder Müller-Schulz noch Schulz-Müller heißen. Nach der Geburt haben die Eltern laut Namensrecht einen Monat Zeit, den Geburtsnamen des Kindes auf der Urkunde zu ändern. Dies erfolgt beim zuständigen Standesamt.

Spätere geborene, weitere Kinder, welche die gleichen Elternteile haben, müssen den ausgesuchten Geburtsnamen ebenfalls übernehmen. Die Auswahl der Eltern bei der ersten Geburt ist also bindend. So auch bei Adoptivkindern des Paares.

Namensrecht bei Kindern nach einer Heirat der Eltern

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht verheiratet und führen dementsprechend auch keinen gemeinsamen Ehenamen, müssen sie einen Geburtsnamen für das Kind bestimmen. Es kann entweder der Familienname des Vaters oder der Mutter ausgewählt werden.

Namensrecht in Deutschland: Bei einer Heirat kann ein Ehename ausgewählt werden.

Namensrecht in Deutschland: Bei einer Heirat kann ein Ehename ausgewählt werden.

Heiratet das Paar nach der Geburt des Kindes, ergibt sich ein gemeinsamer Ehename.

Sofern der Geburtsname des Kindes sich von dem Ehenamen unterscheidet, ist es laut Namensrecht möglich, dass die Eltern den Geburtsnamen des Kindes ändern lassen. Ist das Kind allerdings fünf Jahre oder älter, muss es der Namensänderung zustimmen. Für die Änderung haben die Eltern insgesamt drei Monate Zeit.

Beispiel: Die Eltern Klaus Meier und Gerlinde Schröder bekommen 2010 ein Kind, welches sie Lina Schröder nennen. 2015 heiratet das Paar und führt nun den gemeinsamen Ehenamen Meier. Das Kind darf nun entscheiden, ob es weiterhin Lina Schröder heißen möchte oder den Ehenamen Meier annimmt.

Gleicher Familienname für Stiefkinder: Ist das möglich?

In einer Patchwork-Familie ist der Wunsch nach einem gemeinsamen Familiennamen bei den Eltern oft groß. Die eigenen sowie eventuelle gemeinsame Kinder sollen alle den gleichen Nachnamen tragen, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu stärken. Aber inwiefern ist eine Änderung des Familiennamens laut Namensrecht überhaupt möglich?

Beispiel: Gerlinde Schröder bringt ihre Tochter Lina Schröder in die Ehe mit ihrem neuen Partner Ingo Klein mit seinem Sohn Max Klein mit. Das Ehepaar einigt sich auf den gemeinsamen Ehenamen Klein. Kann Ingos Stieftochter Lina seinen Nachnamen annehmen?

Dies ist unter bestimmten Bedingungen in Deutschland durchaus möglich. Voraussetzungen dafür sind folgende:

  • Die Eheleute müssen den gleichen Familiennamen führen.
  • Das Kind muss im gemeinsamen Haushalt mit dem Elternteil und dem neuen Ehegatten leben.
  • Falls der Elternteil nicht das alleinige Sorgerecht hat, muss der andere Elternteil der Namensänderung des Kindes zustimmen.
  • Ist das Kind fünf Jahre oder älter, muss es der Namensänderung zustimmen.

Hierbei handelt es sich allerdings um einen Ausnahmefall. Der Familienname sollte nicht ohne weiteres geändert werden, da sich das Kind im Laufe der Jahre mit seinem Namen identifiziert. Kümmert sich der andere Elternteil allerdings nicht um das Kind und stimmt einer Namensänderung zu, kann dieser laut Namensrecht ohne Probleme stattgegeben werden.

Namensrecht bei der Eheschließung

Laut Namensrecht hat jeder Bürger ab der Geburt das Recht auf einen Namen.

Laut Namensrecht hat jeder Bürger ab der Geburt das Recht auf einen Namen.

Wenn sich zwei Menschen das Jawort geben, schließen sie den Bund für’s Leben.

Eine Ehe besiegelt die Liebe und kann zudem steuerliche Vorteile mit sich bringen.

Bei der Eheschließung auf dem Standesamt werden die Eheleute gefragt, welchen gemeinsamen Ehenamen sie laut Namensrecht nach der Heirat führen wollen.

Wenn Sie planen, zu heiraten, oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft anstreben, sollten Sie sich dementsprechend schon im Vorfeld darüber Gedanken machen, welchen Familiennamen Sie annehmen wollen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir im Folgenden für Sie aufgeführt haben.

Deutsches Namensrecht: Keine Bestimmung eines Ehenamens

Die Ehegatten müssen laut Namensrecht bei einer Heirat keinen gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Es steht ihnen frei ihren Geburtsnamen bzw. den Nachnamen, den sie vor der Ehe geführt haben, zu behalten. In diesem Fall ändert sich für die Eheleute nichts bezüglich ihres Namens und sie tragen weiterhin unterschiedliche Namen.

War ein Ehegatte zuvor schon einmal verheiratet und hat damals den Ehenamen des Partners angenommen, kann dieser Name auch weiterhin als Nachname getragen werden.

Beispiel: Gerlinde Schröder ist eine geborene Dietrich. Sie möchte Klaus Meier heiraten. Beide beschließen, keine gemeinsamen Ehenamen anzunehmen. Gerlinde kann nun also mit Familiennamen Schröder heißen. Ihren Geburtsnamen kann sie durch eine Namensänderung erneut annehmen. Klaus behält seinen Geburtsnamen Meier.

