Pflege bei Demenz: Betreuung beim Kampf gegen das Vergessen

Kurz und knapp

  1. Bei Demenz handelt es sich um eines der häufigsten Krankheitsbilder im Alter, welches mit dem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit einhergeht.
  2. Die Pflege bei Demenz stellt für Angehörige eine besondere Herausforderung dar, da ggf. eine dauerhafte Betreuung notwendig ist.
  3. Eine finanzielle Unterstützung ist durch Leistungen der Pflegekasse möglich.
Welche Besonderheiten für die Pflege bei Demenz gelten, verrät der nachfolgende Ratgeber.

Welche Besonderheiten für die Pflege bei Demenz gelten, verrät der nachfolgende Ratgeber.

Die Diagnose „Demenz“ ist für die Betroffenen und deren Umfeld oftmals ein großer Schock, geht sie doch häufig mit der Angst einher, seine Erinnerung, Selbstständigkeit und nicht zuletzt sich selbst zu verlieren. Nicht selten stellen sich Angehörige in einem solchen Fall auch die Frage, wie eine optimale Pflege bei Demenz zu gewährleisten und finanzieren ist.

Was ist Demenz bzw. Alzheimer?

Demenz und Alzheimer: Die Pflege stellt nicht selten für die gesamte Familie eine große Herausforderung dar.

Demenz und Alzheimer: Die Pflege stellt nicht selten für die gesamte Familie eine große Herausforderung dar.

Bei Demenz handelt es sich um einen Oberbegriff für mehr als 50 verschiedene Krankheitsformen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und lässt sich auf Deutsch in etwa mit „ohne Geist“ beschreiben. Der Krankheitsverlauf beinhaltet in der Regel eine fortschreitende Beeinträchtigung bzw. den Verlust von Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung, Lernfähigkeit sowie Urteilsvermögen. Eine Möglichkeit auf Heilung existiert nach aktuellem Forschungsstand nicht.

Die Erkrankung an Demenz kann bereits im Frühstadium eine selbstständige Lebensführung erschweren und ist in späteren Stadien in der Regel mit einer umfassenden Hilfe- und Pflegebedürftigkeit verbunden. Dabei beeinflusst diese Erkrankung nicht nur die betroffene Person, sondern hat auch auf Familie, Freunde und Bekannte weitreichende Auswirkungen.

In vielen Fällen erfolgt die Versorgung und Pflege bei Demenz zu Hause. Angehörige, welche sich dieser Aufgabe annehmen, erwarten nicht selten schwere Jahre, denn die Pflege von Demenzkranken erstreckt sich im Durchschnitt über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren.

Bei Alzheimer handelt es sich um die häufigste Erscheinungsform von Demenz. Mediziner gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent aller Demenzerkrankungen auf Alzheimer zurückzuführen sind.

Besondere Herausforderungen der Pflege bei Demenz

Entschließen Sie sich dazu, eine demenzkranke Person zu pflegen, sind Sie dabei in der Regel nicht auf sich alleingestellt.

Entschließen Sie sich dazu, eine demenzkranke Person zu pflegen, sind Sie dabei in der Regel nicht auf sich alleingestellt.

Etwa 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt und rund zwei Drittel von ihnen können noch lange Jahre in den eigenen vier Wänden oder bei Angehörigen leben. Denn die Pflege bei Demenz muss nicht automatisch die Unterbringung in einem Pflegeheim bedeuten.

Unterstützung bei der Demenzpflege erhalten Sie von vielen Seiten. So stehen lokale Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen Angehörigen mit Rat zur Seite und ermöglichen auch den Austausch mit anderen Betroffenen. Hilfe im Alltag können zum Beispiel ambulante Pflegedienste leisten, welche die Verwandten in der Pflege entlasten.

Abhängig vom Wohnort bestehen häufig auch weitere Angebote für die Demenzbetreuung. Dabei kann es sich beispielsweise um ehrenamtliche Helfer handeln, welche mit dem Erkrankten spazieren gehen, mit kleineren Aufgaben das Gehirn trainieren oder gemeinsam kochen. Darüber hinaus existieren spezielle Einrichtungen für die Tagespflege von Menschen mit Demenz.

Die Pflege bei Demenz fordert nicht selten eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Allerdings sollten Angehörige bei der Pflege auch immer Zeit für sich selbst einplanen und diese nutzen, um sich abseits des Alltags zu erholen.

Pflegerische Maßnahmen und Leistungen bei Demenz

Für die Altenpflege bei Demenz können Sie ggf. Leistungen der Pflegekasse beantragen.

