Pflegestufe 2: Wann wurde diese zugewiesen?

Kurz und Knapp

  1. Im Januar 2017 wurden Inhaber der Pflegestufe 2 in die Pflegegrade 3 oder 4 eingestuft.
  2. Die Pflegestufe 2 bedeutete im alten Pflegesystem eine „Schwerpflege­bedürftigkeit“.
  3. Benötigten Pflegebedürftige mindestens 180 Minuten Hilfe am Tag, konnte das einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung begründen.
  4. Mit einer Pflegestufe 2 war eine Geldleistung verbunden, die Antragsteller erhalten konnten. Ebenso gab es Sachleistungen.
Wann wurde eine Pflegestufe 2 vergeben? Infos dazu erhalten Sie hier.

Wann wurde eine Pflegestufe 2 vergeben? Infos dazu erhalten Sie hier.

Da eine Pflegebedürftigkeit seit Januar 2017 in Pflegegrade und nicht mehr in Pflegestufen untergliedert wird, existiert die Pflegestufe in der bisherigen Form nicht mehr. Doch was beinhaltete die Pflegestufe 2 eigentlich? Wann wurde die Pflegestufe 2 vergeben?

Pflegegrad-Rechner (unverbindliche Einschätzung)

Was bedeutet Pflegestufe 2?

Eine Hochstufung von Pflegestufe 1 auf 2 war möglich, wenn die Bedürftigkeit anstieg.

Eine Hochstufung von Pflegestufe 1 auf 2 war möglich, wenn die Bedürftigkeit anstieg.

Wann bekommt oder bekam man eine Pflegestufe 1, 2 oder 3? Um zu verstehen, wann bestimmte Pflegestufen vergeben wurden, ist es wichtig zu wissen, was die Grundlage für eine solche Einteilung war.

Pflegebedürftigkeit wird rechtlich in § 14 Absatz 1 Sozialgesetzbuch (SGB XI) Elftes Buch definiert. Demnach sind Personen dann pflegebedürftig, wenn sie „gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.“ Zu diesen Beeinträchtigungen zählen sowohl körperliche und kognitive als auch psychische Einschränkungen, die einen Einfluss auf die Alltagskompetenz haben. Ist ein Ausgleich oder eine Bewältigung der Einschränkungen durch die Betroffenen selbst nicht möglich, kann also eine Pflegebedürftigkeit vorliegen.

Je nach Grad der Hilfebedürftigkeit und dem damit verbundenen Pflegeaufwand, wurden bis Ende 2016 verschiedene Pflegestufen genehmigt. Insgesamt gab es drei dieser Stufen, wobei in der Pflegeversicherung die Stufe 2 eine „Schwerpflegebedürftigkeit“ bedeutete.

Bestimmte Geld- sowie Sachleistungen waren den entsprechenden Pflegestufen zugeordnet und konnten für die Versorgung des Hilfebedürftigen verwendet werden. Daher erhielten Inhaber der Pflegestufe 2 höhere Zuschüsse und Leistungen aus der Pflegeversicherung als beispielsweise Begünstigte der Pflegestufe 1 oder 0.

Bei den Pflegestufen standen eher die körperlichen Beeinträchtigungen und der Zeitaufwand für die Pflege im Vordergrund, sodass die Pflegestufe 2 Personen erhielten, die körperlich schwerpflegebedürftig waren. Diese Leistungen aus der Pflegeversicherung wurden dann in Form von Pflegegeld, Sachleistungen oder Pflegesachleistungen über die Pflegekasse ausgezahlt.

Wichtige Voraussetzung für eine Pflegestufe 2

Pflegestufe 2: Zu den Voraussetzungen gehörte Hilfe bei der Grundpflege.

Pflegestufe 2: Zu den Voraussetzungen gehörte Hilfe bei der Grundpflege.

Zu den Kriterien für eine Pflegestufe 2 gehörte, wie erwähnt, eine Schwerpflegebedürftigkeit. Diese lag in der Regel dann vor, wenn mindestens dreimal täglich Hilfe in der sogenannten Grundpflege geleistet werden musste.