Eheleute müssen ihre Entscheidung im Nachhinein allerdings nicht bereuen, denn sie ist nicht endgültig. Wollen beide Ehegatten nach einigen Jahren doch einen gemeinsamen Ehenamen führen, genügt eine öffentlich beglaubigte Erklärung. Das Namensrecht erlaubt es, dass eine Namensänderung durchgeführt werden kann.

Namensrecht in der Ehe: Gemeinsamer Ehename

Laut Namensrecht können Sie einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen, wenn Sie den Bund für’s Leben schließen. Sie sind allerdings nicht dazu verpflichtet einen Familiennamen zu wählen. Dies kann aber durchaus sinnvoll sein und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, wenn Sie und Ihre Kinder den gleichen Nachnamen tragen.

Deutsches Namensrecht: Welcher Ehename ist der richtige?

Deutsches Namensrecht: Welcher Ehename ist der richtige?

Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen gemeinsamen Ehenamen zu führen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können den Namen, den Sie oder Ihr Partner als letztes getragen hat, als gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Dies ist dann auch der Familienname, den künftige gemeinsame Kinder automatisch erhalten.

Zudem ist es beim Heiraten laut Namensrecht möglich, dass Sie einen, der zur Eheschließung geführten Nachnamen, als gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Dies muss nicht zwangsläufig der Geburtsname sein. Auch ein Familienname aus einer geschiedenen Ehe kann als neuer gemeinsamer Ehename dienen.

Beispiel: Gerlinde Schröder, geborene Dietrich, heiratet Klaus Meier. Die Eheleute haben nun die Möglichkeit als gemeinsamen Ehenamen Schröder oder Meier zu bestimmen.

Wenn Sie sich gemäß Namensrecht für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden haben, fällt der Nachname eines Ehegatten weg. Viele empfinden dies allerdings als nachteilig, da sie sich in ihrem Job bereits einen Namen gemacht haben und diesen nicht verlieren möchten.

In der Ehe besteht laut Namensrecht daher die Möglichkeit, dass dem gemeinsamen Ehenamen der eigene Name angehängt wird. Der Namenszusatz wird nur von dem Ehegatten geführt, dessen Nachname nicht der Familienname ist. Gemeinsame Kinder bekommen ausschließlich den gemeinsamen Ehenamen als Geburtsnamen.

Beispiel: Gerlinde Schröder, geborene Dietrich und Klaus Meier wollen heiraten. Beide einigen sich auf den gemeinsamen Ehenamen Meier. Gerlinde möchte aber ihren Nachnamen zusätzlich zum Ehenamen führen. Sie kann Gerlinde Schröder-Meier oder Gerlinde Meier-Schröder heißen. Gerlinde kann sich allerdings auch dafür entscheiden, wieder ihren Geburtsnamen zu führen. Sie hieße dann Gerlinde Dietrich-Meier oder Gerlinde Meier-Dietrich. Für gemeinsame Kinder und den Ehegatten hat der zusätzliche Name keine Bedeutung.

Namensrecht nach der Scheidung

Namensrecht: Eine Namensänderung ist nach einer Scheidung möglich.

Namensrecht: Eine Namensänderung ist nach einer Scheidung möglich.

Aus unterschiedlichen Gründen kann die geschlossene Ehe scheitern. Die Ehepartner haben sich auseinandergelebt und vielleicht sogar einen neuen Lebensgefährten gefunden.

Dann ist der einzige Ausweg oftmals die Scheidung. Aber inwiefern ändert sich im Namensrecht bei einer Scheidung etwas?

Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, wenn Sie sich von Ihrem Partner scheiden lassen wollen und welchen Familiennamen sie laut Namensrecht tragen dürfen, erfahren Sie im folgenden.

Kann der Ehename behalten werden?

Die unkomplizierteste Variante ist es, wenn Sie Ihren Ehenamen auch nach der Scheidung behalten. In diesem Fall ist es natürlich möglich, dass Sie bei einer neuen Heirat den Nachnamen erneut als Familiennamen auswählen.

Dazu ein Beispiel: Gerlinde und Klaus Meier sind verheiratet. Gerlinde lässt sich allerdings aufgrund eines anderen Mannes von Klaus scheiden und behält ihren Ehenamen Meier. Heiratet sie nun ihren neuen Lebensgefährten Dieter Schmidt, können Sie als Ehenamen sowohl Schmidt als auch Meier auswählen.

Zudem haben Sie die Möglichkeit, den Ehenamen zu behalten und Ihren Geburtsnamen oder den vorher geführten Nachnamen anzufügen. Gerlinde Meier würde in unserem Beispiel so entweder Gerlinde Meier-Dietrich bzw. Dietrich-Meier oder Gerlinde Schröder-Meier bzw. Gerlinde Meier-Schröder heißen, da sie zuvor bereits verheiratet war und bis zur Eheschließung mit Klaus zwei Namen führte.

Wann ist eine Namensänderung nach der Scheidung möglich?

Wenn Sie nach der Scheidung von Ihrem Mann oder Ihrer Frau den gemeinsamen Ehenamen nicht behalten wollen, räumt Ihnen das Namensrecht die Möglichkeit einer Namensänderung ein. Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Namensänderung in den Geburtsnamen
  • Namensänderung in den Ehenamen, der vor der Eheschließung geführt wurde
Beispiel: Gerlinde Meier, geborene Dietrich, welche sich von Klaus Meier scheiden lässt, kann sowohl Gerlinde Dietrich als auch Gerlinde Schröder heißen. Den zweiten Namen führte sie vor der Eheschließung mit Klaus.