Für die Altenpflege bei Demenz können Sie ggf. Leistungen der Pflegekasse beantragen.

Benötigt eine an Demenz erkrankte Person Pflege, entstehen dadurch Kosten. Für diese müssen der Betroffene oder seine Angehörigen allerdings in der Regel nicht vollständig selbst aufkommen. Denn häufig reicht die Rente dafür nicht aus.

Gemäß § 14 Sozialgesetzbuch (SGB) Elftes Buch (XI) können Ihnen, wenn eine Pflegebedürftigkeit besteht, Leistungen der Pflegekasse zustehen. In diesem Paragraph heißt es:

Pflegebedürftig […] sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können.

Die Einschätzung einer bestehenden Pflegebedürftigkeit und die Anerkennung eines Pflegegrades setzt in der Regel die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung voraus. Da bei Demenzkranken die Tagesform schwanken kann, finden zudem auch die Aussagen der Angehörigen Beachtung.

Erst nach der Anerkennung eines Pflegegrades erhalten Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung. Für die Pflege bei Demenz kann es sich dabei zum Beispiel um eine individuelle Pflegeberatung, einen Pflegekurs für Angehörige oder monatliche Geldleistungen in Form von Pflegegeld und Pflegesachleistungen handeln.

Wird bei Demenz die Pflege und Betreuung zu Hause von Angehörigen übernommen, kann dies einen Anspruch auf Pflegegeld bei Demenz begründen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt dabei vom zugesprochenen Pflegegrad ab.

Wechsel von Stufen zu Graden: Wie wirkt sich dies auf die Pflege bei Demenz aus?

Pflege bei Demenz: Welche Pflegestufe galt bis 2017?

Pflege bei Demenz: Welche Pflegestufe galt bis 2017?

In den letzten Jahren kam es im Pflegerecht immer wieder zu weitreichenden Reformen, welche auch die Pflege bei Demenz betrafen. So wurden 2017 die drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt. Durch die neue Definition der Pflegebedürftigkeit finden nun auch geistige Defizite Beachtung, sodass auch Demenz einen Pflegegrad rechtfertigen kann.

Bis zur Umstellung auf Pflegegrade wurde die Pflegebedürftigkeit in Stufen eingeteilt. Dabei zum Beispiel galt Pflegestufe 0 ausschließlich bei Demenz. Zudem konnte bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit zusätzlich eine eingeschränkte Alltagskompetenz aufgrund von Demenz festgestellt werden.

Durch die Reform 2017 erfolgte eine Umgruppierung der Pflegestufen. Bei Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz bedeutet dies beim Wechsel von Stufen auf Grade eine zweifache Höherstufung. So wird zum Beispiel aus Pflegestufe 2 mit Demenz (eingeschränkter Alltagskompetenz) Pflegegrad 4.

Ist bei Demenz die Pflege zu Hause möglich oder stellt ein Heim eine sinnvolle Option dar?

Kann der routinierte Umgang mit Demenz im Pflegeheim eine bessere Versorgung gewährleisten?

Kann der routinierte Umgang mit Demenz im Pflegeheim eine bessere Versorgung gewährleisten?

Die Frage der Unterbringung ist bei der Pflege bei Demenz ein wichtiges Thema. Nicht selten stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie viel können und wollen Angehörige leisten. Gemäß § 3 SGB XI soll die Unterstützung der Pflegeversicherung vor allem die häusliche Pflege und die Pflegebereitschaft der Angehörigen fördern.

Darüber hinaus sollten auch – soweit dies möglich ist – die Wünsche der an Demenz erkrankten Person gehört und berücksichtigt werden. Denn Aspekte wie das Wohlbefinden oder eine vertraute Umgebung können Einfluss auf die allgemeine Verfassung haben.

Sind Angehörige der Meinung, dass sie die notwendige Pflege bei Demenz im häuslichen Umfeld nicht mehr bewerkstelligen können, besteht auch die Möglichkeit einer vollstationären Unterbringung. Da die Versorgung eines Menschen mit Alzheimer anspruchsvoll ist, kann es sinnvoll sein, ein spezielles Pflegeheim für Demenzkranke zu wählen.

Die Kosten für ein Pflegeheim bei Demenz können durch die umfassende Betreuung je nach Ausprägung der Erkrankung hoch ausfallen. Einen Teil dieser Ausgaben können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 oder höher durch Leistungsbeiträge der Pflegekasse abdecken. Die Höhe hängt dabei vom Pflegegrad ab. Bei Pflegegrad 3 mit Demenz liegt diese monatlich zum Beispiel bei 1.262 Euro.
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