Zur Grundpflege gehören Ernährung, Mobilität und Körperpflege. Wurde also Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, dem Aufstehen oder Hinlegen, Stehen, Gehen sowie beim Duschen oder dem Toilettengang benötigt, lag normalerweise eine Schwerpflegebedürftigkeit vor. Wurde zudem auch mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, wie Kochen, Einkaufen, Putzen oder Wäschewaschen benötigt, begründete dies meist eine Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Da bei der Pflegestufe 2 ebenfalls der Zeitaufwand als Bemessungsmaßstab herangezogen wurde, musste der Pflegebedarf bei mindestens drei Stunden am Tag betragen, davon mussten mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen. Wurde diese Voraussetzungen erfüllt, zahlte die Pflegekasse in der Regel alle Pflegeleistungen, die für eine Pflegestufe 2 vorgesehen waren. Lag bei einer Pflegestufe zudem eine Demenz vor, konnten auch höhere Zuschüsse bewilligt werden.

Zeitaufwand: Bei Pflegestufe 2 ein wichtiges Kriterium

Wie bereits beschrieben, wurden die Pflegestufen aufgrund des Zeitaufwands, der für die Unterstützung und Pflege notwendig war, bemessen. Bei einer Pflegestufe 2 waren 180 Minuten als Mindestmaß angesetzt, von denen mindestens 120 Minuten auf die Grundpflege entfallen mussten. Für eine Pflegestufe 2 mussten die Voraussetzungen auch den Minuten nach zutreffen.

Pflegeaufwand für die Pflegestufe 2:

PflegestufeHilfebedarf pro TagGrundpflege im täglichen BedarfHilfe im Haushalt beim täglichen Bedarf
23 Stundenmind. 2 Stunden und 3 Mal täglich zu verschiedenen Zeitenverbleibende Zeit von 3 Stunden, mehrmals in der Woche

Pflegestufe 2 beantragen: Was ist zu tun?

Bei einer Pflegestufe 2 gab es Pflegegeld auf Antrag nur für die Pflege durch Angehörige.

Bei einer Pflegestufe 2 gab es Pflegegeld auf Antrag nur für die Pflege durch Angehörige.

Ein Antrag auf eine Pflegestufe 2 war in jedem Fall notwendig. Ohne eine solchen bei der Krankenkasse oder zuständigen Pflegeversicherung zu stellen, konnten keine Leistungen für eine Pflegestufe 2 genehmigt werden. Betroffene oder deren gesetzliche Betreuer konnten einen Antrag formlos per Telefon, E-Mail oder Anschreiben einsenden. Sie erhielten von der Krankenkasse ein Antragsformular, welches ausgefüllt zurückzusenden war.

Nach der Bearbeitung des Antrags wurde ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zum Antragsteller gesandt, um die Situation zu beurteilen. Aufgrund dieses Gutachtens wurde dann entschieden, welche Pflegestufe zutreffend war und ob beispielsweise Pflegegeld für eine Stufe 2 begründet war.

Im Prinzip hat sich dieses Verfahren auch mit dem Inkrafttreten des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG) und der Umwandlung in Pflegegrade nicht wesentlich geändert. Grundlegend umgearbeitet wurden jedoch die Begutachtungskriterien.

Ist ein Widerspruch möglich?

Heimkosten wurde bei Pflegestue 2 nur für den eigentlichen Pflegeaufwand übernommen, nicht für die Unterkunft.

Heimkosten wurde bei Pflegestue 2 nur für den eigentlichen Pflegeaufwand übernommen, nicht für die Unterkunft.

Ein Gutachten konnte jedoch auch zur Folge haben, dass die Pflegestufe abgelehnt wurde. So konnte eine häusliche Pflege nicht nach Pflegestufe 2 bemessen werden. Auch war es dann ohne eine Pflegestufe 2 schwer im Pflegeheim eine angemessene Betreuung zu erhalten.