Wenn Sie besonders unter der Ehe gelitten haben, kann es sinnvoll sein, den Ehenamen in Ihren Geburtsnamen zu ändern. In diesem Fall müssen Sie sich mit dem Namen Ihres Ex-Ehegatten nicht mehr identifizieren.

Laut Namensrecht besteht eine Namensfreiheit, die auf dem Papier beurkundet wird.

Laut Namensrecht besteht eine Namensfreiheit, die auf dem Papier beurkundet wird.

Ist Ihr Ehegatte verstorben, räumt Ihnen das Namensrecht ebenfalls die oben genannten Möglichkeiten der Namensänderung ein.

Als Witwe oder Witwer können Sie den Namen des verstorbenen Ehegatten allerdings auch behalten.

Um eine Namensänderung durchführen zu können, reicht es nicht aus, wenn Sie im Trennungsjahr von Ihrem Ehegatten leben.

Die Scheidung muss laut Namensrecht rechtskräftig sein, damit eine Namensänderung vonstatten gehen kann. Rechtskräftig bedeutet, dass Sie kein Rechtsmittel mehr gegen den gerichtlichen Beschluss einlegen können und die Scheidung endgültig ist.

Wie kann ich meinen Namen nach der Scheidung ändern lassen?

Um eine Namensänderung nach der Scheidung durchführen zu können, müssen Sie zum zuständigen Standesamt gehen, welches Ihre Eheschließung durchgeführt hat. Sind Sie seitdem umgezogen, können Sie auch das Standesamt Ihres Wohnorts aufsuchen. Die Beamten leiten Ihr Begehren dann weiter. Für die Namensänderung benötigen Sie die folgenden Unterlagen:

  • Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister bzw. den Heiratseintrag der letzten Ehe, falls Sie seit Ihrer Hochzeit umgezogen sind.
Für die Namensänderung gemäß Namensrecht müssen Sie mit Kosten von circa 25 Euro für die Beglaubigungen und Beurkundungen rechnen. Beglaubigte Abschriften aus dem Familienbuch schlagen mit circa 10 Euro zu Buche. Denken Sie auch daran, dass Sie Ihre Dokumente ändern müssen. Auf dem Reisepass, Personalausweis, der EC-Karte usw. muss der neue Name vermerkt sein. Auch dies ist mit Kosten verbunden.

Namensänderung von Kindern nach der Scheidung der Eltern

Ehegatten, die sich scheiden lassen, fragen sich häufig auch, inwiefern eine Namensänderung gemäß Namensrecht für die gemeinsamen Kinder möglich ist. Zunächst einmal behält das Kind den Familiennamen, welcher gleichzeitig auch der Geburtsname ist. Unter bestimmten Umständen kann das Kind allerdings einen neuen Ehenamen annehmen, sofern der sorgeberechtigte Elternteil erneut geheiratet hat. Dazu zählen folgende:

Haben Sie eine Frage zum Namensrecht? Ein Standesbeamter kann Ihnen helfen.

Haben Sie eine Frage zum Namensrecht? Ein Standesbeamter kann Ihnen helfen.

  • Der Elternteil, welcher das Sorgerecht hat, muss erklären, dass das Kind den neuen Ehenamen als Familiennamen führen soll.
  • Der neue Ehegatte muss diese Erklärung ebenfalls abgeben.
  • Die Eheleute müssen einen gemeinsamen Ehenamen führen.
  • Das Kind muss im gleichen Haushalt wie die neuen Ehegatten wohnen und minderjährig und unverheiratet sein.
  • Ist der andere Elternteil ebenfalls sorgeberechtigt, muss dieser der Namensänderung zustimmen.
  • Ist das Kind älter als 5 Jahre, muss es der Namensänderung ebenfalls zustimmen.

Es ist allerdings auch möglich, dass das Kind einen Doppelnamen annimmt. Es kann so den alten Familiennamen weiterführen und den neuen Ehenamen anfügen.

Behördliche Namensänderung in Deutschland laut Namensänderungsgesetz

Eine öffentlich-rechtliche Namensänderung aus anderen Gründen als einer Geburt, der Eheschließung oder Scheidung ist laut Namensrecht schwierig. Rechtlich dürfen sowohl der Vor- als auch der Nachname nur geändert werden, wenn dafür ein triftiger Grund vorliegt (§ 3 NamÄndG).

Beide Namen stehen nicht zur freien Disposition. Zu den Gründen für eine Namensänderung können folgende zählen:

Der Name für das Kind kann im Nachhinein unter besonderen Umständen geändert werden.

Der Name für das Kind kann im Nachhinein unter besonderen Umständen geändert werden.

  • exotischer Name bei einer Einbürgerung
  • Verwechslungsgefahr
  • Lächerlicher oder anstößiger Vorname
  • Keine eindeutige Erkennung des Geschlechts
  • Schreibweise oder Aussprache ist problematisch
  • Geschlechtsumwandlung

Sollten Sie Ihren Vor- oder Nachnamen ändern wollen und wissen nicht genau, ob Ihre Gründe gemäß Namensrecht zur Änderung ausreichen könnten, ist es möglich, sich beim zuständigen Standesamt beraten zu lassen, bevor Sie den Antrag stellen.

Es ist sowohl möglich den Vornamen gänzlich zu ersetzen als auch einen Vornamen zu streichen oder einen weiteren hinzuzufügen. Auch die Schreibweise eines Vornamens kann geändert werden. So können ausländische Namen der deutschen Sprache beispielsweise angepasst werden.
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47 thoughts on “Namensrecht in Deutschland: Welcher Name darf geführt werden?

  1. DKZ

    Mal davon abgesehen, dass diese ganze Rechtsprechung zum Namensrecht von Kindern ganz erschreckend immer noch nach der Rückständigkeit der 1950er Jahre klingt, fehlt mir eine für mich nachvollziehbar Aussage darüber, wie es mit Doppelnamen für Kinder von alleinerziehenden Elternteilen mit alleiniger elterlicher Sorge aussieht, sprich “Ehename” + “Familienname des Elternteils mit der elterl. Sorge”. Muss ich denn wirklich erst neu heiraten, damit mein Kind den Namen des Vaters, dass es nicht kennt, ablegen oder zumindest mit dem Namen der Familie, in der es aufwächst, kombinieren zu können? Warum ist das plötzlich möglich, wenn ein neuer Ehepartner hinzukommt aber vorher nicht? Heutzutage sind die Familienumstände ja nicht mehr immer stereotypisch, aber trotzdem sind es immernoch meistens Frauen, die die Kinder am Ende versorgen und so ist es auch bei uns. Ich brauche also erst einen Mann um das zu können? Aber wählen gehen darf ich trotzdem noch alleine, oder? -.-

    Ich hatte von jemandem gehört, wo man dem Kind halt nach der Scheidung einen Doppelnamen gab und das Kind dann mit 18 selbst entscheiden konnte, ob es den Doppelnamen behält oder sich dann für einen der beiden Namen entscheidet. Das hätte ich als akzeptable Lösung hinnehmen können. Aber noch nicht einmal das scheint zu gehen.

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    1. familienrecht.net

      Hallo,

      die Annahme eines Doppelnamens ist in der Regel nur bei Eheschließung für den Ehegatten möglich, der den neuen Ehenamen an den eigenen Namen anhängen möchte. Bei Kindern kann nur der neue Ehename als Alternative gewählt werden. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn der namensgebende Elternteil bereits einen Doppelnamen als Familiennamen trägt, der sich nicht aus einem neuen Ehenamen und dem eigentlichen Familiennamen zusammensetzt. In wenigen Ausnahmefällen kann der Namenswechsel auch ohne neue Eheschließung erfolgen. Die Beurteilung obliegt dabei aber dem Standesamt bzw. Familiengericht im jeweiligen Einzelfall. Bitte wenden Sie sich an das Standesamt vor Ort, um sich über die Möglichkeiten aufklären zu lassen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  2. Kai

    Mein Sohn und ich haben den selben Vor- und Nachnamen.
    Kann ich, aufgrund “Verwechslungsgefahr”, beim zuständigen Amt einen Namenszusatz (Junior/Senior) beantragen? Oder gibt’s sowas in Deutschland nicht?
    Mir fällt der bekannte deutsche Schauspieler [anonymisiert von der Redaktion] Jr. dazu ein.

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Kai,

      bitte wenden Sie sich an das Standesamt, um zu erfragen, ob solch eine offizielle Anpassung möglich ist.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  3. Sarali

    Hallo,
    Ich hätte da mal eine frage.
    Ich als Mutter habe das alleinige sorgerecht, mein Freund wollte aber damals unbedingt das ich unserem kleinen sein nachname gebe.
    Haben das auch gemacht,doch sind sehr viele Dinge vorgefallen und ich würde gern das mein Sohn meinen Nachnamen trägt.
    Geht das noch ?
    Würde seine einstimmung auch bekommen .

    Mfg

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Sarali,

      der Geburtsname eines Kindes kann in der Regel nur bei Wiederverheiratung des Sorgeberechtigten unter Zustimmung des anderen sorgeberechtigten Elternteils erfolgen (bei Bildung eines gemeinsamen Ehenamens), bei Heirat des betroffenen selbst. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann davon abgewichen werden. Wenden Sie sich an das zuständige Standesamt, um sich diesbezüglich informieren zu lassen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  4. Kevin

    Hallo ich möchte mein zukünftigen Sohn ein ganz anderen Familien Name geben ist das möglich
    Bin verheiratet meine Frau hat Doppel Familien Namen vor Hochzeit hat sie ihren behalten und meins dahinter angenommen Frau hat also zwei
    Und ich eins ich will aber es komplett bei unseren Sohn ändern ist das möglich

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Kevin,

      die Einbenennung eines Kindes im Zuge einer Ehe ist in der Regel möglich, der Ehename kann dann neuer Geburtsname werden. Wenden Sie sich an das zuständige Standesamt, um Ihre Möglichkeiten abzuklären.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  5. Patricia

    Hallo,
    In meiner Geburtsurkunde in Peru soll mein Nachname geändert werden: von ZUMAETA auf ZUMAITA, weil mein Vater ZUMAITA heißte (damals wurden die Geburtsurkunde per Handgeschrieben und das I mit E verwechselt).

    Nun bin ich zuerst in Deutschland eingebürgert, dann mein Testament per Notar gemacht, dann Zivil-geheiratet, eine gemeinsame Tochter zur Welt gebracht, und dann Güter Trennung mit meinem Ehemann vereinbart.