Waren Antragsteller mit der Einschätzung des Gutachters nicht einverstanden, hatten sie innerhalb von vier Wochen die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Die Pflegekasse prüfte, ob ein Widerspruch gerechtfertigt war und veranlasste gegebenenfalls ein Zweitgutachten. Kam dieses zu einem anderen Ergebnis, konnten Antragsteller mit einer Pflegestufe 2 und mit Geld bzw. Sachleistungen rechnen. Wurde das erste Ergebnis bestätigt, hatte ein weiterer Widerspruch in der Regel keinen Zweck mehr.

Pflegestufe 2: Was steht mir zu?

Fragen wie: „Was gibt es bei Pflegestufe 2?“ oder „Welche Leistungen kann es bei Pflegestufe 2 geben?“, traten meist dann auf, wenn sich Antragsteller näher mit dem Thema befassten.

Die Höhe vom Pflegegeld bei Stufe 2 war gesetzlich festgelegt. Auch die Sachleistungen waren fest definiert. Pflegebedürftige hatten die Wahl zwischen der Auszahlung des Pflegegeldes oder Pflegesachleistungen zu beziehen.

Ersteres wurde dann gezahlt, wenn die Pflege durch Angehörige oder Freunde zu Hause stattfand. Die Pflegesachleistungen erhielten Antragsteller, wenn die Hilfe durch einen häuslichen Pflegedienst ausgeführt wurde. Betroffene konnten also wählen, ob bei einer Pflegestufe 2 das Geld an Angehörige ging oder an einen Pflegedienst.

Für eine Pflegestufe 2 gab es Leistungen immer monatlich. So lag das Pflegegeld für die Pflegestufe 2 bei 458 Euro bei Hilfe durch Angehörige und bei 1.144 Pflegesachleistung bei einer Betreuung durch einen häuslichen Pflegedienst. Bei einer Demenzerkrankung oder dauerhaft psychisch erkrankten bzw. geistig beeinträchtigten Personen war ein erhöhter Pflegesatz für die Pflegestufe 2 möglich. So lagen das Pflegegeld hier bei 545 Euro und die Pflegesachleistungen bei 1.298 Euro.

Pflegegeld bei Stufe 2: Stationär untergebrachte Empfänger erhielten den üblichen Pflegesatz.

Pflegegeld bei Stufe 2: Stationär untergebrachte Empfänger erhielten den üblichen Pflegesatz.

Auch eine Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Sachleistungen waren bei Pflegestufe 2 möglich. So konnten Pflegebedürftige sowohl durch Angehörige als auch durch einen Pflegedienst betreut werden. Darüber hinaus konnte Geld bei der Pflegestufe 2 auch für eine Kurzzeitpflege, eine Tages- oder eine Nachtpflege verwendet werden.

Mit einer Pflegestufe 2 war eine Sachleistung, zum Beispiel ein Pflegehilfsmittel eine Option. Solche Hilfsmittel waren beispielsweise Lagerungshilfen, Desinfektionsmittel, Handschuhe oder ein Hausnotruf. Auch Rollatoren oder Rollstühle fielen ebenfalls unter diese Leistungen.

Pflegestufe 2 und der neue Pflegegrad

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz wurden die Pflegestufen in Pflegegrade umgewandelt und neue Begutachtungsmaßstäbe eingeführt. Nun steht nicht mehr der Zeitaufwand der Pflege im Vordergrund, sondern die Selbstständigkeit des Antragstellers wird beurteilt. Grundsätzlich gilt nun, je unselbstständiger, desto höher der Pflegegrad.

Besaßen Pflegebedürftige bereits eine Pflegestufe wurden sie automatisch in den nächst höheren Pflegegrad eingestuft. Eine erneute Prüfung nach den neuen Maßstäben war hier nicht notwendig.

Aus der Pflegestufe 2 wurde der Pflegegrad 3. Bei einer vorliegenden Demenz wurden die Pflegebedürftigen zwei Stufen höher bewertet und der Pflegegrad 4 genehmigt.
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