    Nach der Änderung in meiner Geburtsurkunde in Peru, was soll noch in Deutschland machen?
    Meine Pass/Ausweis ändern?
    Die Geburtsurkunden / Pass meiner Tochter ändern?
    Mein Testament ändern?
    Ist meine Heiratsurkunde immer noch gültig? Mir wäre lieber die Ehe als ungültig gelten lassen (statt mich scheiden).
    Ist die Güter-Trennung nach der Erstellung der neuen Geburtsurkunde immer noch gültig?
    Vielen Dank.
    Patricia

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Patricia,

      bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen an das zuständige Bürgeramt. Dies kann beurteilen, welche Angleichungen erforderlich sind. Zudem kann ein Anwalt Sie bezüglich der ehevertraglichen Regelungen und möglicher Konsequenzen beraten.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  6. Jeanny

    Können die Kindern den Namen der Großeltern als Familiennamen tragen?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Jeanny,

      sofern auch der namengebende Elternteil den Namen der Großeltern trägt. Aktiv den Namen der Großelten annehmen können sie in der Regel jedoch nicht.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  7. Annika

    Hallo erstmal,
    mein Fall ist etwas sehr kompliziert würde ich mal sagen.
    Ich habe bis zu meinem 8. Lebensjahr den Mädchennamen meiner allein Sorgeberechtigten Mutter getragen, der dann, als sie meinen Stiefvater heiratete, geändert wurde. Das Problem jetzt: Kann ich nach der Scheidung meiner Mutter von meinem Stiefvater meinen alten Namen wieder annehmen?
    Vielen Dank im voraus
    Annika

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Annika,

      die Einbenennung eines Kindes ist in aller Regel unwiderruflich. Bitte wenden Sie sich für eine genaue Klärung an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  8. Jochen

    Habe mal eine Frage; Ich möchte eine Frau (Geschieden) heiraten und sie nimmt mein Nachname an, jedoch ihr Kind “über 18 aus 1. Ehe” bekommt sie auch meinen Nachname oder geht das dann nicht mehr?

    LG

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Jochen,

      in der Regel bedarf es der eindeutigen Anschlusserklärung durch das betroffene volljährige Kind, um eine entsprechende Einbenennung durchzuführen. Wenden Sie sich für eine genaue Klärung bitte an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  9. L.S.

    Ich habe mit der selben Frau 2 Kinder. Wir sind nicht verheiratet.
    Das erste Kind hat den Familien-Namen der Mutter.
    Das zweite Kind soll meinen Familien-Namen erhalten.
    Uns wurde aber gesagt, dass dies nicht möglich ist, da wir ein gemeinsames
    Sorgerecht für unser 1. Kind haben und deshalb alle weiteren gemeinsamen
    Kinder den Familien-Namen der Mutter erhalten.
    Von anderen Bekannten hörte ich aber, dass das geht. Gibt es dafür vielleicht verschiedene Regelungen in verschiedenen Bundesländern?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo,

      die namensrechtlichen Regelungen gelten bundesweit. In der Tat ist es so, dass bei Festlegung eines Familiennamens für das erste Kind in der Regel alle weiteren gemeinsamen Kinder ebenfalls diesen Familiennamen erhalten. Wenden Sie sich ggf. für eine detaillierte Klärung an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  10. Angie

    Hallo,

    Ich bin Deutsche und mein Verlobter ist Spanier, wir Heiraten im August hier in Deutschland da wir hier Arbeiten und Leben.

    Unser Standesbeamte meint das ich nicht denn Ersten Nachnahme von meinem Verlobten annehmen kann. Ich müsste nach Deutschem recht gehen und seine beiden Nachnamen annehmen, und das möchten wir nicht, weil so wie wir wissen dürfen wir das nach Spanischem Gesetz nicht.

    Nehmen wir mal an ich heise Jessica Neckermann und mein Verlobter heißt Juanito Pancho Sánchez.

    Und ich möchte sehr gerne Jessica Pancho Neckermann heißen, würde das hier in Deutschland nicht gehen???

    Ich würde mich freuen über eine Antwort, denn es kommt uns so vor als würde sich unser Standesbeamte dürch einander kommen.

    Viele Grüße u. Danke!!

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Angie,

      bei der Bildung eines gemeinsamen Ehenamens können in aller Regel keine Namensteile ausgewählt, andere weggelassen werden. Ein Ehename kann immer nur den ganzen Familiennamen umfassen (auch wenn dies ein Doppelname ist). Wenden Sie sich zur genauen Klärung der Gründe bitte an Ihren Standesbeamten.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  11. P.

    Hallo!
    Meine Frau hat den Nachnamen ihres ersten Ehemannes. Kann ich meinen Nachnamen bei Einbürgerung in ihren aktuellen Namen ändern?
    Liebe Grüße
    Sergej

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Sergej,

      bitte wenden Sie sich zur Klärung dieser Frage an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  12. Daniela

    Guten Tag,

    Mein erster Sohn hat den Familiennamen des Vaters und unser zweites Kind wird daher auch seinen Namen bekommen. Wir sind nicht verheiratet und leben nicht mehr zusammen. Trotzdem möchte ich gerne den gleichen Nachnamen wie meine Kinder haben. Kann ich deren Namen annehmen?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Daniela,

      die Änderung des Familiennamens ist bei Erwachsenen in der Regel nur im Zuge der Eheschließung möglich.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  13. Jasmin

    Hallo!

    meine Eltern haben sich vor 4 Jahren getrennt. Bei der Heirat wurde der Familienname meines Vaters angenommen, den alle bis heute beibehalten haben (Mutter, Vater und Kinder). Mein Vater ist in einer neuen Beziehung, meine Mutter ist bisher alleine.
    Vor kurzen ist der Vater meiner Mutter verstorben und meine Mutter würde ihren Mädchennamen wieder annehmen. Meine Schwester und ich möchten in diesem Zuge diesen Nachnamen gerne auch weiterführen und uns somit auch anders heißen.
    Ist das denn Möglich, dass nach der Scheidung die Kinder auch einen anderen Nachnamen annehmen ohne einen neuen Partner der Mutter oder durch eigene Heirat?

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Jasmin,

      der Geburtsname der Kinder kann in der Regel nur bei Vorliegen wichtiger Gründe erfolgen. Sie können die Voraussetzung einer Namensänderung ggf. beim Standesamt prüfen lassen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  14. Laura

    Hallo liebes familiennet.team,

    mein Partner und ich sind nicht verheiratet und haben zwei Kinder (4 und 2 Jahre alt). Das erste Kind trägt den Nachnamen des Vaters und hier hat der Vater auch das gemeinsame Sorgerecht. Das zweite Kind vom gleichen Mann trägt den Nachnamen der Mutter und hier besitzt auch die Mutter das alleinige Sorgerecht (viel vorgefallen in der Schwangerschaft…). Nun haben allerdings beide Kinder vom denselbigen Vater unterschiedliche Nachnamenn was natürlich schon umständlich ist für Geschwisterkinder. Der Vater stimmt einer Namensänderung des 1. Kindes auf den Nachnamen der Mutter (wie bei Kind Nr. 2) nicht zu. Kann man hier etwas machen? Und ist der Nachname vom 2. Kind (der der Mutter) überhaupt ok, oder tritt hier die ‚Bindung’ des ersten Familiennames des ersten Kindes in Kraft? Vielen Danke! Mfg

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    1. familienrecht.net

      Hallo Laura,

      im Zweifel kann das zuständige Familiengericht die Zustimmung ersetzen. Eine Unzulässigkeit der Namensgebung wäre ggf. beim zuständigen Amt aufgefallen und entsprechend abgelehnt worden. Bitte wenden Sie sich für eine Klärung an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

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  15. Reike

    Mein Partner trägt seit seinem 6. Lebensjahr den Nachnamen des von seiner Mutter zwischenzeitlich geschiedenen Ehemannes. Die Mutter war zuvor mit dem Kindsvater meines Partners verheiratet, sodass sein Geburtsname der Familienname des Vaters war. Diese 1. Ehe wurde jedoch geschieden und ein neuer Familienname wurde durch die erneute Eheschließung vergeben. Die 2. Ehe wurde jedoch geschieden und seine Mutter ist nun ein 3. Mal verheiratet und hat einen anderen Familiennamen angenommen. Mein Partner trägt somit nun den Familiennamen des 2. Ehemannes seiner Mutter. Die Ehe wurde geschieden, da immer wieder Probleme auftraten und die Kindheit für meinen Partner in dieser Zeit schwierig war. Es traten immer wieder Probleme auf – auch das Jugendamt war involviert. Eine emotionale Bindung wurde nie aufgebaut, als Stiefvater hat er seine Rolle nicht wahrgenommen und Kontakt besteht seit der Scheidung auch nicht mehr.

    Aufgrund der starken emotionalen Bindung an seinen Vater ist es der größte Wunsch meines Partners wieder den Geburtsnamen, also den Namen seines leiblichen, zwischenzeitlich leider auch verstorbenen, Vaters anzunehmen um diesen dann weiterführen zu können. Er wird im Alltag immer wieder mit dem Sachverhalt konfrontiert. Dies stellt für ihn eine hohe psychische Belastung dar.

    Wir wollen in Zukunft selbst eine Familie gründen und heiraten. Ich würde ebenfalls sehr gern wollen, dass wir als Familiennamen den Geburtsnamen meines Freundes, also den Familiennamen seines leiblichen Vaters, führen und unsere Kinder nach ihm benannt sind.

    Ist eine Namensänderung in einem solchen Fall möglich ?

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    1. familienrecht.net

      Hallo Reike,

      bei wichtigen Gründen ist die Änderung des Familiennamens nach Einbenennung entgegen der allgemeinen Regelungen im Einzelfall möglich. Dafür bedarf es jedoch der Bewertung des Einzelfalls. Diese können wir an dieser Stelle nicht abgeben. Bitte wenden Sie sich an das zuständige Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

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    2. acsb

      Hi Reike,

      eigentlich wollte ich das Lesen der den Artikel betreffenden Kommentare schon abbrechen, dann stieß ich auf deinen. Ich habe tatsächlich ein ähnliches Problem, höre auch zum ersten Mal, dass jemand mit diesem Umstand zu kämpfen hat. Meine Eltern waren nie verheiratet, daher bekamen mein älterer Bruder und ich automatisch den Nachnamen meiner Mutter (Sorgerecht), bei der wir auch aufwuchsen und unser Vater wie’s ja meist ist- uns am Wochenende hatte. Als ich 12, mein Bruder 14, war, kam ein weiterer familiärer Bruch. Meine Mutter zog in eine andere Stadt, ich blieb bei ihr, mein Bruder hingegen entschied sich bei seinem Vater zu bleiben. In Folge dessen ließen sie seinen Familiennamen ändern, sprich er nahm den Familiennamen unseres Vaters an. Ich hingegen hieß weiterhin wie meine Mutter.
      Was ich zu der Zeit noch nicht realisiert hatte, war, wie extrem belastend genau dieser Nachname für mich sein werden würde. Es ist der Nachname ihres Ex-Ehemannes, mit dem sie VOR der Bekanntschaft zu meinem Vater verheiratet war, nach der Scheidung allerdings den Namen beibehielt. Es wurde für mich innerlich immer schwieriger, den Namen eines Mannes zu tragen, über den ich nur Schlechtes höre (hat sie betrogen usw., ) und den ich nicht EIN EINZIGES MAL in meinem Leben gesehen habe. Aber jeden Tag stelle ich mich mit seinem Namen vor. Auf jeden Brief ist er als Adressat genannt. Dieser Mensch, mit dem ich rein nichts zu tun habe. Ich dachte, es würde sich vielleicht mit den Jahren legen (ein erster Versuch mit Anfang 20 scheiterte beim Standesamt. Ich hätte auch psychologische Gutachten bieten können, aber der Bedienstete meinte, dass selbst das wenig Erfolg haben werden würde. Das Standesamt gehe davon aus, “dass ich mit dem Namen offenkundig leben kann, da ich bis Vollendung meines 18. Lebensjahres keine Namensänderung beantragt/ durchgeführt hätte”. Bis dahin hätte ich also anscheinend auf den Nach-/Familiennamen meines Vaters wechseln können -so wie es mein Bruder tat bei unserer Spaltung.
      Mittlerweile bin ich 37 und von meiner Identität her völlig verloren. (Familie entzweigte sich weiterführend, insbesondere räumlich. Das Verhältnis zu meine Mutter ist seit meiner Kindheit schon sehr sehr schwierig,.. Habe vier Vornamen, genannt werde ich ganz anders im Umfeld, von meiner Familie nochmal anders, also insgesamt sind es eigentlich sechs Vornamen bzw. die, die im Pass stehen mir fremd. Jedesmal muss ich mich erklären warum ich dann nicht nach denen genannt werde, wie es denn dann zu meinem Rufnamen komme, auch bei meinem Nachnamen wird oft nachgefragt. Wozu ich ja natürlich nicht viel sagen kann. Und die Wut behält man natürlich für sich. Also was ich sagen möchte:
      Es widerspricht meinem rationalen Denken, begreifbar ist es ohnehin nicht, dass man als Kind -im fortgesetzten Alter- fast kaum eine Möglichkeit hat, seinen Familiennamen zu ändern. Ist es so unlogisch, dass man -Kontakt hin oder her, ob lebend oder tot, vollkommen egal- den Namen eines Menschen tragen möchte, mit dem man Blutsverwandt ist?!
      Dass die psychische Belastung im jugendlichen Alter nicht so stark ist wie im vorangeschrittenen ist doch total logisch?! Da hat man andere Dinge im Kopf, man besitzt überhaupt nicht die geistige Reife, sich und seinen familiären Hintergrund zu reflektieren. Und wahrlich kann man mit 18 keine ernstzunehmenden Identitätsprobleme haben, man befindet sich erst Mitten auf der Suche nach selbiger. Das gestörte Verhältnis zur eigenen Identität kommt eben gerade erst dann, wenn man diese immer noch nicht finden konnte.

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  16. Diana A.

    Hallo, habe da eine Frage,
    Bin verheiratet aber jeder trägt seinen Familienname! Wir kriegen bald ein Kind was seinen Namen tragen wird den ich auch bald auch annehmen werde! Und jetzt kommt meine frag darf das Kind den gleichen Vornamen tragen wie sein Nachname ?? Sprich Beispiel ( Mahmud Mahmud ode Ali Ali usw )
    Vielen Dank

    Lg D.A.

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    1. familienrecht.net

      Hallo Diana,

      eine Beschränkung diesbezüglich ist uns nicht bekannt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  17. Angela

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Namensführung bei unverheirateten Paaren , so hab ich das jetzt hier gelesen ,ist immer an die gemeinsamme Sorgeerklärung gebunden.
    Gilt dieses auch für ausländische Paare? Syrer, Rumänen oder auch Paare aus Afrika äußern oft den Wunsch, daß das neugeborene Kind den Familiennamen des Vaters tragen soll.
    Ist die Namensführung hier an deutsches Gesetz gebunden? welche Unterlagen müssen hierzu dem Standesamt bzw der Entbindungsstation vorliegen?
    Mfg A.

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Angela,

      innerhalb Deutschlands kommt bei der Namensgebung in aller Regel auch deutsches Recht zur Anwendung. Welche Unterlagen im Einzelfall benötigt werden, können Sie beim Standesamt in Erfahrung bringen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  18. Jutta

    Hallo zusammen,
    ich bin im Moment etwas ratlos und hoffe das ich hier vllt mehr infos bekomme. 2008 habe ich einen Sohn bekommen und mein Mann ist 2010 verstorben. Er war Ausländer und ich habe ihn überführen lassen, da er hier in Deutschland keine Familie hatte. Ich habe bei der Eheschließung seinen Familiennamen angenommen und 2013 habe ich wieder zu meinem Mädchenname gewechsel.
    Da alle anderen Familienmitglieder, Schwestern, Onkels, meinen Mädchennamen tragen und wir keinen Bezug und auch keinen Kontakt mehr zu diesem Namen haben, wollte ich nun auch den Namen meines Sohnes ändern lassen.
    Den Antrag habe ich bereits gestellt und soll nun ein psychologisches Gutachten von meinen Sohn bringen.
    Überall lese ich, dass ein Kind ab fünf Jahren seine Zustimmung abgeben muss. Wieso ein psychologische Gutachten ? Es ist doch Grund genug das er alleine einen anderen Namen hat?
    Ich hoffe mir kann jemand hierzu Informationen geben und bedanke mich im Voraus

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Jutta,

      den Geburtsnamen eines Kindes zu ändern, ist in der Regel nur bei ausreichender Begründung möglich. Dies ist etwa dann der Fall, wenn der Betroffene unter dem Familiennamen leidet.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  19. Tania

    Hallo
    Ich habe eine Frage
    Meine Eltern haben geheiratet und als ich dann auf die Welt kam habe ich den Nachnamen von meiner Mutter bekommen . Kann ich jetzt mit 24 Jahren den Nachnamen von meinem Vater kriegen ? Meine Eltern sind beide auch einverstanden damit !

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Tania,

      der Geburtsname kann in aller Regel nur unter Angabe wichtiger Gründe oder bei gemeinsam gebildeten Ehenamen geändert werden. Eine fallspezifische Auskunft können Sie beim zuständigen Standesamt erhalten.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  20. Jenny

    Hallo liebes Team..
    Ich habe folgendes Problem… ich bin alleinerziehend und habe zwei Kinder (6,5 jahre). Sie tragen beide den Namen des Vaters… nun lebe ich seit einigen Jahren in einer neuen Partnerschaft und der Wunsch zu heiraten besteht… uns stellt sich die Frage ob die Kinder den Namen meines Partners tragen dürfen..

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Jenny,

      im Zuge der Wiederverheiratung des Sorgeberechtigten und der Wahl eines gemeinsamen Ehenamens ist in der Regel auch die Einbenennung vorhandener Kinder möglich, sofern eine entsprechende Einverständnis seitens des anderen Sorgeberechtigten oder alternativ des Familiengerichts vorliegt. Wenden Sie sich zur Klärung bitte an das Standesamt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  21. samra

    Guten Tag,

    bei mir geht auch so, dass ich damals aus Liebe die Nachname meines Mannes genommen habe. Ich habe damals überhaupt noch nicht verstanden beziehungsweise nicht gedacht, dass sein Name so Lächerlich ist . Ich konnte auch noch nicht gut Deutsch in dem Zeit wann wir geheiratet haben, da ich aus ein Nicht-Eu Land bin. Das ist jetzt schon 5 Jahre her. Ich leide immer unter den Name und die Leute lächeln immer, wenn die den Name hören. Ich kriege immer Panik und mir ist das echt peinlich. Ich habe versucht wie ich damit klar kommen soll, leider bis jetzt erfolglos – Was könnte ich jetzt machen um mein Mädchenname wieder zu haben ? Kann man noch mein Mädchenname beantragen ohne Scheidung und sein Name weg machen – oder kann ich ein doppeln Name beantragen und meine Geburtsname als Name überall nutzen ?
    Vielen Dank

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Samra,

      die Annahme eines gemeinsam gewählten Ehenamens ist in der Regel nur im Zuge einer Scheidung oder anderweitigen Eheauflösung möglich. Wenden Sie sich ggf. an das zuständige Standesamt, um Ihre Möglichkeiten abklären zu lassen.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  22. Anke

    Hallo, meine Tochter wurde 1987 in der DDR geboren und trug meinen Nachnamen. Nach der Hochzeit mit meinem Mann, ihrem Papa, erhielt sie, wie ich auch, den Nachnamen des Papas. Nun möchte sie heiraten. Ihr Partner und sie würden gern ihren Geburtsnamen, sprich meinen Mädchennamen, annehmen. Geht das?
    Vielen Dank

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Anke,

      im Zuge einer Einbenennung wird der ehemalige Geburtsname in der Regel unwiderruflich durch den neuen Familiennamen gänzlich ersetzt. Der neue Name wird gewissermaßen neuer Geburtsname. Die davor getragenen Namen werden quasi getilgt. Eine Rückkehr zu diesen ist daher in aller Regel nicht möglich. Infos erhält Ihre Tochter ggf. auch beim zuständigen Standesbeamten.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply
  23. Cathleen

    Hallo!

    Wir bekommen in 4 Wochen einen Nachwuchs.

    Einen doppelnamen für unsere Tochter haben wir bereits ausgesucht.

    Jedoch wissen wir nicht, ob man diesen mit Bindestrich schreibt oder nicht. 

    Kim Nele oder Kim-Nele

    Auf jedenfall soll der rufname “nele” sein.

    Wir bitten um ihren Rat.

    Vielen Dank!

    Reply
    1. familienrecht.net

      Hallo Cathleen,

      die Entscheidung für oder wider einen Bindestrich obliegt in der Regel den Eltern. Namen mit Bindestrich sind jedoch in aller Regel nicht in Teile zerlegbar, sondern werden immer zusammen genannt.

      Ihr familienrecht.net-Team

      Reply

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